5

Okt

by JollyOrc

Tarek las den Brief wäh­rend des Abend­essens. Der Umschlag war spe­ckig, er war sicher­lich durch vie­le Hän­de gegan­gen. Das Datum auf dem Brief zeig­te, daß sei­ne Rei­se von Königs­ha­fen im Süden bis hier­her nach Ossum fast ein hal­bes Jahr gedau­ert hat.

Nach­denk­lich kratz­te er sich das stop­pe­li­ge Kinn. Jakob von Faust hat­te sich damals vor ihn gewor­fen, den Magie­blitz eines Hex­ers für ihn abge­fan­gen. Ob es ihm gefiel oder nicht,  der war sei­nem ehe­ma­li­gen Haupt­mann etwas schul­dig. Und war es nicht eh Zeit Ossum zu ver­las­sen?

Heh, schaut mal wer uns schreibt!“

FensterAuch die ande­ren waren mit Tarek einer Mei­nung, nicht zuletzt weil ihnen das kar­ge Leben hier an der nörd­lichs­ten Gren­ze zum Hal­se her­aus hing.

Königs­ha­fen war recht ent­täu­schend anzu­se­hen. Frü­her ein­mal moch­te es ein wich­ti­ger Außen­pos­ten des Rei­ches gewe­sen sein, doch seit Fel­land mit sei­ner Pro­vinz­haupt­stadt Hel­lin­gen zum Reich gehör­te kam kaum noch jemand hier­her. Die Häu­ser, die noch bewohnt wur­den ver­fie­len zuse­hends, und Armut hat­te Ein­zug gehal­ten in die­ser klei­nen Stadt.

Die Besit­zer des alten Gast­ho­fes am Hafen waren über­glück­lich end­lich wie­der Gäs­te zu emp­fan­gen. Das Haus hat­te zwar ein­deu­tig sehr viel bes­se­re Tage gese­hen, aber das Essen war gut, die Zim­mer alter­tüm­lich aber sau­ber, und die Prei­se güns­ti­ger als man­che Kaschem­me in Catar.

Es zeig­te sich, dass das Gut derer von Faust eine Tages­rei­se von Königs­ha­fen ent­fernt war. Von den Ein­hei­mi­schen war zu erfah­ren, daß die Fami­lie von Faust erst vor knapp einer Gene­ra­ti­on wie­der in ihren alten Stamm­sitz zurück­ge­kehrt war, war­um auch immer.

An der Lage kann es kaum lie­gen“, dach­te Tarek bei sich, als sie das Anwe­sen sahen. Das Gut lag auf einer sump­fi­gen Halb­in­sel, abseits aller Han­dels­stra­ßen. Die fünf Freun­de wur­den von einem Die­ner emp­fan­gen und mach­ten sofort Jakob ihre Auf­war­tung.

Die­ser lag siech in sei­nem Bett, über­glück­lich sei­ne alten Kampf­ge­fähr­ten wie­der­zu­se­hen. Noch bevor er aller­dings sei­ne Geschich­te erzäh­len konn­te, war ein Schrei aus dem Trep­pen­haus zu hören — selt­sa­me frosch­ar­ti­ge Dämo­nen über­fie­len das Haus, und nur mit viel Mühe konn­ten Tarek, Mar­tin und Wigand sie im Trep­pen­haus zur Stre­cke brin­gen. Was war los auf Gut von Faust, und wel­che Bedeu­tung hat­te das selt­sa­me Fens­ter­bild an der Decke des Trep­pen­hau­ses?

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