16

Feb

by JollyOrc

Die Wel­len­schlag soll­te der Stolz der Callo­pie­ra-Sip­pe sein. Shardus Callo­pie­ra, der Patron woll­te sei­nen vie­len Kin­dern, Nef­fen und Nich­ten ein Zuhau­se auch auf dem Gif­ti­gen Meer bie­ten.

Zwei sei­ner Söh­ne wur­den in der Zeit zwi­schen Kiel­le­gung und Sta­pel­lauf erwach­sen, so gewal­tig wur­de das neue Heim. Über zwei Rümp­fen aus Holz und Schaum spann­te sich die gro­ße Platt­form. Zuerst war sie nichts wei­ter als eine Ödnis aus gezim­mer­tem Holz, doch schon nach der ers­ten Über­fahrt begann der neue Heim­wald auf ihr zu wach­sen. Die Callo­pie­ras woll­ten über­all auf den Mee­ren Zuhau­se sein, und so bestand ihr Heim­wald auch aus den ver­schie­dens­ten Pflan­zen und Tie­ren.

Zwei der kur­zen Men­schen­le­ben spä­ter galt die Wel­len­schlag als einer der schöns­ten Han­dels­rie­sen, und sie war sicher­lich der größ­te von ihnen. Anders als die meis­ten ihrer Art war sie jedoch schwer­fäl­lig und ver­gleichs­wei­se lang­sam. Es brauch­te lan­ge bis sie in irgend­ei­ne Rich­tung Fahrt auf­nahm, und ihre Patro­ne hat­ten Mühe den Kurs kurz­fris­tig zu ändern.

Die bei­den Begleit­schif­fe Schaum­kro­ne und Untie­fe wur­den stets von den zwei ältes­ten Söh­nen des jewei­li­gen Patrons befeh­ligt. Mit ihnen wur­den die Häfen der ver­schie­de­nen Sied­lun­gen ange­fah­ren, wäh­rend die Wel­len­schlag lang­sam wei­ter auf ihrem eige­nen Kurs trieb.

Es heisst, der letz­te bekann­te Patron der Callo­pie­ras, Diga­roff Callo­pie­ra sei ein aus­ge­mach­ter Men­schen­freund gewe­sen. Und ent­ge­gen der sons­ti­gen Gepflo­gen­hei­ten der Händ­ler­aben­teu­rer ergriff er sogar am Ende sogar für eini­ge von ihnen Par­tei: Es war am Ende des Unab­hä­nig­keits­krie­ges, als Diga­roff sogar den Cibola­nern erlaub­te eini­ge Trup­pen­ver­bän­de auf der Wel­len­schlag zu trans­por­tie­ren. Gan­ze 100 Neu­ner­grup­pen soll­ten von Catar nach Myran­dia ver­schifft wer­den, um dort in der letz­ten Schlacht gegen den Pro­phe­ten und sei­ne Trup­pen zu kämp­fen.

Dies war das letz­te Mal, dass man die Wel­len­schlag sah. Wir Händ­ler­aben­teu­rer glau­ben, dass sie beim Fall von Myran­dia mit zer­stört wur­de. Es ist eine bit­te­re Lek­ti­on für alle von uns: Wer sich in die Belan­ge der Sterb­li­chen ein­mischt, gerät in die Sterb­lich­keit…

8

Feb

by JollyOrc

Wie ein Lauf­feu­er ver­brei­te­te sich die Nach­richt durch die gebeu­tel­te Stadt: Vier Hel­den sei es gelun­gen nicht weni­ger als ein knap­pes Dut­zend Men­schen von der Todes­in­sel zu befrei­en.

Bis zur Magier­fes­te konn­te man den Jubel hören, als Sir Kins­bane mit sei­nen drei Freun­den das bis dahin ver­sperr­te Tor zwi­schen Kauf­manns­in­sel und Per­len­brü­cke auf­stiess.

Die Insel ist sicher!“ ver­kün­de­te Sir Kins­banes Knap­pe Oeric auf Geheiß sei­nes Her­ren. „Die Unto­ten sind besiegt!“

Zwei Tage und zwei Näch­te muss­ten die Fami­li­en Han­sons, Ree­sen­ba­cher und von Gnor­ren­stein im Kel­ler eines ein­ge­stürz­ten Lager­hau­ses aus­hal­ten. Ihre Ret­tung haben sie sowohl dem Gebell Flo­ckis, dem Hund der jüngs­ten Toch­ter von Gnor­ren­steins wie auch dem fei­nen Gehör von Nemi­se zu ver­dan­ken.

Nemi­se Mephis­ta hör­te das Anschla­gen des Hun­des, obwohl sie und ihre Gefähr­ten gera­de gegen eine Hor­de Ske­let­te und Zom­bies kämpf­ten. Und es war Pala­din Boe­thi­us schier über­mensch­li­che Kraft die die letz­ten Trüm­mer bei­sei­te schuf. Nur die­sen vier Hel­den konn­te es wohl gelin­gen, nicht nur die drei Fami­li­en sicher von der Todes­in­sel zu schaf­fen, son­dern dabei auch noch die rest­li­chen Unto­ten von dort zu ver­trei­ben.

Es heisst, dass Pala­din Boe­thi­us und Sir Kins­bane den Obers­ten der Unto­ten ver­nich­te­ten. Kurz danach zer­fie­len die rest­li­chen Ske­let­te in ihre Bestand­tei­le.

Die Ske­lett­h­or­den sind besiegt! Ihr könnt in Eure Häu­ser zurück­keh­ren!“

26

Jan

by JollyOrc

Jonas stöhn­te lei­se. Das gebro­che­ne Bein schmerz­te unheim­lich, den­noch kam er lang­sam wie­der zu Bewusst­sein. Zu sei­nem Erstau­nen fand er sich gar nicht mehr auf der Kron­prinz Dar­in wie­der, son­dern auf einer klei­nen Scha­lup­pe. Über sich sah er nur die Bord­wand des frü­he­ren Stolz der Gor­ne­mün­der Mari­ne, zu sei­ner rech­ten das offe­ne Süß­was­ser­meer.

Nur weg von die­sem Schre­ckens­schiff, dach­te er sich, als er has­tig die Sei­le mit sei­nem Mes­ser durch­trenn­te…

18

Jan

by JollyOrc

Musik­un­ter­ma­lung für das Intro:

Die Glo­cken des Ele­gil-Doms läu­ten Trau­er. Der Erz­engel Dre­kon muss in tiefs­ter Trau­er wei­nen.

Ansons­ten liegt eine blei­er­ne Stil­le über Gor­ne­mün­de. Alle Märk­te sind geschlos­sen, und aus dem Kauf­manns­vier­tel hört man nur das Knir­schen von zer­fal­len­den Häu­sern. Gele­gent­lich treibt der Wind noch das Stöh­nen ver­ein­zel­ter Über­le­ben­der über das Was­ser. Die has­tig rekru­tier­ten Miliz­trup­pen patroul­lie­ren unru­hig ent­lang der Ufer­pro­me­na­den, ängst­lich auf das Was­ser schau­end.

Ein Schat­ten hat sich über die einst so stol­ze Stadt der sie­ben Magi­er gelegt. Und wer weiß, ob er je wie­der getilgt wer­den kann. Doch es gibt Hoff­nung — eini­ge Flücht­lin­ge erzäh­len, wie sie in letz­ter Sekun­de von muti­gen Män­nern aus den Klau­en der Unto­ten befreit wur­den. Und man schwört sich Rache, Rache an dem, der die­ses Schick­sal über die Stadt hat her­ein­bre­chen las­sen…

27

Okt

by Carsten

Röt­li­che Blät­ter wehen im Wind wie See­len auf der Suche nach Erlö­sung. Wie eine Klad­de mei­ner Träu­me ist es, das Land in woh­li­ge Herbst­däm­me­rung getaucht. Reich an gol­de­nem Him­mel, saf­ti­gen Wie­sen, rau­schen­den Bächen fühlt es sich an wie die Lein­wand eines Künst­lers.

Dar­über hin­aus spür­te ich Visio­nen grau­en­vol­len Unter­gangs. Eine Deko­ra­ti­on, nur eine Fas­sa­de, die end­lo­se Herbst­däm­me­rung. Ver­zweig­te Bäu­me rei­chen mit ihren Wur­zeln tief in fau­li­ge Erde, und sau­gen alles Gute hin­aus.

Leich­na­me in den Büschen, ihre auf­ge­dun­se­nen Über­res­te lang­sam vom Land ver­schlun­gen. Und in jeder Ecke die­ser gott­lo­sen Gegend lau­ern grau­sa­me unna­tür­li­che Beu­te­tie­re, wäh­rend sich das Gras über das Land streckt wie pul­sie­ren­de Adern, Seh­nen, die sich durch das leben­de Land zie­hen, vol­ler Gier nach den Wesen, die nichts­ah­nen auf sei­nem Rücken her­um­spa­zie­ren.

Klei­ne schwar­ze see­len­lo­se Augen flie­gen durch die Luft. Klei­ne schnell­flü­ge­li­ge Fle­der­mäu­se schwin­gen sich durch den kla­ren Him­mel, flie­gen­de Rasier­mes­ser die dar­auf war­ten her­un­ter­zu­sto­ßen. Als sie vor­bei­flie­gen sehe ich schar­fe, blut­ver­schmier­te Zäh­ne und ein dämo­ni­sches Lächeln. Sie sind beglei­tet von einem omi­nö­sen Pfei­fen, die Herr­scher der Lüf­te, und mei­ne See­le zit­tert.

Geis­ter­haf­te Die­ner ohne Herz oder See­le, die Visa­gen unter Kapu­zen ver­steckt, patrouil­lie­ren das Land. Ein Blick ihn ihre leb­lo­sen Gesich­ter wür­de einem sicher­lich den letz­ten Ver­stand rau­ben. Aber selbst ihre Arme las­sen schlie­ßen, dass sie nur grob zusam­men­ge­näht sind wie eine bil­li­ge Fli­cken­de­cke. Die Res­te toll­wü­ti­ger Lei­chen, neu zusam­men­ge­fügt, sam­meln sich und leben wie Tie­re, und kämp­fen unter­ein­an­der um Über­le­gen­heit. Die­se Aus­ge­bur­ten der Höl­le trach­ten nach mei­nem Leben, sie sam­meln sich an Pfa­den in den Hügeln und an Was­ser­stel­len, wo sie mir lau­ern.

Dem Pfad wei­ter hin­ab wird es dunk­ler. Die Schat­ten schlu­cken ihre Umge­bung und wie­der den Regeln von Logik und ver­stand ver­schwin­det die Welt. Es scheint als läge der Sinn in der Dun­kel­heit selbst. Wie Adel, der die Nacht regiert, die ewi­ge Dun­kel­heit zwi­schen den Ster­nen

Sie ist es, die ewi­ge Gelieb­te der Schat­ten…

Aaron

27

Okt

by Carsten

Jakob,

ich hof­fe die­ser Brief erreicht dich, wo auch immer du gra­de dienst. Ich muss dich vor Mir­jam war­nen. Sie ist völ­lig beses­sen von Vaters alten Büchern, seit du das Haus ver­las­sen hast. Sie meint, dass sie viel­leicht ent­de­cken kann, wozu du nicht in der Lage warst. Sie wird immer zurück­hal­ten­der und para­noi­der. Ent­we­der schließt sie sich in ihrem neu­en Arbeits­zim­mer ein, oder ver­lässt die Anla­ge zu Pferd. Ich weiß, dass sie Kon­takt zu Frem­den hat. Ich fürch­te sie bringt Außen­sei­ter in die Fami­li­en­sa­che hin­ein. Und ich glau­be nicht, dass wir unnö­ti­ge Auf­merk­sam­keit gebrau­chen kön­nen.

Ich hof­fe du weißt, dass sie die letz­te ist, die wir nah der Stei­ne haben wol­len. War­um hast du uns ver­las­sen? Ich kann den Fluch spü­ren, wie er nach uns greift. Glau­be nicht, dass du ent­kom­men kannst. Du musst zurück kom­men. Ver­dammt Jakob! Du hast uns in die­se Ver­damm­nis geführt und bist ein Feig­ling, weil du nicht hier bist. Kannst du das Flüs­tern hören? Kei­ne Ent­fer­nung wird rei­chen. Ich habe auch ver­sucht zu ent­kom­men, aber selbst in den Slums von Lan­nis­ha­fen oder den Opi­um­höh­len der Dra­chen­hofs hör­te ich es noch. Mir ist inzwi­schen alles klar – es steckt in uns!

Es wird nicht lan­ge dau­ern, bis auch die die Schwel­le über­schrei­test, Bru­der!

Aaron, 17.2.253 dL (wer es glaubt)

27

Okt

by Carsten

Bru­der Tris­tan ver­hält sich selt­sam. Ich habe ihn seit Wochen nicht gese­hen, aber ich erin­ne­re den Nach­mit­tag, an dem es anfing. Wir waren auf dem Fest­land, um Vor­rä­te für den Win­ter zu kau­fen. Er kam mit einem stau­bi­gen schwar­zen Buch zurück, das er gefun­den hat­te. Es schien harm­los, aber ich spür­te eine unna­tür­li­che Kraft dar­in.

Ich dräng­te ihn es dem Obers­ten zu zei­gen, aber er zöger­te. Er sag­te, dass man viel­leicht in der Gegend noch mehr fin­den kön­ne. Es sol­le Höh­len in der Gegen geben und Spu­ren, viel­leicht mehr Din­ge die ihm Macht geben. Ich habe ihn seit­her nicht wie­der­ge­se­hen. „

Die­se Geschich­te habe ich aus einer selt­sa­men Samm­lung von loka­len Legen­den Ich fra­ge mich ob das Buch das berüch­tig­te „Schwar­ze Buch“ ist, von dem in eini­gen Tex­ten über Ket­ze­rei steht. Angeb­lich ver­leiht es dunk­le Kräf­te. Die Pira­ten­pla­ge der Gegend soll sich so lan­ge gehal­ten haben, weil sie die­ses Buch besa­ßen. Viel­leicht ist da Buch kei­ne Legen­de?

Pries­ter Patrick

27

Okt

by Carsten

Ich hof­fe irgend­wer wird die­se Auf­zeich­nun­gen eines Tages fin­den. Irgend­je­mand den die Göt­ter schi­cken mei­ne Auf­ga­be zu been­den, denn ich fürch­te ich habe nicht mehr lan­ge, bevor ich vor St. Dre­kon ste­he. Ich suche eine Magi­sche Waf­fe, die Trollaxt. Ich fürch­te, dass sie in die Fal­schen Hän­de gefal­len sein könn­te… Des­halb ver­su­che ich, die Axt zu fin­den bevor sie aus die­sem Klos­ter gestoh­len wird.

Wie unwahr­schein­lich es auch scheint, habe ich doch eine Ver­mu­tung, wie man an die­se Waf­fe kom­men kann. Es gibt einen Weg zu den Mön­chen zu rei­sen, die hier die Axt bewach­ten. Mei­nes Erach­tens nach waren die Kul­tis­ten sehr begabt, was die Win­de der Magie betrifft. Sie kann­ten Wege, sich über lan­ge Distan­zen per Por­tal zu bewe­gen, aber hier sind sie noch wei­ter gekom­men. Ich ver­mu­te das Por­tal die­ses Klos­ters war, mit den rich­ti­gen Mit­teln nicht nur in der Lage Raum, son­dern auch Zeit zu über­win­den.

Ich weiß nicht genau, wo im Klos­ter das Por­tal zu fin­den ist, aber ich bin mir sicher, dass drei Din­ge von­nö­ten sind, um es zu akti­vie­ren. Ein stei­ner­nes Amu­lett, ein magi­scher Ring mit einer Augen­gra­vur und eine Wind­ro­set­te aus Stein. Die­se müs­sen, mit dem Ritu­al, wel­ches der Obe­re des Klos­ters ver­wahr­te, genutzt wer­den. Ich habe das Amu­lett mit­ge­bracht, und hier in der Nähe ver­steckt, die ande­ren Tei­le hoff­te ich im Klos­ter zu fin­den.

Doch jetzt scheint es, als sei mir das Glück nicht mehr hold. Der Hei­li­ge Uga­ris scheint es nicht gut mit mir zu mei­nen, denn ich habe mir den Fuß gebro­chen. Die­se selt­sa­men, hun­de­ar­ti­gen Wesen, die sich hier her­um­trei­ben, machen mir sor­gen. Ich befürch­te sie ahnen mei­ne Schwä­che und wagen sich jeden Tag näher. Ich fürch­te sie wer­den bald angrei­fen.

Mein Glau­be ist mei­ne Rüs­tung,

Alfred von Koh­ler

15

Okt

by Carsten

Man­che Ver­bin­dun­gen sol­len ent­deckt wer­den, ande­re blei­ben unge­se­hen.

Von man­chen Wel­ten ver­sucht man zu reden, und kann sie nicht ver­ste­hen…

Der alte Vers kommt mir immer wie­der in den Sinn, wel­che Iro­nie. Der rote Him­mel scheint mir ein Zei­chen, ich den­ke ich weiß was für eine Ebe­ne dies ist. Auf jeden Fall ist dies ein beson­ders unge­ord­ne­ter Bereich, ich wer­de ver­su­chen den Zugang zu mar­kie­ren…

Vie­le ver­su­chen die­ses Reich zu kon­trol­lie­ren, sei­ne Ener­gie ist eine Spe­zi­el­le. Bestimm­te Ver­bin­dun­gen exis­tie­ren… aber sie nutz­bar zu machen? Der Turm muss unter Beob­ach­tung blei­ben, bis der Ein­gang unter mei­ner Kon­trol­le ist…

5

Okt

by Carsten

Die alte Macht ist tat­säch­lich hier… Ich kann spü­ren wie sie wächst, wäh­rend die Fami­lie schrumpft. Zehn klei­ne… sie­ben klei­ne… drei klei­ne Halb­lin­ge.

Wie dumm von mir schon zuvor Blut derer von Faust zu ver­gie­ßen. Ha! Es war unbe­deu­tend, aber den­noch… An den Thron des Königs zu tre­ten, ohne Grund oder Ein­la­dung, das wäre unklug. Sie war unbe­deu­tend…

Aber Vio­let­ta, Mar­tin, Wigand, die alte Miner­va und Tarek… Wie konn­te ich nicht vor­her­se­hen, dass sie hier­her kom­men könn­ten? Und die Alte, hin­ter ihr steckt mehr als der ers­te Blick offen­bart – doch Tarek ist auch mehr als er zugibt, ich bin mir sicher. Wie sie es geschafft haben, nicht an der Nacht zu zer­bre­chen?

Ich wer­de sie erwar­ten!

Fos­se Heu­brand