I. Zwei Hoch­zei­ten und kein Todesfall

Nach­dem man beim Dorf­äl­tes­ten vor­stel­lig gewor­den war und ein wider­li­ches Kava-Ritu­al über sich hat­te erge­hen las­sen stell­te sich her­aus, dass das Dorf mit der Dame nicht beson­ders glück­lich war. So kam es nur Not­lü­ge, dass die Dame schon einen Gat­ten habe, und der Dorf­rat beschloss, dass wir einen Cham­pion um sie kämp­fen las­sen soll­ten, mit ihrem Ein­ge­bo­re­nen Ehe­mann. Und war klar, dass der Kampf zu unse­ren Guns­ten aus­ge­hen wür­de, wir fei­er­ten mit den Ein­ge­bo­re­nen unser Ein­ver­ständ­nis (mit mehr wider­li­chem Gebräu) und waren gute Dinge.

Als es zum “Kampf” um die Braut kom­men soll­te, stell­ten wir aller­dings fest, dass die Ein­ge­bo­re­nen ihre Göt­ter offen­sicht­lich nicht genug “besänf­tigt” hat­ten. Wen wun­dert das, wenn deren Göt­ter­glau­be und Opfer­ga­ben Obst und Bana­nen­blät­ter beinhal­ten. Devi Par­va­ti noch­was, eine schreck­li­che Gestalt tauch­te auf, beschwer­te sich über die Miss­ach­tung und Frag­te, wer von uns um Ali­si­as Hand kämp­fen wür­de. Irgend­wie ging auf ein­mal alles ganz schnell, und ohne dass ich genau sagen kann wie und war­um, war Wal­ter Pelz auf ein­mal mit Ali­sia ver­hei­ra­tet und ver­schwand mit ihr in einer Hütte…

Ich bete zu St. Shai­lin die­se Ehe zu seg­nen. Hier an die­sem weit ent­fern­ten Fleck kön­nen die bei­den sicher­lich jeden Segen der Göt­ter gebrau­chen. Dazu ist Wal­ters Frau mit gebähr­freu­di­gen Hüf­ten aus­ge­stat­tet, und wer so weni­ge Kin­der bekommt wie wir Elfen weiß, was für einen Segen er sich ein­ge­han­delt hat. Cha­rak­ter­lich kann ich Wal­ters Inter­es­se zwar nicht ver­ste­hen, aber was Men­schen zu ihren Paa­run­gen bringt ist auch oft unver­ständ­lich, und schließ­lich wir er ja auch höchs­tens 60 Jah­re mit ihr ver­brin­gen müs­sen — da kann man schon mal Zuge­ständ­nis­se machen! Am nächs­ten Tag woll­ten wir dann nach Süden Auf­bre­chen, um unse­ren Teil der Mis­si­on zu ver­fol­gen. Nur Ali­sia (ist ihr Name jetzt Pelz, oder hat der Adels­ti­tel von ihr Vor­rang — ich ken­ne mich mit dem Regeln da nicht so aus??) wei­ger­te sich die Rei­se nach Nor­den anzu­tre­ten und beglei­tet uns des­halb auf unse­ren Boo­ten, die uns die Ein­ge­bo­ren freund­li­cher­wei­se ver­spro­chen haben, nach Süden.

II. Morast, Mot­ten, Mumien

Ein Ein­ge­bo­re­ner hat­te uns freund­li­cher­wei­se zur Anle­ge­stel­le am Fluss gebracht, wo schon ein paar Ruder­boo­te auf uns war­te­ten. Wäh­rend wir dem Fluss abwärts folg­ten über­leg­ten wir uns, ob wir die­sem Fluss, oder dem benach­bar­ten fol­gen soll­ten. Wir ent­schie­den uns für den zwei­ten, weil die­ser näher an unse­rem Ziel, Den­pa­sar, an die Küs­te sto­ßen wür­de. An einer Fluss­ga­be­lung fan­den wir einen selt­sa­men Dämo­nen­schrein, den wir aber nicht groß beachteten.
Bald kamen wir an die Stel­le, wo wir den Fluss ver­las­sen muss­ten, um ein paar hun­dert Meter die Boo­te zum zwei­ten Strom zu tra­gen. Auch hier befand sich ein klei­ner Schrein, wel­cher aber wohl Devi Par­va­ti wasau­chim­mer gewid­met war. Ali­sia brach­te an die­sem zu ihrer Ehre eine Ana­nas als Opfer­ga­be. Bevor wir wie­der in “See” sta­chen mach­ten wir mit tro­cke­nem Boden unter den Füßen Nacht­rast. Ali­sia und Wal­ter nah­men ihr Essen abseits von uns ein, ich hof­fe das ist ein gutes Zei­chen. Wie Wal­ter wesent­lich spä­ter ein­fiel, sah er dort auch eine Mot­te, beach­te­te sie aber (abge­lenkt durch sei­ne Ehe­frau) nicht.

Der ande­re Fluss brach­te und bald in eine gro­ße Sumpf­ge­gend. Schnell ent­deck­ten wir Rauch öst­lich von uns, und nah­men uns vor ein­mal schnell nach­zu­se­hen, ob wir hier viel­leicht etwas über die Her­kunft der Talis­ma­ne mit den Mot­ten her­aus­be­kom­men wür­den. Kir­i­on unter­such­te die Insel, die wir fan­den, und berich­te­te von einem klei­nen Dorf. Mit dem Bewusst­sein des Erfolgs der Gast­freund­schaft im letz­ten Dorf schick­ten wir wie­der ein paar Unter­händ­ler. Denen offen­bar­ten sich selt­sa­men Zei­chen wie Men­schen­kno­chen, und sie erfuh­ren, dass in der Höh­le am Ran­de des Dor­fes offen­sicht­lich die Ahnen aus Talo­ra (denn es waren Nach­kom­men der Hexer) als Unto­te haus­ten. Das mach­te unser Vor­ge­hen klar, und des Nachts schli­chen wir in die Höh­le, über­wäl­tig­ten eine Wache und stell­ten Dra­gan, den Ver­wand­ten von Staub­flü­gel. Lei­der konn­te er uns nicht weit hel­fen, und als wir von drau­ßen Lärm hör­ten, beschlos­sen wir sei­ner unhei­li­gen Exis­tenz ein Ende zu machen!

Natür­lich war es kei­ne Fra­ge, ob wir lie­ber mit dem Schiff oder zu Fuß in den Süden der Insel auf­bre­chen wür­den, aber manch­mal schlägt der Hei­li­ge Uga­ris auch Orkoris ein Schnipp­chen. Uns war zwar klar­ge­wor­den, dass unse­re treue Mann­schaft jeden Plan mit­ma­chen wür­de, aber äuße­re Ein­flüs­se mach­ten unse­re gan­ze Pla­nung über­flüs­sig. Aber ich soll­te der Rei­he nach berich­ten. Wei­ter­le­sen

Wir hat­ten den Insel-Pos­ten der Dra­gos also hin­ter uns gelas­sen. Ein Angriff schien uns doch zu gefähr­lich, und wir hat­ten ja jetzt auch die Ver­ant­wor­tung für die Mann­schaft. In der Nähe der Küs­te such­ten wir einen Fluss und dann sam­mel­ten wir Frisch­was­ser, fri­sches Essen und etwas Holz ein. Wei­ter­le­sen

27

Apr

by Carsten

Diver­se Leu­te waren aus diver­sen Grün­den nicht da, dafür über­pro­por­tio­nal vie­le Spiele.

Rob­oral­ly ken­nen wir alle, fällt also aus. Pan­de­mie mag Ste­phan nicht so. El Gran­de ist schon etwas ange­staubt. Impe­ri­al, Anti­ke, Ark­ham Hor­ror und das Nil-Spiel wur­den auch erst­mal bei­sei­te gelegt. Fury of Dra­cu­la, Zoff im Zoo und Guil­lo­ti­ne nur erwähnt.

Puer­to Rico ist ein klas­si­ker, den Jeder haben soll­te. Voll­be­schäf­ti­gung, Gou­ver­neur an Stel­le des Gou…, und klei­ne brau­ne „Kolo­nis­ten“ die auf der Kari­bik-Plan­ta­ge arbei­ten haben spass gemacht und auch wenn es kei­nen über­rascht das Ste­phan gewon­nen hat, war (hof­fent­lich) auch kei­ner traurig.

Danach Domi­ni­on, und leich­te unei­nig­kei­ten über die Spiel­füh­rung (Kauf kein Kup­fer). Die Militz hat immer wie­der für Auf­stöh­nen in allen Ecken gesorgt, und die Erkennt­nis ist, das Goran Domi­ni­on nicht so super findet…

Auf das nächs­te Woche in fast vol­ler Beset­zung wie­der Rol­len gespielt wird…
(Wie­vie­le XP wohl die­se Zusam­men­fas­sung wert ist???)

20

Apr

by Carsten

Wir hat­ten also unser eige­nes Schiff. Des Meer hat­te gege­ben, und zwar gut. Nun muss­ten wir zuse­hen wie wir an Vor­rä­te kom­men wür­den. Or-Koris hat­te uns sicher in den klei­nen Hafen von Trakha geführt, und ehe ich mich ver­se­hen hat­te, war ich der Ver­hand­lungs­füh­rer mit dem loka­len Sprecher.

Nach eini­gem hin und her (und ein paar Expe­ri­men­ten von Fer­gus) hat­ten wir uns geei­nigt. Wir waren 280 Gold, 15 Kano­nen und das Rezept für Schwarz­pul­ver ärmer und hat­ten 21 befrei­te Skla­ven hier zurück­ge­las­sen. Wir hat­ten die­se natür­lich noch ein­mal auf die Unge­wiss­heit ihres Schick­sals hier auf­merk­sam gemacht, was auch eini­ge über­zeug­te bei uns zu blei­ben, aber die­se 21 trenn­ten sich von uns. Hof­fent­lich wür­den ihre See­len zu Dre­kon fin­den. Dafür waren wir um Vor­rä­te für einen Monat und einen Lade­raum voll Knob­lauch reicher.

Unser nächs­tes Ziel war der soge­nann­te Stie­fel­fel­sen, ein Ver­sor­gungs-Stütz­punkt der Dra­gos, wo wir hoff­ten leich­te Beu­te an Schwarz­pul­ver zu machen. Auf dem Weg erblick­ten wir noch von wei­tem eine Meer­jung­frau, aber wir konn­ten sie weit umschif­fen, und ich ver­such­te auch etwai­gen Aber­glau­ben mit einem Gebet an Or-Koris im Zaum zu halten.

Als wir die Insel am Hori­zont erbli­cken konn­ten war­te­ten wir erst ein­mal die Nacht und den Schutz der Dun­kel­heit ab, um uns dann vor­sich­tig der Insel zu nähern und bald auf ein Ruder­bot zu wech­seln. Mit die­sem lan­de­ten wir erst an einer klei­nen Vor­in­sel an. Dort fan­den wir sogar einen ver­ges­se­nen Vor­rats­raum, aber sonst weder Spu­ren noch etwas ande­res hilfreiches.

Das Meer zwi­schen die­sem Eiland und der grö­ße­ren, fel­si­gen Insel war ein Zei­chen und Mahn­mal für den neh­men­den Aspekt von Or-Koris: Min­des­tens sie­ben Schif­fe lagen auf den Rif­fen, wel­che die Insel schütz­ten. Vor­sich­tig began­nen wir uns mit dem Ruder­bot der Stel­le zu nähern, wo wir eine Rui­ne eines Leucht­turms aus­ma­chen konnten.

Als wir näher kamen, schien hin­ter einer Klip­pe Licht her­vor, und ein Stück wei­ter konn­ten wir dann sehen, dass qua­si ein klei­nes Dorf an die Fels­wand gebaut wor­den war. Dar­un­ter befand sich ein Anle­ge­platz und eine Höh­le, und uns war sofort klar, das wir, sofern wir uns nicht end­gül­tig der Pira­te­rie ver­schrei­ben woll­ten, nicht die­se Sied­lung von Men­schen und Dra­gos angri­fen würden.

Da die sons­ti­gen Fel­sen der Insel wenig ein­la­dend schie­nen, beschlos­sen wir noch die Insel zu umrun­den, dann aber wahr­schein­lich unse­rer Wege zu zie­hen. Am ande­ren Ende der Insel konn­ten wir noch einen klei­ne Bucht, die einem Ruder­bot das Anle­gen ermög­li­chen wür­de erken­nen, und beschlos­sen nun in Ruhe auf unse­rem Schiff noch ein­mal über alles nachzudenken.

12

Apr

by Carsten

Calar Dio­me­dea warf sich in sei­ner Hän­ge­mat­te unru­hig hin und her. Nur mit Mühe hat­te er in die elfi­sche Medi­ta­ti­on fin­den kön­nen, und selbst die­se brach­te ihm nicht die gewöhn­li­che Ruhe. Die Wor­te des klei­nen Halb­lings mit dem gro­ßen Her­zen hall­ten in sei­nem Kopf wie­der „Man kann die­se armen Skla­ven doch nicht ein­fach ihrem Schick­sal über­las­sen, was sagt dein Gott dazu?“ — „Das Meer gibt, und das Meer nimmt“, hat­te Calar mit einem Ach­sel­zu­cken geantwortet.

Wie­der und wie­der fuh­ren die Wor­te von Fer­gus und sei­ne eige­ne Ant­wort über Calar hin­weg. Hin und her, wie die Wel­len des Mee­res. Das Meer gibt… das Meer nimmt…

Rau­schend brei­te­te sich das end­lo­se Was­ser unter dem Alba­tross Calar aus. In kei­ner Him­mels­rich­tung war Land zu sehen, und nichts ande­res erwar­te­te er. Calar war an einem per­fek­ten Ort, so nah an Or-Koris wie nie zuvor. Plötz­lich erblick­te er eine Insel in Or-Koris‘ Meer. Neu­gie­rig flog er näher, ver­wun­dert was das zu bedeu­ten habe. Auf der Insel sah Calar eine Gestalt, huma­no­id, und in Roben gewan­det. Ein Pries­ter von Or-Koris. War­um war die­ser auf einer Insel, frag­te sich Calar, da bemerk­te er, dass aus den Ärmeln der Robe Sand rieselte.

Der Pries­ter, abwe­send oder gar exta­tisch damit beschäf­tigt die hei­li­gen Ges­ten zu voll­füh­ren, merk­te gar nicht, dass er beim Beten und Lob­prei­sen den Sand ver­streu­te, und die Insel lang­sam grö­ßer wur­de. Bald begann sich um den Pries­ter gar ein Tem­pel zu erhe­ben, und Calars Herz froh­lock­te, denn es war der grö­ße und schöns­te Tem­pel zu Or-Koris Ehren, den er je gese­hen hat­te. Nun wür­de sich Or-Koris nicht mehr hin­ter Ele­gil ver­ste­cken brau­chen, oder hin­ter ande­ren „Hei­li­gen“ zurückstehen!

Und schon war der pracht­vol­le Tem­pel fer­tig­ge­stellt. Der Pries­ter begann den Segen zu spre­chen, der den Tem­pel Or-Koris über­ge­ben soll­te, als Wind auf­kam, und mäch­ti­ge Wel­len das Fun­da­ment umspül­ten. Bevor sich das Ent­set­zen ganz in Calar dem Alba­tross aus­ge­brei­tet hat­te, war der prunk­vol­le Schrein zer­fal­len, die Insel in den Wel­len versunken.

Ver­ständ­nis­los dreh­te er sei­ne Krei­se über den über­spül­ten Rui­nen. War­um hat­te Or-Koris den Tem­pel zerstört?

Calar wach­te schweiß­ge­ba­det auf. Auf­ge­bracht ging er an Deck um sich vor­sich­tig der Reling zu nähern. Sein Blick streif­te über die Küs­te, über den Him­mel und blieb letzt­end­lich doch an den Wel­len hän­gen, in denen sich schwach das Ster­nen­licht wie­de­spie­gel­te. Was woll­te ihm sei­ne Visi­on sagen? War Or-Koris erzürnt?

Nach einer gan­zen Wei­le glaub­te er zu ver­ste­hen. Das Meer gibt, das Meer nimmt. Nicht der Mensch. Der Pries­ter in sei­nem Traum hat­te sich ange­maßt zu ent­schei­den, etwas zu geben. Dabei gab es einen guten Grund, war­um nur Schif­fe zu Tem­peln von Or-Koris gemacht wur­den. So blieb die Ent­schei­dung letzt­end­lich in der Hand des Got­tes. Und genau­so war es anma­ßend, die Lebe­we­sen im Lade­raum als Skla­ven zu hal­ten. Nur die Göt­ter, oder die Lebe­we­sen selbst hat­ten das Recht, über ihr Schick­sal zu ent­schei­den. Der Dra­go durf­te nicht ein­fach nehmen.

Ele­gils Edikt gegen die Skla­ve­rei stand im Ein­klang mit Or-Koris Geset­zen, und viel­leicht war es sogar die Ver­bin­dung mit den ande­ren Mit­glie­dern der Hei­li­gen Fami­lie, die Or-Koris zu dem mach­te, was Calar beein­druck­te. Denn war nicht auch der Alba­tross zwar eine Krea­tur von Or-Koris, aber gleich­zei­tig ein Bote an den Erz­engel Dre­kon? Die­se Dra­gos scher­ten sich kein biß­chen um die Geset­ze oder den Glau­ben der Cata­rer, und das zeig­ten sie deutlich…

Wir saßen gra­de noch im Mes­ser­haus und über­leg­ten uns, wie wir denn jetzt an die von den Dra­gos gefor­der­ten 40 Gold kom­men wür­den, als Or-Koris die Fra­ge beant­wor­te­te. Das Meer gab, und zwar den (mensch­li­chen) Kapi­tän eines schnel­len Dra­go-Schiffs, der bereit war uns für etwas Hil­fe bei einem kur­zen Unter­fan­gen mit Pira­ten recht­zei­tig und ent­lohnt zum ver­pass­ten Schiff zu brin­gen. Ein so gutes Ange­bot konn­ten wir nicht ableh­nen, und auch die ande­ren erkann­ten den Wink von Or-Koris und so gin­gen wir an Bord der Schwarz­per­le. Es schien, als hät­ten ein paar ein­fa­che See­räu­ber durch einen glück­li­chen zufall einen gro­ßen Schatz in Form von 4 Kis­ten aus­ge­rech­net den Dra­gos gestoh­len. Der Kapi­tän hat­te gute Infor­ma­tio­nen über das Ver­steck der Die­be, und wir ver­such­ten deren Schiff noch vor Errei­chen des Ver­stecks abzufangen.

Das Abfan­gen gelang auch, aber die Geg­ner konn­ten sich mit Hil­fe einer Arba­les­te und einer Art Trei­ban­ker-Bol­zen unse­rer fast erweh­ren, bis Fer­gus völ­lig toll­kühn (wahr­schein­lich von den Dra­gos und deren Kapi­tän ange­spornt) sich in die Segel der Fein­de kata­pul­tie­ren ließ und die­se ent­zün­de­te. beim Ver­such der Pfeil-Ant­wort der Besat­zung zu ent­ge­hen wär­ten dann nicht nur er, son­dern auch der Kapi­tän um ein Haar zu Or-Koris geholt wor­den, aber es war wohl noch nicht an der Zeit und mein Gott erwies sich gnä­dig. Das feind­li­che Schiff gestellt, stell­ten wir fest das sich dar­auf nur eine Not­mann­schaft befand, um Ver­fol­ger (wie uns) von dem gestoh­le­nen Schiff mit der Beu­te abzulenken.

Also muss­ten wir doch in Rich­tung des Ver­stecks wei­ter­rei­sen. Von der gefan­ge­nen Mann­schaft über alle wich­ti­gen Details infor­miert segel­ten wir im schut­ze der Däm­me­rung auf dem Pira­ten­schiff an das ver­miss­te Schiff her­an. Zügig über­wäl­tig­ten wir die Wachen, aber der Wach­pos­ten auf einem Holz­turm auf der Insel bemerk­te uns und schlug Alarm. Wir setz­ten schleu­nigst zur Insel über und bemerk­ten sofort die Spur vor etwas, was wir für die besag­ten vier Kis­ten Beu­te hiel­ten. Die­se füh­re uns, neben einer gekapp­ten Brü­cke, wel­che uns nicht lan­ge auf­hielt, an den ande­ren Strand der Insel, wo wir die Gau­ner stell­ten, bevor sie sich davon machen konn­ten. Der Kapi­tän besieg­te den Geg­ner im Duell und wir waren um einen ordent­li­chen Anteil der Beu­te rei­cher. Nach einem kur­zen Stopp um die Beu­te los­zu­wer­den bei dem wir uns mit Heil­mit­teln aus­rüs­te­ten und auch glück­li­cher­wei­se dar­an dach­ten unse­re ver­spro­che­ne Beloh­nung im Rilos-Tem­pel abzu­ho­len, ging es dann end­lich auf zur Per­le der Süd­see, und damit in unbe­kann­te Gewässer…

Der Dra­go-Kapi­tän der Per­le war weni­ger glück­lich über uns als Pas­sa­gie­re, als wir erwar­tet hät­ten, aber wahr­schein­lich lag das beson­ders dar­an, dass wir nun dank unse­res Han­dels nicht als zah­len­de Gäs­te mit­fuh­ren. Nach ein paar Tagen bemerk­ten wir, dass der Dra­go, wie es bei den Dra­gos üblich ist, Skla­ven an Bord hat­te. Mir und Kiir­i­on war nach einem kur­zen Gespräch mit den Gefähr­ten klar, dass die­se mit ihren hek­ti­schen Natu­ren die Situa­ti­on nicht ange­mes­ser beur­tei­len konn­ten, wes­we­gen wir Elben erst ein­mal unter uns plan­ten. Eini­ge Besu­che unter Deck zeig­ten mir den Gesund­heits­zu­stand und die Anzahl der Skla­ven, und nach eini­ger Augen­wi­sche­rei auch, dass ein paar Elben-Skla­ven vor mei­nen Besu­chen in der Brig ver­steckt wurden.

Mit jeder Stun­de ent­fern­ten wir uns wei­ter von der uns gewohn­ten Gegend, was wir auch an selt­sa­men Rie­sen­fi­schen und noch unge­wöhn­li­che­ren Mee­res­ge­tier wie einem See­dra­chen bemerk­ten. Die­se schie­nen sich aber glück­li­cher­wei­se damit zu begnü­gen in unse­rem Heck­was­ser von unse­ren Abfäl­len zu leben. Ich war mir ziem­lich sicher, dass Or-Koris mir sagen woll­te, das dies nun­mal der Gang des Lebens sein, und es immer eine­ne grö­ße­ren Fisch gäbe, aber wäh­rend ich die Wun­den der Gefan­ge­nen ver­sorg­te und ihnen Mut zusprach war mir den­noch ob ihres Schick­sals unwohl.

Wir alle ver­such­ten Infor­ma­tio­nen zu sam­meln, wie lan­ge sie Skla­ven an Bord blei­ben wür­den, und was noch so auf uns zukom­men wür­de. Uns wur­de klar, dass wir die Skla­ven, wenn wir denn etwas unter­neh­men woll­ten, inner­halb der nächs­ten 2–3 Wochen ange­hen müss­ten, da sie danach an einem Hafen auf dem Weg ver­kauft wer­den soll­ten. Sie aus dem Schiff zu schmug­geln oder frei­zu­las­sen erschien, auch auf­grund der gefähr­li­chen Unge­heu­er im Was­ser, kei­ne erfolg­ver­spre­che­ne Opti­on, aber zum Glück stell­ten wir fest, dass ein Groß­teil der Gefan­ge­nen See­leu­te waren, die uns sicher mit dem Schiff hel­fen kön­nen wür­den, wenn wir es dar­auf anle­gen wür­den. Kiir­i­on und ich offen­bar­ten den ande­ren unse­ren Plan kurz nach­dem wir die Mee­resen­ge zum Gif­ti­gen Meer durch­quert hatten.

Wir wür­den die Dra­go-Mann­schaft mit Hil­fe von Kräu­tern unter Dro­gen set­zen oder sogar betäu­ben und dann mit dem Schlüs­sel vom Quar­tiers­meis­ter die Gefan­ge­nen befrei­en. Dann könn­ten wir uns der Dra­gos ent­le­di­gen, und mit den befrei­ten Skla­ven die wei­ter­rei­se antreten.

Lei­der sahen unse­re Gefähr­ten, jeder für sich, die Sache unter­schied­lich, und jetzt dis­ku­tie­ren wir immer noch was die bes­te Her­an­ge­hens­wei­se ist. Ich den­ke, dass wir die Skla­ven nicht vom Schiff bekom­men, ohne es uns mit den Dra­gos zu ver­scher­zen, und des­we­gen die­se aus­schal­ten müs­sen. Wie­gand möch­te, ob des Ver­trau­ens in die See-Kennt­nis der Dra­gos, lie­ber mit die­sen wei­ter­se­geln. Ich den­ke ja das der Navi­ga­tor-Skla­ve uns genau­so gut die Rich­tung wei­sen wür­de, und fin­de es sowie­so selt­sam, wo Wie­gand doch immer sagt, dass wir gar kei­ne Auf­ga­be auf Bata­ar haben, war­um er jetzt gegen die poten­ti­el­le Über­nah­me des Schif­fe ist. Wir wer­den am bes­ten dar­über schla­fen und dann weitersehen…

Früh­som­mer, Jahr 258 des Lich­tes, immer­noch im Messer­haus in Catar

Jonas der Anfüh­rer der Elbi­schen Händ­ler­aben­teu­rer in Catar, hat­te nicht zuviel ver­spro­chen. In einer guten Geschich­te erzähl­te er uns vom Schick­sal der Wel­len­schlag als Trup­pen­trans­por­ter von Catar nach Myran­dia wäh­rend des Befrei­ungs­krie­ges. In den Wir­ren des Krie­ges soll sie dann gegen 1 d.L. irgend­wo vor Myran­dia von Or-Koris geholt wor­den sein.

Wahr­schein­lich kam uns das Gan­ze nicht vor, aber zuerst woll­ten wir wei­te­re Infor­ma­tio­nen sam­meln. Er ver­sprach uns eine Beloh­nung, soll­ten wir Infor­ma­tio­nen dar­über fin­den, wie die Unto­ten und Hexer auf das Schiff gekom­men seien.

Peter Sor­gus, der jun­ge Magus in der Aka­de­mie-Biblio­thek, wuss­te wie­der­um zu berich­ten, dass der Mot­ten-Klan seit dem Befrei­ungs­krieg aus­ge­stor­ben oder zumin­dest ver­schwun­den sei. Das letz­te Lebens­zei­chen war ein Steck­brief für Der­kan Staub­flü­gel aus ca 2 d.L. Die Runen auf dem Stein deck­ten sich wohl mit wel­chen, die auch der Raben­klan benutzte…

Wirk­lich wei­ter kamen wir hier also auch nicht, und so beschlos­sen wir, uns mit der Inqui­si­ti­on, den Hexen­jä­gern ein­zu­las­sen. Wäh­rend Fer­gus und ich weit weg von Or-Koris in der Biblio­thek waren, hat­te Or-Koris aller­dings bei dem Rest der Grup­pe noch eine Infor­ma­ti­on ange­spült. Ein See­fah­rer aus dem fer­nen Bata­ar hat­te der Grup­pe einen Talis­man gezeigt, wel­cher gegen Unto­te hel­fen soll­te und ganz offen­sicht­lich ein Mot­ten­zei­chen trug. Bei den Hexen­jä­gern in Rilos-Tem­pel konn­te man uns erst ein­mal damit über­ra­schen, dass man schon alles wuss­te, was wir sowohl in Gor­ne­mün­de wie auch in Catar unter­nom­men hatten.

Wahr­haf­tig unauf­fäl­li­ge Gesel­len müs­sen das sein, wenn sie den Augen von zwei Elben ent­ge­hen konn­ten! Der Hexen­jä­ger, der uns amp­fing konn­te uns noch berich­ten, dass der Hexen­jä­ger der um die Zei­ten­wen­de den Mot­ten­klan fast eigen­hän­dig aus­ge­rot­tet hat­te der legen­dä­re „Uri­as der Berg“ war. Alle bis auf einen Hexer, näm­lich den auf dem Steck­brief genann­ten Staub­flü­gel, hat­te er zur Ste­cke gebracht. Sei­ne Erfah­run­gen hat­te er in den Jah­ren vor den Befrei­ungs­krie­gen bis 14 d.L. getä­tigt, und eine Abschrift sei­nes Tage­buchs beka­men wir auch aus­ge­hän­digt. Lei­der war der Hexen­jä­ger, wie vie­le sei­ner Zunft, äußerst vor­sich­tig und vol­ler Miss­trau­en: Das Buch, wel­ches er im Tem­pel abge­lie­fert hat­te bevor er auf eine letz­te Rei­se in die Hex­er­rei­che zur Raben­bucht gegan­gen war, von der er nie wie­der­kehr­te, war größ­ten­teils kodiert und das Schlüs­sel­wort unbekannt.

Wir beka­men eine Lis­te der schon aus­pro­bier­ten Wor­te und  den Segen Ele­gils mit auf den Weg und dann liess man uns damit wie­der hin­aus. Wirk­lich schlau­er waren wir damit nicht, aber lang­sam schie­nen sich die Vor­gän­ge zumin­dest leicht aus dem Nebel der Ver­gan­gen­heit zu erhe­ben. Hof­fent­lich wür­den sich die Din­ge nicht als Sand­bank entpuppen!

Unser letz­ter Anlauf­punkt war der Kult der (gott­lo­sen) Neun Alta­re. Dort tra­fen wir zu unse­rer Über­ra­schung auf Sir Kin­s­bane, der uns ja schon in Gor­ne­mün­de begeg­net war. Wir woll­ten uns mit ihm aus­tau­schen, um dafür zu sor­gen, dass den Hexern auf jeden Fall das Hand­werk gelegt wer­den wür­de, aber beson­ders infor­ma­tiv war die Unter­hal­tung nicht. Ein­zig das 900 Sol­da­ten unter Admi­ral Min­tel­berg auf den Schif­fen waren, war uns neu. Über­ra­schend war für uns, dass wir danach das Gefühl hat­ten, von den Gefähr­ten die­ses Rit­ters ver­folgt zu wer­den. Wohin das füh­ren wird, wer­den wir sehen.

Ein wei­te­rer Besuch in der Biblio­thek zeig­te und nur eine unbe­kann­te Rune, wel­che wohl kei­ne Hexer-Rune war, Details konn­ten wir aber erst am nächs­ten Tag mit Peter klä­ren, da die­ser schon Fei­er­abend gemacht hatte.

Über­ra­schen­der­wei­se war die Rune eine cibo­la­ni­sche zur Navigation!

Am fol­gen­den Tag liess sich ansons­ten nicht mehr viel klä­ren, bis wir auf die Idee kamen, den Feu­er­stein­dolch und die Mün­zen, wel­che wir auf dem Schiff gefun­den hat­ten auch noch zu unter­su­chen. Und tat­säch­lich, die Mün­zen stell­ten Geros Six­ta­ris dar, den cibo­la­ni­schen Ent­de­cker der Süd­see, und waren auf jeden Fall nach 10 d.L geprägt wor­den. Damit muss­te das Schiff noch Jah­re nach sei­nem angeb­li­chen Unter­gang in Gebrauch von Cibola­nern gewe­sen sein. Nur wo war es so lan­ge gewesen?

Raben­bucht oder Bata­ar sind nun unse­re ein­zi­gen ver­blie­ben­den Anhaltspunkte…

Früh­som­mer, Jahr 258 des Lich­tes, im Mes­ser­haus in Catar

Ich habe Gor­ne­mün­de und das Meer hin­ter mir gelas­sen. 100%ig wohl füh­le ich mich damit nicht, aber immer­hin ist der Gorn ja auch ein gro­ßer Pfad zu Or-Koris.

Nach­dem uns vom Sieg über die Unto­ten auf der Kauf­manns­in­sel berich­tet wur­de, sahen wir uns noch ein wenig um, ob unse­re Hil­fe dort benö­tigt wer­den wür­de. Dies schien nicht der Fall, und das Tra­gen von Stei­nen und Bal­ken sahen wir nicht als unser Schick­sal an. Auch in der Fes­tung der sie­ben Magie­re war man zwar damit beschäf­tigt, die Hex­er­ru­nen des magi­schen Stein zu ent­zif­fern, benö­tig­te aber über unse­ren Hin­weis auf die Mot­ten hin­aus auch kei­ne Unter­stüt­zung. Wei­ter­le­sen

Früh­som­mer, Jahr 258 des Lich­tes, im Gorneck in Gornemünde

Das Meer, es ruft mich. Or-Koris hat ein Rät­sel für uns bereit­ge­stellt und ich habe ihm die See­len gebracht. Aber ich grei­fe vor­aus. Wir sind jetzt schon eini­ge Zeit auf die­sem elbi­schen Geis­ter­schiff. Ich habe zu Or-Koris gebe­tet, und habe erkannt, dass es mei­ne Auf­ga­be ist, alle ruhe­lo­sen Lei­ber, die auf dem Meer, aber nicht im Meer gestor­ben sind, die­sem zuzu­füh­ren. Der Admi­ral war, wie es sich für einen Anfüh­rer gehört, der ers­te, und die ande­ren wer­den fol­gen. Mit dump­fem Plat­schen fal­len die Kno­chen über Bord und ver­schwin­den im Meer, in Or-Koris Armen…

Wir haben noch mehr zu erkun­den. Eine Kam­mer im Schiffs­rumpf, selt­sam ver­klei­de­te Wän­de — kei­ner von uns traut sich so rich­tig, dies zu unter­su­chen. Mot­ten! wir haben Mot­ten auf­ge­scheucht — und zwar Hex­er­mot­ten — was auch immer das bedeu­tet? Sind die­se die Quel­le der Unto­ten? Wir haben Feu­er gelegt in ihrem Nest, nach­dem ein paar an uns vor­bei, hin­aus in die Welt geflo­gen sind. Unse­re Zeit das Schiff zu erfor­schen wird damit knapp. Wei­ter­le­sen