18

Okt

by Andy

Auf der „Wel­len­schlag“ schli­chen wir uns Stück für Stück vor.

Mitt­ler­wei­le wur­de es mir unheim­lich, dass wir uns so unge­hin­dert bewe­gen konn­ten. Bis auf ein paar klei­ne­re Sich­tun­gen von Unto­ten ist bis­her nichts gesche­hen. Wir schaff­ten also den Anti-Navi­ga­ti­ons­stein auf die „Wel­len­schlag“ zu schaf­fen. Wir waren uns alle einig, dass der Stein auf der Steu­er­bord­sei­te in der Mit­te zu ver­ste­cken sei, damit wir die Navi­ga­ti­on der „Wel­len­schlag“ zu stö­ren. Wei­ter­le­sen

22

Sep

by Andy

Mir war es gera­de gelun­gen voll­stän­di­ge Auf­zeich­nun­gen die­ser Stei­ne anzufertigen.

Mehr oder weni­ger plötz­lich mein­te Wigand, dass eini­ge Runen an einem der Trans­por­t­er­stei­ne leuch­ten wür­den. Gera­de so hell, wie Ker­zen­schein. Mir war das gan­ze gar nicht auf­ge­fal­len. Wir zöger­ten, denn mei­ne Ver­mu­tung war es, dass der ande­re Stein gera­de von Unto­ten auf dem Mee­res­grund hier­her getra­gen wurde.

Plötz­lich flog ein Gegen­stand aus dem Por­tal­stein her­aus. Irgend­je­mand hat­te ein Stück Roh­stahl von der ande­ren Sei­te aus hin­durch­ge­wor­fen. Roh­stahl? War even­tu­ell eine Zwer­gen­schmie­de auf der ande­ren Sei­te? Wir hat­ten lei­der nicht mehr genü­gend Zeit dar­über nach­zu­den­ken. Aus­ge­rech­net jetzt hör­te Wigand das Knar­ren von Holz und Schrit­te. Wei­ter­le­sen

6

Sep

by Andy

Mir fällt stän­dig die­se Weis­heit mit dem Mann und dem Fisch ein.

Gebe einem Mann einen Fisch und Du machst Ihn satt für einen Tag.
Leh­re ihm das Fischen und Du machst ihn satt für ein gan­zes Leben.“ Wei­ter­le­sen

Wir hat­ten einen bata­a­ri­schen See­mann mit an Bord, der uns zu der einen oder ande­ren Insel etwas erzäh­len konn­te. Mit sei­ner Hil­fe konn­ten wir Untie­fen ver­mei­den, die in den Kar­ten nicht ein­ge­zeich­net waren und kamen so gut voran.

Unser Ziel kann­te er auch. Er gab ihm einen bata­a­ri­schen Namen, für den es kei­ne direk­te Über­set­zung gibt. Am ehes­ten heißt es so etwas wie „Höl­len­berg in der See“. Wahr­schein­lich ist damit ein­fach ein Vul­kan gemeint. Die bata­a­ri­sche Spra­che ist schon sehr blumig.

Nach ein paar Tagen kamen wir zu die­sem Berg. Alles was wir jedoch am Hori­zont aus­ma­chen konn­ten war eine ganz nor­ma­le fla­che Insel, auf der aller­dings eine Feu­ers­brunst oder etwas Ähn­li­ches aus­ge­bro­chen sein muss­te. Schon aus sehr wei­ter Ent­fer­nung konn­ten wir die him­mel­ho­he Rauch­wol­ke aus­ma­chen. Wei­ter­le­sen

Lady von Mali­zi­en hat­te mich nun als aus­er­ko­ren, auf ihren gelieb­ten Wal­ter auf­zu­pas­sen. Ich kann mir kaum etwas schö­ne­res vorstellen.

Aber was soll all der Zynis­mus. Ich wer­de das bes­te aus der Situa­ti­on machen. Ich wer­de das gan­ze ein­fach von der posi­ti­ven Sei­te sehen. Wei­ter­le­sen

19

Apr

by Andy

Das muss man den Catare­ren las­sen, wenn es etwas gibt, das sie zum han­deln moti­viert, das sie beschreibt und defi­niert, dann ist es der Drang zur Frei­heit. Dar­in sind sie den Elben sehr ähnlich.

Es gibt wenig scheuß­li­che­res als Sklaverei.

Nach­dem wir uns also ein paar Wochen lang das Schau­spiel der Dra­gon ange­schaut hat­ten, wur­de es Zeit, dass Calan und ich unse­ren Plan in die Tat umset­zen soll­ten. Zuerst weih­ten wir unse­re Gefähr­ten ein. Calan und ich hat­ten beschlos­sen, dass wir die Skla­ven auf die­sem Schiff befrei­en wollten.

Kei­ne Schiffs­pas­sa­ge, kei­ne Eile, kein Kon­kur­renz­kampf gegen Ser Kin­s­bane kann so wich­tig sein, als dass man die­se Gefan­ge­nen der Skla­ve­rei über­las­sen soll­te. Unser Plan war ein­fach und effek­tiv. Wir woll­ten alle Dra­gos mit Hil­fe einer Kräu­ter­tink­tur ver­gif­ten und dadurch unschäd­lich machen. Danach wür­den wir die Skla­ven befrei­en und mit ihrer Hil­fe wei­ter nach Batar fahren.

Tat­säch­lich funk­tio­nier­te unser Plan erschre­ckend gut.

Aber so ist es. Wer gegen Skla­ve­rei vor­geht, auf den bli­cken die Ahnen und wohl auch die­se cata­ri­schen Erz­engel wohl­wol­lend. Fer­gus erwies sich als unglaub­lich gro­ße Hil­fe. Jeder weiß, dass Halb­lin­ge reich­hal­ti­ge Spei­sen gene­rie­ren kön­nen. Und auch, wenn ich die­se Ver­schwen­dung mit einem lachen­den aber auch einem wei­nen­den Auge sehe, so hat sie hier ihre Wir­kung getan.

Fer­gus bot dem Smut­je an, dass er gern in der Küche mit aus­hel­fen kön­ne, und die­ser biss sofort dar­auf an, da es sich wohl heu­te um den Geburts­tag der Cap­tains han­del­te und er gern auf die Hil­fe eines Halb­lings zurück­grei­fen wür­de. So hat­te uns das Schick­sal also auch den Tag genannt, an dem wir unse­ren Plan umset­zen soll­ten. Heute.

Fer­gus zau­ber­te einen Nach­tisch, den die Dra­gos so schnell nicht ver­ges­sen wür­den. Glück­li­cher­wei­se hat­te ich noch eine Fla­sche die­ses mys­te­riö­sen Dra­go­blut­weins bei mir, so dass wirk­lich kaum jemand die­sem Nach­tisch wider­ste­hen konn­te, nach­dem wir Fer­gus‘ berühm­ten Brot­pud­ding in die­sem Wein getränkt hatten.

Calan nahm den Dra­gos die Schlüs­sel und Waf­fen ab und wir teil­ten uns auf. Wäh­rend er unter Deck ging um die Skla­ven zu befrei­en, such­te ich die Waf­fen­kam­mer, um die Skla­ven bewaff­nen zu kön­nen. Glück­li­cher­wei­se fand ich neben die­sen selt­sa­men alten cibo­la­ni­schen Don­n­er­waf­fen auch noch die ech­te Waf­fen­kam­mer, so dass wir die Befrei­ten mit Spee­ren und Säbeln aus­stat­ten konnten.

Viel­leicht hat­ten wir die Men­schen etwas unter­schätzt, oder aber die weni­gen Wochen unter Deck hat­ten sie doch mehr ver­grätzt, als wir Elben dach­ten. Jeden­falls war es gera­de­zu ein Wun­der, dass Calans Sil­ber­zun­ge die Meu­te davon abhal­ten konn­te sofort alle Dra­gos nie­der­zu­ma­chen. Statt­des­sen konn­ten wir die Über­le­ben­den in ein Bei­boot brin­gen und auf See aussetzen.

Nach­dem das recht gut funk­tio­niert hat­te, war uns klar, dass es jetzt wei­ter nach Batar gehen wür­de. Doch weit gefehlt. Ich kann die Skla­ven gut ver­ste­hen, dass sie gern in ihre Hei­mat fah­ren möch­ten, aber ein paar Mona­te mehr oder weniger…

So blieb uns also nichts ande­res übrig, als eine eige­ne Mann­schaft zu bil­den: Wir ernann­ten Wal­ter flugs zum Kapi­tän. Ich wur­de der ers­te Maat und Waf­fen­meis­ter. Wie­gand war der Zeug­meis­ter. Fer­gus wur­de der Smut­je und Calan… nun er war der Priester.

Wir ent­schie­den also, dass die jeni­gen, die nicht unter unse­rer Flag­ge segeln woll­ten, am nächs­ten Hafen aus­tei­gen durf­ten. Der Rest wür­de mit uns nach Batar reisen.

End­lich soll­ten wir die­se ver­fluch­te Höh­le ver­las­sen. Sir Kin­s­bane und sein Gefol­ge waren schon wie­der Rich­tung Uri­as‘ Wacht auf­ge­bro­chen und nun soll­ten auch wir die­sen Ort verlassen.

Die­ser Sir Kin­s­bane erregt die Gemü­ter mei­ner Mit­strei­ter doch sehr. Wäh­rend er unab­streit­bar ein Held und Strei­ter für das Gute ist, so hegt zumin­dest Fer­gus einen offe­nen Groll gegen den Rit­ter. Wal­ter ist auch offen gegen den Hel­den Gor­ne­mün­des und Wie­gand ver­langt nach Hand­lungs­an­wei­sun­gen, wie wir uns Kin­s­bane gegen­über ver­hal­ten wollen.

Wahr­schein­lich ist es das, was Men­schen so… ein­zig­ar­tig macht. Wal­ter und auch Wie­gand strit­ten mit uns, ob wir denn nun mit Kin­s­bane zusam­men­ar­bei­ten sol­len, dann aber auch voll und ganz, oder ob wir gegen ihn arbei­ten sol­len. Calans Ein­schät­zung traf so sicher ins Schwar­ze, wie ein Elben­pfeil: Natür­lich liegt die Ant­wort in der Mitte.

Dass Sir Kin­s­bane uns ein wei­te­res mal zu einer laut­star­ken Dis­kus­si­on getrie­ben hat, belegt ja nur, dass er bereits jetzt eine ziem­lich Macht über uns aus­übt. Wir einig­ten uns jeden­falls dar­auf, dass wir im grun­de so wei­ter machen, wie bis­her: Nicht zu viel preis­ge­ben, nicht zu viel behindern…

Wir ver­lie­ßen jeden­falls die Höh­le und bemerk­ten sofort, dass Sir Kin­s­bane offen­bar auch einen gro­ßen Ein­fluss auf die Dorf­be­woh­ner hat­te. Der Wach­turm, der den Höh­len­ein­gang bewa­chen soll­te, war nicht mehr besetzt. Wir eil­ten also ins Dorf und beka­men gera­de noch mit, dass Sir Kin­s­bane gro­ße Ver­kün­dun­gen machte:

Der Fluch sei gebro­chen, die Bewoh­ner, wür­den für ihre treu­en Diens­te am Reich durch die Kir­che belohnt wer­den, Uri­as wür­de hier eine Beer­di­gung erhal­ten und wir, die guten Strei­ter aus Gor­ne­mün­de wür­den uns eine Beloh­nung im Rilos­tem­pel in Catar abho­len können.

Er nimmt das Ruder in die Hand, das muss man ihm neid­los zugestehen.

Uri­as wur­de sogleich durch eine ergrei­fen­de Beer­di­gung den Hän­den Dre­kons über­las­sen. Sir Khan, der Pala­din hielt eine Zere­mo­nie ab, die sehr bewe­gend war. Er hof­fe, dass Uri­as See­le nach der lan­gen Zeit der Qual in der Hex­er­höh­le nun end­lich Ruhe und Frie­den fin­den kön­ne. Aller­dings zwei­fel­te er bereits dar­an, da Uri­as‘ Schwert wohl ver­lo­ren gegan­gen sei und dies bestimmt wei­ter­hin für Unfrie­den für Uri­as See­le sor­gen würde.

Abends wur­den wir alle von den Dorf­be­woh­nern zu einem Fest ein­ge­la­den und hat­ten gele­gen­heit mit den Gefolgs­leu­ten Kin­s­banes zu reden. Sei­ne Grup­pe woll­te nach Ossum rei­sen, damit Kin­s­bane sei­ne Fami­lie dort besu­chen kön­ne. Irgend­wann spä­ter wür­de sie ihr Weg aller­dings nach Bata­ar, die­ser wun­der­sa­men Insel im süd­li­chen Meer führen.

Es soll­te wohl so aus­se­hen, dass wir etwas Zeit gewon­nen hat­ten, war die Rei­se nach Uri­as‘ Wacht doch mehr ein Wett­ren­nen, als eine Rei­se. Das Schiff nach Bata­ar war natür­lich bereits vor ein paar Tagen aus Catar abge­reist und das nächs­te wür­de frü­hes­tens in ein paar Mona­ten folgen.

Kin­s­bane ritt also zu Pferd nach Ossum und wir folg­ten ihnen zu Fuß. Gern wäre ich direkt nach Catar gereist, aber mei­ne Gefähr­ten sind offen­bar nicht son­der­lich gut zu Fuß, so dass sie lie­ber drei Tage in die fal­sche Rich­tung rei­sen um ein Schiff zu neh­men, als fünf Tage durch die Natür zu lau­fen und sich an ihren Geschen­ken zu erfreuen.

In Ossum ange­kom­men, mach­ten wir aller­dings eine erstaun­li­che Ent­de­ckung. Offen­bar lag dort ein Kult-Schiff, das laut Calar hoch­see­taug­lich war. Wir mut­maß­ten sofort, dass Sir Kin­s­bane, sei­nes Zei­chens Kul­tist, sicher­lich die­ses Schiff neh­men könn­te, um direkt nach Bata­ar auf­zu­bre­chen. Ob dies nun wirk­lich so gesche­hen wird, wer­den wir nie erfah­ren, aber es moti­vier­te mei­ne Mit­strei­ter dazu einen schnel­len Weg nach Bata­ar fin­den zu wollen.

Wir nah­men in Ossum das Post­schiff über Gor­ne­mün­de nach Catar und tra­fen dort recht schnell ein. In Catar woll­te Fer­gus unbe­dingt Wis­sen über bestimm­te Schrift­rol­len bei der Aka­de­mie ein­ho­len und Wal­ter hat­te irgend­wel­che Befürch­tun­gen ver­flucht wor­den zu sein, da er schlecht geschla­fen hat­te. Sie gin­gen also zur Aka­de­mie und erzähl­ten uns am nächs­ten mor­gen Erstaunliches:

Wal­ter hat­te wohl recht. Uri­as‘ Schwert, wel­ches er aus der Hex­er­höh­le ent­wen­det hat­te, hieß in wirk­lich­keit „Hexen­ham­mer“ und sei laut der Aus­sa­ge eines Magi­er der Aka­de­mie von einer auf­ge­brach­ten See­le besetzt.

Zumin­dest mir wur­de mul­mig bei dem Gedan­ken dar­an, dass nun nicht mehr Staub­flü­gel der hexer, son­dern wir per­sön­lich für die fort­ge­führ­te Qual an der See­le Uri­as‘ schul­dig sein soll­ten. Wal­ter, aber auch die ande­ren ließ der Gedan­ke kalt. Wahr­sche­lich ist so ein Schwert zu vie­le Gold­stü­cke wert, um mora­li­sche Beden­ken zuzu­las­sen. Irgend­et­was hat Wal­ter jeden­falls davon über­zeugt, dass er sich nur als wür­dig erwei­sen müs­se, damit Uri­as‘ ihn irgend­wann in Ruhe lässt. Bis dahin sol­le er eben Schutz­ge­be­te sprechen.

Über das Schick­sal Uri­as‘ denkt er ein­fach nicht nach, wahr­schein­lich als Schutz­re­flex, jetzt da wir erkannt haben, dass wir das Schwert mit hät­ten bei­set­zen müssen.

Wenn man zu lan­ge Mons­ter bekämpft, wird man dann selbst irgend­wann zum Monster?

Fer­gus und Calar hat­ten die Nacht mit For­schern in der Aka­de­mie ver­bracht und konn­ten nun mit Erkennt­nis­sen über Navi­ga­ti­on und See­rou­ten auftrumpfen.

nun… ich muss zuge­ben, dass es mir voll­kom­men aus­reicht, wenn mich ein Schiff end­lich am rech­ten Fleck absetzt und ich auf dem Land sein kann.

Was die­se Erkennt­nis­se aber brach­ten, war fol­gen­des: Das Schiff war gezielt auf Gor­ne­mün­de los­ge­las­sen wor­den. Es war mit magi­schen Runen so gesteu­ert, dass das Schiff nach Gor­ne­mün­de trei­ben soll­te und direkt dort sei­ne unto­te Brut ablas­sen sollte.

Es war also nur der Anfang?

Fer­gus sagt jeden­falls, dass mit etwas Arbeit der Weg der „Schaum­kro­ne“ zurück­ver­folgt wer­de kön­ne. Zuerst muss­ten wir aber unse­rer Spur fol­gen und die führ­te nach Bata­ar. Wie wir erfuh­ren, war das Schiff nach Bata­ar erst vor zwei Tagen abge­reist und es war nicht auf dem direk­ten Weg nach Bata­ar unter­wegs, son­dern fuhr erst nach Dra­go­lad, der sagen­haf­ten Hei­mat der Dragos.

Mir kam die Idee mei­nen neu­en Freund den Drag­o­händ­ler zu fra­gen, was er denn zu unse­rem Pro­blem des ver­pass­ten Schiffs sagen wür­de. Er nann­te uns einen Preis von 40 Gold­stü­cken und unser Pro­blem soll­te der Ver­gan­gen­heit angehören.

Es ist schön Freun­de zu haben. Es wäre noch bes­ser, wenn die­se kei­nen Wucher betrei­ben wür­den, denn 40 Gold­stü­cke kön­nen wir so schnell nie­mals auftreiben.

In Catar konn­ten wir nicht mehr viel aus­rich­ten. Mei­ne Gefähr­ten hat­ten bereits alle Infor­ma­tio­nen ein­ge­holt, die wir für die Suche nach dem Erbe des Hexen­jä­gers Uri­as brauchten.

Wir hat­ten zwei Spu­ren. Zum einen füh­ren Spu­ren auf die fer­ne Inser Batar und zum ande­ren sei Uri­as Grab in der „Raben­bucht“ im ehe­ma­li­gen Talo­ra zu fin­den. Die Ent­schei­dung in die Raben­bucht zu gehen war klar, wenn auch Wigand anfängt, kein Inter­es­se mehr an unse­ren Zie­len zu haben und stän­dig von abstru­sen Rei­se­zie­len redet. Wahr­schein­lich ist es eine Eigen­art der Men­schen, sich nicht auf ein Ziel kon­zen­trie­ren zu kön­nen und schnell die Lust zu verlieren.

Wie schwe­re Wol­ken am Hori­zont hängt uns die Gewiss­heit hin­ter­her, dass uns unse­re Spu­ren wohl nach Batar füh­ren wer­den, aber jetzt wol­len wir erst ein­mal nach Talora.

Calar und Wigand erkun­dig­ten sich bei Hafen­meis­ter und ansäs­si­gen Fischern nach der Raben­bucht, wäh­rend Fer­gus und ich ein­mal den Markt absuch­ten, nach Händ­lern aus dem fer­nen Norden.

Wir stie­ßen auf Zie­gen­züch­ter, die trotz eines wohl her­vor­ra­gend lau­fen­den Geschäfts kei­nen Begleit­schutz für die Rück­rei­se haben wollten.

Die Stra­ße nach Nor­den wäre also ein siche­rer Weg.

Fer­gus und ich kamen noch etwas her­um und tra­fen letzt­lich auf einen Drag­o­händ­ler, der uns über die Raben­bucht erzähl­te. Er wuss­te uns zwar nicht neu­es zu erzäh­len, konn­te uns aber mit­tei­len, dass ein Sir Kin­s­bane auch bei ihm nach der Raben­bucht gefragt hät­te und dass die­ser nun über den Land­weg Rich­tung Nor­den unter­wegs sei.

Da wir ja um die Gefüh­le eini­ger Mit­strei­ter wis­sen, ent­schie­den wir uns letzt­lich für ein gechar­ter­tes Fischer­boot, das uns nach Talo­ra brin­gen soll­te, da wir auf jeden Fall vor Sir Kin­s­bane dort ankom­men woll­ten. Die Schiffs­rei­se selbst war unauf­re­gend und nach ein paar Tagen hat­ten wir die Küs­te der Raben­bucht erreicht.

Die Fischer lie­ßen uns ein paar Mei­len wei­ter an Land gehen, da sie nicht direkt vor Ort anlan­den konn­ten, aber ein paar Mei­len Fuß­weg wür­den uns ganz gut tun.

Wir über­nach­te­ten im Wald und stie­gen am nächs­ten Tag in die Bucht hin­ab. Die Bucht war offen­bar durch einen kru­den aber den­noch undurch­dring­li­chen Zaun geteilt. Hin­ter den Zaun lag eine Höh­le in den Klippen.

Das Dorf dort unten hieß „Uri­as Wacht“. Hier waren wir also offen­sicht­lich rich­tig. Wir schau­ten uns dort um und stell­ten fest, dass die Bewoh­ner sehr gast­freund­lich und hilfs­be­reit waren.

Wie wir erfuh­ren, wur­de die­ses Dorf damals auf Bit­ten Uri­as‘ selbst hier her umge­zo­gen. Vor­her war das Dorf im Lan­des­in­ne­ren ansäs­sig. Uri­as hat­te den Bewoh­nern das Ver­spre­chen abge­run­gen, nie­man­den jemals in die­se Höh­le zu lassen.

Dass sie es mit die­sem Ver­spre­chen nicht so genau nah­men, konn­te man an Reli­qui­en erken­nen, die sich an den Wän­den des Lang­hau­ses des Dor­fes befanden.

Spee­re, Schil­de und Rüs­tun­gen gefal­le­ner Hel­den fan­den sich dort.

Natür­lich sag­ten wir, dass auch wir in die Höh­le gehen woll­ten, was die Bewoh­ner aber ste­tig ver­nein­ten. Sie woll­ten uns auf jeden Fall nicht in die Höh­le las­sen, kos­te es was es wol­le. Selbst auf unse­re Aus­füh­run­gen hin, dass bald ein Sir Kin­s­bane hier auf­tau­chen wür­de, der sich sei­nen Weg zur Not mit Waf­fen­ge­walt ver­schaf­fen wür­de, über­zeug­te die Bewoh­ner nicht.

Natür­lich kön­nen wir kei­ne Dorf­be­woh­ner aus ihren Häu­sern trei­ben und die Hüt­ten nie­der­bren­nen, nur um uns Zugang zu einer alten Höh­le zu verschaffen.

Also schli­chen wir uns in der Nacht zu einem Boot, füh­ren um den Zaun her­um und kamen so zu dem Höh­len­ein­gang. Wigand, der sich immer mehr als Stur­kopf ent­puppt, woll­te par tout nicht mit­kom­men. Wozu hat­te er denn dann die­se Rei­se über­haupt unter­nom­men? Er blieb also zurück und der Gram mei­ner Freun­de auf ihn wuchs ein wei­te­res Stück­chen mehr. Wir gelang­ten also an den Höh­len­ein­gang, wo wir einen frisch gepack­ten Ruck­sack vor­fan­den. Seil, Fackeln, Pro­vi­ant… nur kein Besitzer.

Wir frag­ten uns gera­de noch, wer den Ruck­sack hier ver­lo­ren haben könn­te, und ob Sir Kin­s­bane uns even­tu­ell doch zuvor gekom­men war, da schlen­der­te Wigand heran.

Die Stur­köp­fig­keit der Bewoh­ner sei Teil einer Pro­be, ob wir denn wür­dig sei­en. Hmmm… ich fra­ge mich, ob Wigan­ds Stur­köp­fig­keit auch irgend­ei­ne Pro­be dar­stellt. Wie dem auch sei. Auf Geheiß der Bewoh­ner kam er mit in die Höh­le, wäh­rend er auch uns, sei­ne Freun­de, nicht hören wollte.

Das war schon selt­sam genug, doch dann hör­ten wir plötz­lich eine Stim­me:“ Wer.. ist.. daa.…?“

End­lich wie­der an Land!

Auf den Schif­fen der Men­schen ist man schon sehr gefan­gen. Sie sind klein und beengt. Es ist schon nicht wie­der erstaun­lich, dass die Händ­ler­aben­teu­rer der Elben das Meer mit rie­si­gen Schif­fen berei­sen, auf denen sich klei­ne Hai­ne anpflan­zen las­sen und wo sich Elben auch bewe­gen kön­nen. Natür­lich wäre so ein Schiff aller­dings über­di­men­sio­niert für einen Küs­ten­schif­fer und hat­ten wir die letz­ten Tage eben auf einem klei­nen Men­schen­schiff ver­bracht. Wei­ter­le­sen