20

Apr

by Carsten

Wir hatten also unser eigenes Schiff. Des Meer hatte gegeben, und zwar gut. Nun mussten wir zusehen wie wir an Vorräte kommen würden. Or-Koris hatte uns sicher in den kleinen Hafen von Trakha geführt, und ehe ich mich versehen hatte, war ich der Verhandlungsführer mit dem lokalen Sprecher.

Nach einigem hin und her (und ein paar Experimenten von Fergus) hatten wir uns geeinigt. Wir waren 280 Gold, 15 Kanonen und das Rezept für Schwarzpulver ärmer und hatten 21 befreite Sklaven hier zurückgelassen. Wir hatten diese natürlich noch einmal auf die Ungewissheit ihres Schicksals hier aufmerksam gemacht, was auch einige überzeugte bei uns zu bleiben, aber diese 21 trennten sich von uns. Hoffentlich würden ihre Seelen zu Drekon finden. Dafür waren wir um Vorräte für einen Monat und einen Laderaum voll Knoblauch reicher.

Unser nächstes Ziel war der sogenannte Stiefelfelsen, ein Versorgungs-Stützpunkt der Dragos, wo wir hofften leichte Beute an Schwarzpulver zu machen. Auf dem Weg erblickten wir noch von weitem eine Meerjungfrau, aber wir konnten sie weit umschiffen, und ich versuchte auch etwaigen Aberglauben mit einem Gebet an Or-Koris im Zaum zu halten.

Als wir die Insel am Horizont erblicken konnten warteten wir erst einmal die Nacht und den Schutz der Dunkelheit ab, um uns dann vorsichtig der Insel zu nähern und bald auf ein Ruderbot zu wechseln. Mit diesem landeten wir erst an einer kleinen Vorinsel an. Dort fanden wir sogar einen vergessenen Vorratsraum, aber sonst weder Spuren noch etwas anderes hilfreiches.

Das Meer zwischen diesem Eiland und der größeren, felsigen Insel war ein Zeichen und Mahnmal für den nehmenden Aspekt von Or-Koris: Mindestens sieben Schiffe lagen auf den Riffen, welche die Insel schützten. Vorsichtig begannen wir uns mit dem Ruderbot der Stelle zu nähern, wo wir eine Ruine eines Leuchtturms ausmachen konnten.

Als wir näher kamen, schien hinter einer Klippe Licht hervor, und ein Stück weiter konnten wir dann sehen, dass quasi ein kleines Dorf an die Felswand gebaut worden war. Darunter befand sich ein Anlegeplatz und eine Höhle, und uns war sofort klar, das wir, sofern wir uns nicht endgültig der Piraterie verschreiben wollten, nicht diese Siedlung von Menschen und Dragos angrifen würden.

Da die sonstigen Felsen der Insel wenig einladend schienen, beschlossen wir noch die Insel zu umrunden, dann aber wahrscheinlich unserer Wege zu ziehen. Am anderen Ende der Insel konnten wir noch einen kleine Bucht, die einem Ruderbot das Anlegen ermöglichen würde erkennen, und beschlossen nun in Ruhe auf unserem Schiff noch einmal über alles nachzudenken.

19

Apr

by Andy

Das muss man den Catareren lassen, wenn es etwas gibt, das sie zum handeln motiviert, das sie beschreibt und definiert, dann ist es der Drang zur Freiheit. Darin sind sie den Elben sehr ähnlich.

Es gibt wenig scheußlicheres als Sklaverei.

Nachdem wir uns also ein paar Wochen lang das Schauspiel der Dragon angeschaut hatten, wurde es Zeit, dass Calan und ich unseren Plan in die Tat umsetzen sollten. Zuerst weihten wir unsere Gefährten ein. Calan und ich hatten beschlossen, dass wir die Sklaven auf diesem Schiff befreien wollten.

Keine Schiffspassage, keine Eile, kein Konkurrenzkampf gegen Ser Kinsbane kann so wichtig sein, als dass man diese Gefangenen der Sklaverei überlassen sollte. Unser Plan war einfach und effektiv. Wir wollten alle Dragos mit Hilfe einer Kräutertinktur vergiften und dadurch unschädlich machen. Danach würden wir die Sklaven befreien und mit ihrer Hilfe weiter nach Batar fahren.

Tatsächlich funktionierte unser Plan erschreckend gut.

Aber so ist es. Wer gegen Sklaverei vorgeht, auf den blicken die Ahnen und wohl auch diese catarischen Erzengel wohlwollend. Fergus erwies sich als unglaublich große Hilfe. Jeder weiß, dass Halblinge reichhaltige Speisen generieren können. Und auch, wenn ich diese Verschwendung mit einem lachenden aber auch einem weinenden Auge sehe, so hat sie hier ihre Wirkung getan.

Fergus bot dem Smutje an, dass er gern in der Küche mit aushelfen könne, und dieser biss sofort darauf an, da es sich wohl heute um den Geburtstag der Captains handelte und er gern auf die Hilfe eines Halblings zurückgreifen würde. So hatte uns das Schicksal also auch den Tag genannt, an dem wir unseren Plan umsetzen sollten. Heute.

Fergus zauberte einen Nachtisch, den die Dragos so schnell nicht vergessen würden. Glücklicherweise hatte ich noch eine Flasche dieses mysteriösen Dragoblutweins bei mir, so dass wirklich kaum jemand diesem Nachtisch widerstehen konnte, nachdem wir Fergus‘ berühmten Brotpudding in diesem Wein getränkt hatten.

Calan nahm den Dragos die Schlüssel und Waffen ab und wir teilten uns auf. Während er unter Deck ging um die Sklaven zu befreien, suchte ich die Waffenkammer, um die Sklaven bewaffnen zu können. Glücklicherweise fand ich neben diesen seltsamen alten cibolanischen Donnerwaffen auch noch die echte Waffenkammer, so dass wir die Befreiten mit Speeren und Säbeln ausstatten konnten.

Vielleicht hatten wir die Menschen etwas unterschätzt, oder aber die wenigen Wochen unter Deck hatten sie doch mehr vergrätzt, als wir Elben dachten. Jedenfalls war es geradezu ein Wunder, dass Calans Silberzunge die Meute davon abhalten konnte sofort alle Dragos niederzumachen. Stattdessen konnten wir die Überlebenden in ein Beiboot bringen und auf See aussetzen.

Nachdem das recht gut funktioniert hatte, war uns klar, dass es jetzt weiter nach Batar gehen würde. Doch weit gefehlt. Ich kann die Sklaven gut verstehen, dass sie gern in ihre Heimat fahren möchten, aber ein paar Monate mehr oder weniger…

So blieb uns also nichts anderes übrig, als eine eigene Mannschaft zu bilden: Wir ernannten Walter flugs zum Kapitän. Ich wurde der erste Maat und Waffenmeister. Wiegand war der Zeugmeister. Fergus wurde der Smutje und Calan… nun er war der Priester.

Wir entschieden also, dass die jenigen, die nicht unter unserer Flagge segeln wollten, am nächsten Hafen austeigen durften. Der Rest würde mit uns nach Batar reisen.

Wir saßen grade noch im Messerhaus und überlegten uns, wie wir denn jetzt an die von den Dragos geforderten 40 Gold kommen würden, als Or-Koris die Frage beantwortete. Das Meer gab, und zwar den (menschlichen) Kapitän eines schnellen Drago-Schiffs, der bereit war uns für etwas Hilfe bei einem kurzen Unterfangen mit Piraten rechtzeitig und entlohnt zum verpassten Schiff zu bringen. Ein so gutes Angebot konnten wir nicht ablehnen, und auch die anderen erkannten den Wink von Or-Koris und so gingen wir an Bord der Schwarzperle. Es schien, als hätten ein paar einfache Seeräuber durch einen glücklichen zufall einen großen Schatz in Form von 4 Kisten ausgerechnet den Dragos gestohlen. Der Kapitän hatte gute Informationen über das Versteck der Diebe, und wir versuchten deren Schiff noch vor Erreichen des Verstecks abzufangen.

Das Abfangen gelang auch, aber die Gegner konnten sich mit Hilfe einer Arbaleste und einer Art Treibanker-Bolzen unserer fast erwehren, bis Fergus völlig tollkühn (wahrscheinlich von den Dragos und deren Kapitän angespornt) sich in die Segel der Feinde katapultieren ließ und diese entzündete. beim Versuch der Pfeil-Antwort der Besatzung zu entgehen wärten dann nicht nur er, sondern auch der Kapitän um ein Haar zu Or-Koris geholt worden, aber es war wohl noch nicht an der Zeit und mein Gott erwies sich gnädig. Das feindliche Schiff gestellt, stellten wir fest das sich darauf nur eine Notmannschaft befand, um Verfolger (wie uns) von dem gestohlenen Schiff mit der Beute abzulenken.

Also mussten wir doch in Richtung des Verstecks weiterreisen. Von der gefangenen Mannschaft über alle wichtigen Details informiert segelten wir im schutze der Dämmerung auf dem Piratenschiff an das vermisste Schiff heran. Zügig überwältigten wir die Wachen, aber der Wachposten auf einem Holzturm auf der Insel bemerkte uns und schlug Alarm. Wir setzten schleunigst zur Insel über und bemerkten sofort die Spur vor etwas, was wir für die besagten vier Kisten Beute hielten. Diese führe uns, neben einer gekappten Brücke, welche uns nicht lange aufhielt, an den anderen Strand der Insel, wo wir die Gauner stellten, bevor sie sich davon machen konnten. Der Kapitän besiegte den Gegner im Duell und wir waren um einen ordentlichen Anteil der Beute reicher. Nach einem kurzen Stopp um die Beute loszuwerden bei dem wir uns mit Heilmitteln ausrüsteten und auch glücklicherweise daran dachten unsere versprochene Belohnung im Rilos-Tempel abzuholen, ging es dann endlich auf zur Perle der Südsee, und damit in unbekannte Gewässer…

Der Drago-Kapitän der Perle war weniger glücklich über uns als Passagiere, als wir erwartet hätten, aber wahrscheinlich lag das besonders daran, dass wir nun dank unseres Handels nicht als zahlende Gäste mitfuhren. Nach ein paar Tagen bemerkten wir, dass der Drago, wie es bei den Dragos üblich ist, Sklaven an Bord hatte. Mir und Kiirion war nach einem kurzen Gespräch mit den Gefährten klar, dass diese mit ihren hektischen Naturen die Situation nicht angemesser beurteilen konnten, weswegen wir Elben erst einmal unter uns planten. Einige Besuche unter Deck zeigten mir den Gesundheitszustand und die Anzahl der Sklaven, und nach einiger Augenwischerei auch, dass ein paar Elben-Sklaven vor meinen Besuchen in der Brig versteckt wurden.

Mit jeder Stunde entfernten wir uns weiter von der uns gewohnten Gegend, was wir auch an seltsamen Riesenfischen und noch ungewöhnlicheren Meeresgetier wie einem Seedrachen bemerkten. Diese schienen sich aber glücklicherweise damit zu begnügen in unserem Heckwasser von unseren Abfällen zu leben. Ich war mir ziemlich sicher, dass Or-Koris mir sagen wollte, das dies nunmal der Gang des Lebens sein, und es immer einene größeren Fisch gäbe, aber während ich die Wunden der Gefangenen versorgte und ihnen Mut zusprach war mir dennoch ob ihres Schicksals unwohl.

Wir alle versuchten Informationen zu sammeln, wie lange sie Sklaven an Bord bleiben würden, und was noch so auf uns zukommen würde. Uns wurde klar, dass wir die Sklaven, wenn wir denn etwas unternehmen wollten, innerhalb der nächsten 2-3 Wochen angehen müssten, da sie danach an einem Hafen auf dem Weg verkauft werden sollten. Sie aus dem Schiff zu schmuggeln oder freizulassen erschien, auch aufgrund der gefährlichen Ungeheuer im Wasser, keine erfolgversprechene Option, aber zum Glück stellten wir fest, dass ein Großteil der Gefangenen Seeleute waren, die uns sicher mit dem Schiff helfen können würden, wenn wir es darauf anlegen würden. Kiirion und ich offenbarten den anderen unseren Plan kurz nachdem wir die Meeresenge zum Giftigen Meer durchquert hatten.

Wir würden die Drago-Mannschaft mit Hilfe von Kräutern unter Drogen setzen oder sogar betäuben und dann mit dem Schlüssel vom Quartiersmeister die Gefangenen befreien. Dann könnten wir uns der Dragos entledigen, und mit den befreiten Sklaven die weiterreise antreten.

Leider sahen unsere Gefährten, jeder für sich, die Sache unterschiedlich, und jetzt diskutieren wir immer noch was die beste Herangehensweise ist. Ich denke, dass wir die Sklaven nicht vom Schiff bekommen, ohne es uns mit den Dragos zu verscherzen, und deswegen diese ausschalten müssen. Wiegand möchte, ob des Vertrauens in die See-Kenntnis der Dragos, lieber mit diesen weitersegeln. Ich denke ja das der Navigator-Sklave uns genauso gut die Richtung weisen würde, und finde es sowieso seltsam, wo Wiegand doch immer sagt, dass wir gar keine Aufgabe auf Bataar haben, warum er jetzt gegen die potentielle Übernahme des Schiffe ist. Wir werden am besten darüber schlafen und dann weitersehen…

Endlich sollten wir diese verfluchte Höhle verlassen. Sir Kinsbane und sein Gefolge waren schon wieder Richtung Urias‘ Wacht aufgebrochen und nun sollten auch wir diesen Ort verlassen.

Dieser Sir Kinsbane erregt die Gemüter meiner Mitstreiter doch sehr. Während er unabstreitbar ein Held und Streiter für das Gute ist, so hegt zumindest Fergus einen offenen Groll gegen den Ritter. Walter ist auch offen gegen den Helden Gornemündes und Wiegand verlangt nach Handlungsanweisungen, wie wir uns Kinsbane gegenüber verhalten wollen.

Wahrscheinlich ist es das, was Menschen so… einzigartig macht. Walter und auch Wiegand stritten mit uns, ob wir denn nun mit Kinsbane zusammenarbeiten sollen, dann aber auch voll und ganz, oder ob wir gegen ihn arbeiten sollen. Calans Einschätzung traf so sicher ins Schwarze, wie ein Elbenpfeil: Natürlich liegt die Antwort in der Mitte.

Dass Sir Kinsbane uns ein weiteres mal zu einer lautstarken Diskussion getrieben hat, belegt ja nur, dass er bereits jetzt eine ziemlich Macht über uns ausübt. Wir einigten uns jedenfalls darauf, dass wir im grunde so weiter machen, wie bisher: Nicht zu viel preisgeben, nicht zu viel behindern…

Wir verließen jedenfalls die Höhle und bemerkten sofort, dass Sir Kinsbane offenbar auch einen großen Einfluss auf die Dorfbewohner hatte. Der Wachturm, der den Höhleneingang bewachen sollte, war nicht mehr besetzt. Wir eilten also ins Dorf und bekamen gerade noch mit, dass Sir Kinsbane große Verkündungen machte:

Der Fluch sei gebrochen, die Bewohner, würden für ihre treuen Dienste am Reich durch die Kirche belohnt werden, Urias würde hier eine Beerdigung erhalten und wir, die guten Streiter aus Gornemünde würden uns eine Belohnung im Rilostempel in Catar abholen können.

Er nimmt das Ruder in die Hand, das muss man ihm neidlos zugestehen.

Urias wurde sogleich durch eine ergreifende Beerdigung den Händen Drekons überlassen. Sir Khan, der Paladin hielt eine Zeremonie ab, die sehr bewegend war. Er hoffe, dass Urias Seele nach der langen Zeit der Qual in der Hexerhöhle nun endlich Ruhe und Frieden finden könne. Allerdings zweifelte er bereits daran, da Urias‘ Schwert wohl verloren gegangen sei und dies bestimmt weiterhin für Unfrieden für Urias Seele sorgen würde.

Abends wurden wir alle von den Dorfbewohnern zu einem Fest eingeladen und hatten gelegenheit mit den Gefolgsleuten Kinsbanes zu reden. Seine Gruppe wollte nach Ossum reisen, damit Kinsbane seine Familie dort besuchen könne. Irgendwann später würde sie ihr Weg allerdings nach Bataar, dieser wundersamen Insel im südlichen Meer führen.

Es sollte wohl so aussehen, dass wir etwas Zeit gewonnen hatten, war die Reise nach Urias‘ Wacht doch mehr ein Wettrennen, als eine Reise. Das Schiff nach Bataar war natürlich bereits vor ein paar Tagen aus Catar abgereist und das nächste würde frühestens in ein paar Monaten folgen.

Kinsbane ritt also zu Pferd nach Ossum und wir folgten ihnen zu Fuß. Gern wäre ich direkt nach Catar gereist, aber meine Gefährten sind offenbar nicht sonderlich gut zu Fuß, so dass sie lieber drei Tage in die falsche Richtung reisen um ein Schiff zu nehmen, als fünf Tage durch die Natür zu laufen und sich an ihren Geschenken zu erfreuen.

In Ossum angekommen, machten wir allerdings eine erstaunliche Entdeckung. Offenbar lag dort ein Kult-Schiff, das laut Calar hochseetauglich war. Wir mutmaßten sofort, dass Sir Kinsbane, seines Zeichens Kultist, sicherlich dieses Schiff nehmen könnte, um direkt nach Bataar aufzubrechen. Ob dies nun wirklich so geschehen wird, werden wir nie erfahren, aber es motivierte meine Mitstreiter dazu einen schnellen Weg nach Bataar finden zu wollen.

Wir nahmen in Ossum das Postschiff über Gornemünde nach Catar und trafen dort recht schnell ein. In Catar wollte Fergus unbedingt Wissen über bestimmte Schriftrollen bei der Akademie einholen und Walter hatte irgendwelche Befürchtungen verflucht worden zu sein, da er schlecht geschlafen hatte. Sie gingen also zur Akademie und erzählten uns am nächsten morgen Erstaunliches:

Walter hatte wohl recht. Urias‘ Schwert, welches er aus der Hexerhöhle entwendet hatte, hieß in wirklichkeit „Hexenhammer“ und sei laut der Aussage eines Magier der Akademie von einer aufgebrachten Seele besetzt.

Zumindest mir wurde mulmig bei dem Gedanken daran, dass nun nicht mehr Staubflügel der hexer, sondern wir persönlich für die fortgeführte Qual an der Seele Urias‘ schuldig sein sollten. Walter, aber auch die anderen ließ der Gedanke kalt. Wahrschelich ist so ein Schwert zu viele Goldstücke wert, um moralische Bedenken zuzulassen. Irgendetwas hat Walter jedenfalls davon überzeugt, dass er sich nur als würdig erweisen müsse, damit Urias‘ ihn irgendwann in Ruhe lässt. Bis dahin solle er eben Schutzgebete sprechen.

Über das Schicksal Urias‘ denkt er einfach nicht nach, wahrscheinlich als Schutzreflex, jetzt da wir erkannt haben, dass wir das Schwert mit hätten beisetzen müssen.

Wenn man zu lange Monster bekämpft, wird man dann selbst irgendwann zum Monster?

Fergus und Calar hatten die Nacht mit Forschern in der Akademie verbracht und konnten nun mit Erkenntnissen über Navigation und Seerouten auftrumpfen.

nun… ich muss zugeben, dass es mir vollkommen ausreicht, wenn mich ein Schiff endlich am rechten Fleck absetzt und ich auf dem Land sein kann.

Was diese Erkenntnisse aber brachten, war folgendes: Das Schiff war gezielt auf Gornemünde losgelassen worden. Es war mit magischen Runen so gesteuert, dass das Schiff nach Gornemünde treiben sollte und direkt dort seine untote Brut ablassen sollte.

Es war also nur der Anfang?

Fergus sagt jedenfalls, dass mit etwas Arbeit der Weg der „Schaumkrone“ zurückverfolgt werde könne. Zuerst mussten wir aber unserer Spur folgen und die führte nach Bataar. Wie wir erfuhren, war das Schiff nach Bataar erst vor zwei Tagen abgereist und es war nicht auf dem direkten Weg nach Bataar unterwegs, sondern fuhr erst nach Dragolad, der sagenhaften Heimat der Dragos.

Mir kam die Idee meinen neuen Freund den Dragohändler zu fragen, was er denn zu unserem Problem des verpassten Schiffs sagen würde. Er nannte uns einen Preis von 40 Goldstücken und unser Problem sollte der Vergangenheit angehören.

Es ist schön Freunde zu haben. Es wäre noch besser, wenn diese keinen Wucher betreiben würden, denn 40 Goldstücke können wir so schnell niemals auftreiben.

10

Mrz

by Walter Pelz

Nachdem die Wasserkrebse besiegt waren, sahen wir einander an. Calar erst einmal sich selber. Da hatte ihm sein Gott einen Streich gespielt. Das sein Spruch „Das Meer gibt, das Meer nimmt“ fast seinen zu frühen Tod gebracht hätte, muss ihm schlagartig bewusst geworden sein.

Jedenfalls plädierte er mit etwas zittriger Stimme dafür, dass wir uns erst einmal ins Freie zurückziehen sollten, um zu Kräften zu kommen. Da das vernünftig klang und ich ebenfalls angeschlagen war, nickte ich zustimmend. Auch Fergus hatte schon mal besser ausgesehen und eine deftige Mahlzeit war ihm sichtlich auch lieber als herumstreunende Untote mit Motten im Mund.

Die Diskussion dauerte allerdings länger, da Kiirion und Wigand meinten, damit wir hier alles gesichtet haben bevor der Kultritter kommt, sollten wir weiter hier drin bleiben. Unüberhörbare Geräusche schnitten unseren Meinungsaustausch ab, ich schaute um ein, zwei Ecken, was denn nun schon wieder für eine Teufelei sich geäußert hatte und musste feststellen, dass die Motten aus dem Glas, welches der Halbe im Kampf hatte fallen lassen müssen, bereits wieder für Untotennachschub gesorgt hatte.

Sieben fiese Skelette wandelten im Gang zum Ausgang umher und da ich im Schleichen noch nie eine Leuchte war und im Dunkeln schon gar nicht, hatten sie mich bereits endeckt – verdammt! Ich konnte gerade noch den Jungs eine Warnung zurufen, da kamen sie auch bereits auf uns zu. Irgendwer von uns rief von hinten sowas wie „Andersrum zum Ausgang“, jedenfalls hörte ich jemanden wegsprinten und nahm ebenfalls die Beine in die Hand.

Ein Schlag hätte mich sicher bereits dahingerafft und den anderen Verletzten wäre es bei der Übermacht auch schlecht ergangen. Irgendwas muss bei der Flucht schief gelaufen sein, denn vor mir lief nur Calar und normalerweise bin ich ja nicht gerade der Reaktionsschnellste. Also blieb ich im Parallelgang zum Ausgang erst einmal stehen um zu schauen, wo der Rest blieb und schwupp rannten Kiirion und Wigand an mir vorbei.

Nur den Halben konnte ich nicht entdecken und schon kamen die Skelette um die Ecke. Ich konnte nicht länger warten und lief den anderen hinterher hinaus ins Freie. Dort ging gerade die Sonne auf, ein bizarres Naturschauspiel nach der Hexerei und Dunkelheit dort drinnen. In meiner Seele allerdings war keine Sonne, ich frug hektisch ob jemand Fergus gesehen habe aber niemand wusste, wo er geblieben war. Es blieb nur die Hoffnung, dass er sich irgendwo hatte verstecken können. Calar wollte ins Dorf, um seine Vorräte für Verbände aufzufrischen, da kam ich gerne mit.

Die Wachen am Turm waren froh uns zu sehen, machten bei der Verletzung Calars aber doch große Augen und noch größere als wir erzählten, was wir erlebt hatten. Sie waren sehr nett und besorgten Calar alles Notwendige, so dass wir schnell zu den anderen zurückkehren konnten. Den Tag ruhten wir uns aus, während Kiirion darauf achtete, dass von drinnen nichts heraus kam, was da nicht hingehörte.

Frisch gestärkt und dank Calar auch frisch verbunden entschieden wir, wieder hinein zu gehen, um Fergus zu finden und den Rest anzusehen, irgendwo mussten doch Hinweise auf „Urias der Berg“ sein!

Der Versuch, sich vorsichtig durch die Gänge zu bewegen misslang leider, so dass uns nichts anderes übrig blieb, als die Untoten im Kampf zu besiegen. Das gelang dank einiger Blattschüsse der Elben und einer passablen ersten Reihe mit Wigand und mir ohne größere Verletzungen. Mitten im Kampf tauchte auch unser vermisster Fergus wieder auf, sah allerdings nach einem Schlag eines Untoten nun auch nicht mehr viel anders aus, armer Junge!

Daher wollten wir uns eigenlich nach draußen begeben um uns von dieser Schlacht zu erholen. Kaum draußen hingelegt weckte Wiegand uns, da der Kultritter Kinsbane im Anmarsch sei und so mussten wir flugs wieder rein und liefen schnurstracks in den kleinen Raum mit Loch in der Decke und dem Raum oben, wo wir die Gläser mit Motten entdeckt hatten. Fergus hatte uns bereits von einer großen Halle am Ende des Flures berichtet. Nun nahmen wir sie selber in Augenschein.

Neben einer großen weiblichen Statue eines dieser fiesen Götter fanden wir auf einem Altar die sterblichen Überreste vom „Urias der Berg“. Er war also tatsächlich hier zu Tode gekommen. Ich konnte mir noch sein Schwert sichern, welches laut Fergus magisch ist. Ich war sehr stolz, ein Schwert eines solchen Helden zu tragen wenn mich auch sehr betrübte, dass dieser Held hier anscheinend dem Hexer Derkas Staubflügel unterlegen gewesen war.

Calar und Fergus durchsuchten die drei Kisten und Calar steckte nach dem Lesen einige Schriftrollen ein und sagte etwas von Abhandlungen über Seelen. Keine Ahnung, irgendein religiöser Kram anscheinend. Jedenfalls verbrannte er eine Rolle mit den Worten „Hexerei“, die der Halbe gelesen hatte und um eine weitere gab es Diskussionen. Keine Ahnung, anscheinend ist Schrift auch nicht so eindeutig, wie mir der Schiffsjunge immer erzählt hatte, der lesen konnte. In den Klamotten fand sich außer ein paar Kupferstücke nichts, was man noch hätte gebrauchen können, so dass wir eigentlich ziemlich ratlos waren.

Dann kam mit lauten Getöse der Kultritter Kinsbane mit seinem Knappen Oeric, der Magierin Nemise Mephista und dem Paladin Sir Khan. Während der Paladin uns zeigte, wie man dieser bösen Statue die Fiesheiten austreibt sprach der Kultritter von oben herab als wenn er hier alles vollbracht hätte. Allerdings schien auch er etwas ratlos, was mich doch ein wenig freute. Nachdem Einhelligkeit herrschte, dass Urias der Berg hier im Ort begraben werden sollte, fanden Fergus und die Magierin noch heraus, dass in der einen Kiste mit den Glasflaschen eine Honig enthielt der nur aus Bataar stammen konnte, weil der statt süß sauer war. Muss ein komischer Kontinent sein, wo sogar der Honig nicht schmeckte!

Jedenfalls gingen Kultritter und Gefolge während Wigand in aller Ruhe seine Laterne nahm, sie anzündete und zur Decke hielt. Während mir der Atem stockte sahen wir einen Sternenhimmel an der Decke, fast wie auf dem Elbenschiff in Gornemünde! Calar zeichnete die Sternenstellung ab während Wigand vermutete, dass die Sternenstellung derer auf Bataar entsprechen müsste. Allerdings konnte Calar uns erklären, dass die Sternstellung dafür sorgt, dass der Erzengel Drekon die Seelen der Toten von hier nicht abholen könne.

Da standen wir nun vor dem Eingang zur Höhle, die einst Urias der Berg (und neben ihm sicherlich diverse andere Mutige oder Waghalsige) betreten hatte, um Staubflügel, dem Hexer des Mottenklans ein Ende zu bereiten. Es war die einzige Spur die wir hatten. Wenn wir umso wichtiger, dass wir hier voranschreiten.

Wohl war mir nicht bei der Sache. Immerhin hatten die Einheimischen uns nach ihrem Test passieren lassen und den Höhleneingang freigegeben. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob und warum sie uns als würdig erachteten. Zugegeben, am nötigen Mut mangelt es unserer Gruppe im Wesentlichen sicherlich nicht. Aber wenn ich jetzt so in die Augen meiner Begleiter blicke, kommen mir hier und da Zweifel. Die Elben würden es nie zugeben, wenn sie ein Gefühl wie Angst spüren würden, sie versprühen Zuversicht durch und durch.

Ich kann mir hier keine Blöße geben. Wenn ich es je zu etwas bringen will und zu Ansehen im Kreise der Zauberkundigen gelangen will, dann muss ich hier mit Erfolg durchgehen, koste es, was es wolle. So lasse ich mir meine Furcht nicht anmerken und steige hinab ins Dunkle, mit den wenigen Kräften, die ich habe…

Die dunklen Gänge verströmen Unheil. Die wiederkehrend heisere Stimme, die uns zu erwarten scheint ist kratzig und hallend durch die Gänge zu vernehmen und trägt ihren Teil zu meinem Unwohlsein dazu. Ich weiß nicht, ob es töricht oder klug war, unser Kommen lauthals durch die Gänge zu posaunen, aber wer auch immer uns erwartete, schien nun seine Horden untoter Wächter auf uns zu hetzen. Eine handvoll Motten flog nahezu unbemerkt durch die Gänge, um die Gefallenen und Reste der Gebeine zu untotem Leben zu erwecken, mit dem unmissverständlichen Auftrag versehen, uns zu vernichten.

Meine Gefährten schienen aus allen Richtungen Unheil zu vernehmen, so dass auch ich loseilte, um Ihnen bei Seite zu stehen. Ein Haufen toter Gebeine erwachte auf unnatürliche Art zu unheiligem Leben und ich konnte, Nomakon sei Dank, ein Feuer entfachen, um das Schlimmste abzuwenden! Teuflisch! Die Mächte des Unlebens sind gefährlicher und schneller, als ich erahnte! Ich konnte der fauligen Pranke nicht mehr ausweichen, verlor das Bewusstsein und ging zu Boden.

Erst später erwachte ich und musste mit Erschrecken feststellen, dass sich unser Vorgehen als verhängnisvoll erwiesen hatte! An zu vielen Schauplätzen hatte das Unleben sein Schandwerk gegen uns gerichtet! Meine Freunde sahen geschwächt aus und zu allem Übel nahte ein Troll heran, der in seinen Händen einen Holzkäfig zu tragen schien, in dessen Inneren ein lebendiger Schädel mit fahler Stimme sein Kommando vergab.

Nein, es ist falsch! Er ist der einzige, der uns vielleicht Antworten auf unsere Fragen geben könnte!! So dachte ich jedenfalls und sprang noch hervor, um im selben Schritt den Schwung aus meinem Lauf zu nehmen, als ich die entschiedenen Blicke meiner Freunde erkannte, die mir sagten, dass sie dem unheilvollen Kommandeur und jeglichem weiteren untotem Dasein ein für alle Mal das falsche Leben aushauchen wollten! Knirschend und krachend konnte ich den Schädel zerbersten sehen und der Spuk nahm vorübergehend sein Ende.

Zum Glück konnten wir weiteren Gläsern, in denen gezüchtete Todesmotten aufbewahrt wurden, habhaft werden. Leider ließ ich im Eifer des Gefechtes unachtsam eines der Gläser fallen so dass eine handvoll Motten im Dunkel der Gänge verschwand. Zu dumm, dass einer meiner Gefährten unachtsam in dem unterirdischen Gewässer übergroße Krebse aufschrecken musste, die uns prompt angriffen.

Mir ist gewiss, dass wir hier noch auf weitere Untote treffen werden! Wir werden allerdings entschieden gegen alles Unleben vorgehen, bis die letzte Gefahr beseitigt werden konnte! Danach werden wir hoffentlich Spuren und Anhaltspunkte von Urias oder dem unheilvollen Hexer finden… Die Frage ist nur, ob wir uns nunmehr eine Rast gönnen oder gleich voranschreiten werden. Wie ich die Elfen kenne, dürte die Entscheidung allerdings bereits gefallen sein.

In Catar konnten wir nicht mehr viel ausrichten. Meine Gefährten hatten bereits alle Informationen eingeholt, die wir für die Suche nach dem Erbe des Hexenjägers Urias brauchten.

Wir hatten zwei Spuren. Zum einen führen Spuren auf die ferne Inser Batar und zum anderen sei Urias Grab in der „Rabenbucht“ im ehemaligen Talora zu finden. Die Entscheidung in die Rabenbucht zu gehen war klar, wenn auch Wigand anfängt, kein Interesse mehr an unseren Zielen zu haben und ständig von abstrusen Reisezielen redet. Wahrscheinlich ist es eine Eigenart der Menschen, sich nicht auf ein Ziel konzentrieren zu können und schnell die Lust zu verlieren.

Wie schwere Wolken am Horizont hängt uns die Gewissheit hinterher, dass uns unsere Spuren wohl nach Batar führen werden, aber jetzt wollen wir erst einmal nach Talora.

Calar und Wigand erkundigten sich bei Hafenmeister und ansässigen Fischern nach der Rabenbucht, während Fergus und ich einmal den Markt absuchten, nach Händlern aus dem fernen Norden.

Wir stießen auf Ziegenzüchter, die trotz eines wohl hervorragend laufenden Geschäfts keinen Begleitschutz für die Rückreise haben wollten.

Die Straße nach Norden wäre also ein sicherer Weg.

Fergus und ich kamen noch etwas herum und trafen letztlich auf einen Dragohändler, der uns über die Rabenbucht erzählte. Er wusste uns zwar nicht neues zu erzählen, konnte uns aber mitteilen, dass ein Sir Kinsbane auch bei ihm nach der Rabenbucht gefragt hätte und dass dieser nun über den Landweg Richtung Norden unterwegs sei.

Da wir ja um die Gefühle einiger Mitstreiter wissen, entschieden wir uns letztlich für ein gechartertes Fischerboot, das uns nach Talora bringen sollte, da wir auf jeden Fall vor Sir Kinsbane dort ankommen wollten. Die Schiffsreise selbst war unaufregend und nach ein paar Tagen hatten wir die Küste der Rabenbucht erreicht.

Die Fischer ließen uns ein paar Meilen weiter an Land gehen, da sie nicht direkt vor Ort anlanden konnten, aber ein paar Meilen Fußweg würden uns ganz gut tun.

Wir übernachteten im Wald und stiegen am nächsten Tag in die Bucht hinab. Die Bucht war offenbar durch einen kruden aber dennoch undurchdringlichen Zaun geteilt. Hinter den Zaun lag eine Höhle in den Klippen.

Das Dorf dort unten hieß „Urias Wacht“. Hier waren wir also offensichtlich richtig. Wir schauten uns dort um und stellten fest, dass die Bewohner sehr gastfreundlich und hilfsbereit waren.

Wie wir erfuhren, wurde dieses Dorf damals auf Bitten Urias‘ selbst hier her umgezogen. Vorher war das Dorf im Landesinneren ansässig. Urias hatte den Bewohnern das Versprechen abgerungen, niemanden jemals in diese Höhle zu lassen.

Dass sie es mit diesem Versprechen nicht so genau nahmen, konnte man an Reliquien erkennen, die sich an den Wänden des Langhauses des Dorfes befanden.

Speere, Schilde und Rüstungen gefallener Helden fanden sich dort.

Natürlich sagten wir, dass auch wir in die Höhle gehen wollten, was die Bewohner aber stetig verneinten. Sie wollten uns auf jeden Fall nicht in die Höhle lassen, koste es was es wolle. Selbst auf unsere Ausführungen hin, dass bald ein Sir Kinsbane hier auftauchen würde, der sich seinen Weg zur Not mit Waffengewalt verschaffen würde, überzeugte die Bewohner nicht.

Natürlich können wir keine Dorfbewohner aus ihren Häusern treiben und die Hütten niederbrennen, nur um uns Zugang zu einer alten Höhle zu verschaffen.

Also schlichen wir uns in der Nacht zu einem Boot, führen um den Zaun herum und kamen so zu dem Höhleneingang. Wigand, der sich immer mehr als Sturkopf entpuppt, wollte par tout nicht mitkommen. Wozu hatte er denn dann diese Reise überhaupt unternommen? Er blieb also zurück und der Gram meiner Freunde auf ihn wuchs ein weiteres Stückchen mehr. Wir gelangten also an den Höhleneingang, wo wir einen frisch gepackten Rucksack vorfanden. Seil, Fackeln, Proviant… nur kein Besitzer.

Wir fragten uns gerade noch, wer den Rucksack hier verloren haben könnte, und ob Sir Kinsbane uns eventuell doch zuvor gekommen war, da schlenderte Wigand heran.

Die Sturköpfigkeit der Bewohner sei Teil einer Probe, ob wir denn würdig seien. Hmmm… ich frage mich, ob Wigands Sturköpfigkeit auch irgendeine Probe darstellt. Wie dem auch sei. Auf Geheiß der Bewohner kam er mit in die Höhle, während er auch uns, seine Freunde, nicht hören wollte.

Das war schon seltsam genug, doch dann hörten wir plötzlich eine Stimme:“ Wer.. ist.. daa….?“

Früh­som­mer, Jahr 258 des Lichtes, immernoch im Messer­haus in Catar

Jonas der Anführer der Elbischen Händlerabenteurer in Catar, hatte nicht zuviel versprochen. In einer guten Geschichte erzählte er uns vom Schicksal der Wellenschlag als Truppentransporter von Catar nach Myrandia während des Befreiungskrieges. In den Wirren des Krieges soll sie dann gegen 1 d.L. irgendwo vor Myrandia von Or-Koris geholt worden sein.

Wahrscheinlich kam uns das Ganze nicht vor, aber zuerst wollten wir weitere Informationen sammeln. Er versprach uns eine Belohnung, sollten wir Informationen darüber finden, wie die Untoten und Hexer auf das Schiff gekommen seien.

Peter Sorgus, der junge Magus in der Akademie-Bibliothek, wusste wiederum zu berichten, dass der Motten-Klan seit dem Befreiungskrieg ausgestorben oder zumindest verschwunden sei. Das letzte Lebenszeichen war ein Steckbrief für Derkan Staubflügel aus ca 2 d.L. Die Runen auf dem Stein deckten sich wohl mit welchen, die auch der Rabenklan benutzte…

Wirklich weiter kamen wir hier also auch nicht, und so beschlossen wir, uns mit der Inquisition, den Hexenjägern einzulassen. Während Fergus und ich weit weg von Or-Koris in der Bibliothek waren, hatte Or-Koris allerdings bei dem Rest der Gruppe noch eine Information angespült. Ein Seefahrer aus dem fernen Bataar hatte der Gruppe einen Talisman gezeigt, welcher gegen Untote helfen sollte und ganz offensichtlich ein Mottenzeichen trug. Bei den Hexenjägern in Rilos-Tempel konnte man uns erst einmal damit überraschen, dass man schon alles wusste, was wir sowohl in Gornemünde wie auch in Catar unternommen hatten.

Wahrhaftig unauffällige Gesellen müssen das sein, wenn sie den Augen von zwei Elben entgehen konnten! Der Hexenjäger, der uns ampfing konnte uns noch berichten, dass der Hexenjäger der um die Zeitenwende den Mottenklan fast eigenhändig ausgerottet hatte der legendäre „Urias der Berg“ war. Alle bis auf einen Hexer, nämlich den auf dem Steckbrief genannten Staubflügel, hatte er zur Stecke gebracht. Seine Erfahrungen hatte er in den Jahren vor den Befreiungskriegen bis 14 d.L. getätigt, und eine Abschrift seines Tagebuchs bekamen wir auch ausgehändigt. Leider war der Hexenjäger, wie viele seiner Zunft, äußerst vorsichtig und voller Misstrauen: Das Buch, welches er im Tempel abgeliefert hatte bevor er auf eine letzte Reise in die Hexerreiche zur Rabenbucht gegangen war, von der er nie wiederkehrte, war größtenteils kodiert und das Schlüsselwort unbekannt.

Wir bekamen eine Liste der schon ausprobierten Worte und  den Segen Elegils mit auf den Weg und dann liess man uns damit wieder hinaus. Wirklich schlauer waren wir damit nicht, aber langsam schienen sich die Vorgänge zumindest leicht aus dem Nebel der Vergangenheit zu erheben. Hoffentlich würden sich die Dinge nicht als Sandbank entpuppen!

Unser letzter Anlaufpunkt war der Kult der (gottlosen) Neun Altare. Dort trafen wir zu unserer Überraschung auf Sir Kinsbane, der uns ja schon in Gornemünde begegnet war. Wir wollten uns mit ihm austauschen, um dafür zu sorgen, dass den Hexern auf jeden Fall das Handwerk gelegt werden würde, aber besonders informativ war die Unterhaltung nicht. Einzig das 900 Soldaten unter Admiral Mintelberg auf den Schiffen waren, war uns neu. Überraschend war für uns, dass wir danach das Gefühl hatten, von den Gefährten dieses Ritters verfolgt zu werden. Wohin das führen wird, werden wir sehen.

Ein weiterer Besuch in der Bibliothek zeigte und nur eine unbekannte Rune, welche wohl keine Hexer-Rune war, Details konnten wir aber erst am nächsten Tag mit Peter klären, da dieser schon Feierabend gemacht hatte.

Überraschenderweise war die Rune eine cibolanische zur Navigation!

Am folgenden Tag liess sich ansonsten nicht mehr viel klären, bis wir auf die Idee kamen, den Feuersteindolch und die Münzen, welche wir auf dem Schiff gefunden hatten auch noch zu untersuchen. Und tatsächlich, die Münzen stellten Geros Sixtaris dar, den cibolanischen Entdecker der Südsee, und waren auf jeden Fall nach 10 d.L geprägt worden. Damit musste das Schiff noch Jahre nach seinem angeblichen Untergang in Gebrauch von Cibolanern gewesen sein. Nur wo war es so lange gewesen?

Rabenbucht oder Bataar sind nun unsere einzigen verbliebenden Anhaltspunkte…

Früh­som­mer, Jahr 258 des Lichtes, im Messerhaus in Catar

Ich habe Gornemünde und das Meer hinter mir gelassen. 100%ig wohl fühle ich mich damit nicht, aber immerhin ist der Gorn ja auch ein großer Pfad zu Or-Koris.

Nachdem uns vom Sieg über die Untoten auf der Kaufmannsinsel berichtet wurde, sahen wir uns noch ein wenig um, ob unsere Hilfe dort benötigt werden würde. Dies schien nicht der Fall, und das Tragen von Steinen und Balken sahen wir nicht als unser Schicksal an. Auch in der Festung der sieben Magiere war man zwar damit beschäftigt, die Hexerrunen des magischen Stein zu entziffern, benötigte aber über unseren Hinweis auf die Motten hinaus auch keine Unterstützung. Read more

Frühsommer, Jahr 258 des Lichtes, im Gorneck in Gornemünde

Das Meer, es ruft mich. Or-Koris hat ein Rätsel für uns bereitgestellt und ich habe ihm die Seelen gebracht. Aber ich greife voraus. Wir sind jetzt schon einige Zeit auf diesem elbischen Geisterschiff. Ich habe zu Or-Koris gebetet, und habe erkannt, dass es meine Aufgabe ist, alle ruhelosen Leiber, die auf dem Meer, aber nicht im Meer gestorben sind, diesem zuzuführen. Der Admiral war, wie es sich für einen Anführer gehört, der erste, und die anderen werden folgen. Mit dumpfem Platschen fallen die Knochen über Bord und verschwinden im Meer, in Or-Koris Armen…

Wir haben noch mehr zu erkunden. Eine Kammer im Schiffsrumpf, seltsam verkleidete Wände – keiner von uns traut sich so richtig, dies zu untersuchen. Motten! wir haben Motten aufgescheucht – und zwar Hexermotten – was auch immer das bedeutet? Sind diese die Quelle der Untoten? Wir haben Feuer gelegt in ihrem Nest, nachdem ein paar an uns vorbei, hinaus in die Welt geflogen sind. Unsere Zeit das Schiff zu erforschen wird damit knapp. Read more