Szene IV: Eine harmlose Mission

Die Gruppe beschloß, sich der Aufgabe auf See zu stellen, man hatte ja sonstnichts Dringendes vor und die 500 d an Sold standen jedem gut zu Gesicht

Die Schiffsreise:

Raue See, ein Elbenschiff mit elbischen Händlerabenteurer, ein wilder Sturmdenn wir den Göttern sei Dank unbeschadet überstehen. Es geht nach Myrandia. Anunterseeische Ruinen Riffen und Untiefen vorbei. Thassilo und Wigandbeschäftigen sich mit ihren Gaunereien …

Das Schiff nimmt eine eher ungewöhnliche Route und weicht anderen Schiffenaus. Ist das reine Vorsicht oder haben sie etwas zu verbergen? Immerhin hat mandie Helden zu stillschweigen verpflichtet. Richard war jedoch so schlau dieZusage den Auftraggeber (ja, dem Drago-Botschafter) abzuringen, dass es nichtsgegen Cataras Interessen ist.

Am Ziel der Reise:

Der Kapitän verlässt alleine das Schiff und verhandelt mit dem Empfänger derBaumaterialien. Er erhandelt uns eine/mehrere Nacht/Nächte auf festen Grund.

Ein Plan des Dragobotschafters, damit wir etwas sehen, was er eigentlichniemanden sagen darf? Damit wir unauffällig Informationen sammeln können, dieuns vielleicht später noch nützlich seinen können. Informationen die eigentlichkeiner haben soll? Wie gezielt hat uns der Botschafter ausgewählt? Oder war ereinfach nur so töricht eine Magierpriester in Roben mitzusenden? Und er weißdoch, dass wir alle im Diensten des Königs stehen, oder zumindest hofftenwieder zu stehen, wenn die Reise beginnt. Zu spät jetzt darüber nachzudenken,denn die Ereignisse überschlagen sich.

Auf der Insel sind ein Turm und eine Mauer, die wohl gerade erneuert wird.Ein Lager wird befestigt. Und dafür sind wohl auch die Baumaterialien. Wirbetreten die Insel und wandern über eine freie Fläche, wo schon eine Zelt fürunsere Nachtruhe vorbereitet ist, hinauf zum Turm.

Richard wirft zum Ärger der Insulaner einen Blick über die ganze Insel. AlsAdliger von Catara braucht er sich in Catara ja auch von „GemeinenVolk“ keine komischen Vorschriften machen lassen. Drakkhar und Hurogwandern auf ein Wort etwas dichter wieder ans Wasser zurück, während Richard,Thassilo und Wigand die Reaktion der Insulaner abwarten. Wigand übernimmt dasReden und versucht sich für das Verhalten von Richard zu entschuldigen, um unsso die Nacht auf der Insel zu ermöglichen. Doch was soll das bringen? Jetztsind die Insulaner verärgert und werden uns genau im Auge behalten. Keiner von ihnenwird jetzt etwas Unbedachtes sagen, oder nachlässig sein auf seiner Wache…

Eine Insel

Was war das Geheimnis dieser Insel? Irgendetwas war hier doch faul. Warumwaren hier, mitten im Nichts so viele Arbeiter damit beschäftigt, eine marodeVerteidigungsanlage auszubessern. Warum gab es so viele Wachen. Und dieArbeiter selbst schienen auch eine Art militärische Ausbildung genossen zuhaben.

Was auch immer hier vor sich ging… mit dem Wissen um die drohendenGefahren aus Cibola und der früheren Erfahrung mit dem magischen Tor, galt esdie Zweifel auszuräumen, dass von dieser Insel zukünftig eine Gefahr ausgehenkönnte.

Die Helden entschlossen sich, der Sache auf den Grund zu gehen. Da leiderdie subtilen, diplomatischen Wege durch unbedachte Zaubereien einigerGruppenmitglieder außer Frage standen, blieb der Gruppe nichts übrig als sichim Schutze der Nacht in das Lager zu schleichen, um nach Hinweisen für einedrohende Gefahr zu suchen.

Thassilo, der sich vorgenommen kein Feigling mehr zu sein, schlich in dasLager uns kundschaftete es aus. Was er dort fand, erstaunte ihn zutiefst… erentdeckte….

…nichts! Lediglich einen alter Brunnenschacht und ein Steinbruch.

Als letzte Möglichkeit vielleicht doch noch Informationen zu erlangen, bliebeigentlich nur das Zelt des Lagerkommandanten, aber dort einzubrechen trautesich Thassilo dann doch nicht.

Unverichteter Dinge kehrte Thassilo also zu den anderen Helden zurück, umihnen zu berichten, dass es hier eigentlich nichts Verdächtiges gab.

Lediglich der Brunnenschacht hinterließ den Helden ein ungutes Gefühl. Wares vielleicht derselbe Schacht, von dem aus sie damals die Cibolaner beobachtethatten?

Um sich entgültig zu vergewissern, dass es hier nichts Schlimmes gab,entschlossen sich die Helden in der folgenden Nacht ein weiteres Mal in dasLager einzudringen, um diesen Brunnenschacht zu überprüfen.

In der Nacht schlichen sich also Thassilo, Wigand und Drakkhar zum Schachtund scheiterten daran, ihn lautlos zu öffnen. Aber glücklicherweise wussteDrakkhar einen Zauber, mit dem man in den Schacht blicken konnte ohne denDeckel öffnen zu müssen.

Miten im Zauber schrie Wigand auf einmal auf:“Schnell weg!“ Ohnegroß aufzublicken rannten die Helden los.

Auf einmal waren dort Soldaten und … viel schlimmer… Magiere….Plötzlich sahen sich die Helden auf der Flucht. Um sie herum knallte und pfiffes. Die Soldaten schienen alle Erdmagiere zu sein, die mit Zauberstäben auf dieHelden schossen.

Wigand wurde mehrfach stark getroffen, so dass es an ein Wunder der Göttergrenzte, dass er überhaupt noch laufen konnte.

Hurog und Richard wurden in ihrem Zelt von den Magieren überrascht, dochweil die Götter es wohl so wollten, gelang es den beiden mitsamt ihres Zelteszum Abhang zu laufen und dort, unter Feuer dieser wohl cibolanischen Hexer zustürzen und bis zum Strand herunter zu purzeln. Unten angekommen befreite Hurogsich aus dem Zelt und ließ ein Boot zu Wasser… Er rief:“Richard… nunkomm endlich!“ doch Richard rührte sich nicht.

Nun hatte Hurog die Wahl… sollte er sich gefangennehmen lassen, odersollte er jetzt ins Boot springen, so dass zumindest die Chance bestand, diezurückgebliebenen irgendwann zu retten? Hurog sprang also ins Boot und ruderte,was seine Arme hergaben. Er musste Richard zurücklassen.

Währenddessen hetzten Drakkhar und der schwer verwundete Wigand wieaufgescheuchtes Vieh durch den Wald. Panisch, angesichts der großen Mengecibolanischer Hexer verloren sie sich zudem auch noch, konnten aber … derGötter sei dank … einander wiederfinden.

Das Glück verließ die beiden allerdings sofort wieder, denn kaum auf deranderen Seite des Waldes angekommen, stellten sie fest, dass die Insel dortbereits zu Ende war. Gab es also keinen Ausweg mehr? Und was war mit den anderengeschehen? Wo war Thassilo? Uns welches Schicksal mag Richard und Hurog ereilthaben? Würde man den Captain der „Drachenschwinge“ warnen können?

Aber das wichtigste zuerst… wie würden sie von dieser Insel herunterkommen, um den Fängen der Cibolaner zu entkommen?

Dank der magischen Fähigkeiten des Dragos, konnten sie in der Ferne Hurog ineinem Ruderboot entdecken… mit einer magischen Botschaft konnten sie ihnrufen, so dass er umdrehen, und sie noch mitnehmen konnte…

Würden die Helden Richard und Thassilo jemals wieder sehen?

Konnte Thassilo sich verstecken?

Ist Richard in Gefangenschaft geraten und würden die Cibolaner ihn auslösenoder einfach aufknüpfen?

Wie dem auch sei… sie mussten ersteinmal weg um später mit einem Plan wiederzurückzukehren…

Vorm Spiegel

Grummelnd rücke ich den Rasierspiegel zurecht.“Mehrere Monate kein Rasiermesser in die Hände bekommen… hoffentlichweiss ich noch wie das geht!“.

Vorsichtig setze ich die Klinge an, undbeginne den mittlerweile beträchtlichen Bart abzuschaben. Währenddessen lasseich die Geschehnisse auf Myrandia noch einmal Revue passieren:

Im Nachhinein war es wohl ein Fehler, unbedingt wieder zurück auf dieseverfluchte Insel zu wollen. Mir hätte klar sein müssen, dass mein grosserBruder auf sich selbst aufpassen kann.

Aber ich war verwundet, kalt, und die stinkende Pest steckte mir wohl schonin den Knochen. Drakkhar und Hurog wollten eigentlich einfach nur weg, aber ichsetzte meinen Sturkopf durch. Es dauerte eine Weile, aber am Ende setzten diebeiden mich ein wenig abseits des Inselstrands ab. Dank eines Zaubers vonDrakkhar lief ich geduckt über das Wasser, bis ich endlich sichern Boden unterden Füssen hatte.

Die beiden hatten mich gewarnt: Immer noch waren Patroullien der Cibolanerunterwegs. Also schlich ich so vorsichtig wie möglich durch das Unterholz, demStützpunkt entgegen.

Die Wangen sind endlich frei von Gestrüpp. Nurnoch mein Kinn und die Mundpartie sind von einem wilden roten Bart umwuchert. „Gestutztkönnte er recht verwegen aussehen“ denke ich mir. Bedächtig fange ich anden Bart in Form zu schneiden.

Als ich endlich an dem Stützpunkt ankam, sah ich dutzende Männer dortumherpatroullieren. Ins Unterholz geduckt ging mir endlich die ganz Problematikmeines Unterfangens auf: „Wie sollte ich einen Halbling Dieb finden, dergar nicht gefunden werden will?“

Aber so schnell wollte ich nicht aufgeben. Nachdem ich mir die Routen derverschiedenen Patroullien eingeprägt hatte, schlich ich näher an das Lager,immer auf der Suche nach Hinweisen auf Thassilo. Leider machten mir dieDunkelheit und mein geschwächter Zustand ein Strich durch die Rechnung. Ichfand nicht die kleinste Spur von meinem Bruder, und als ich dann das Lagerumrunden wollte, wurde ich auch noch auf Höhe der Steilküste entdeckt!

Geistesgegenwärtig warf ich mich über die Klippe, und klammerte mich an dieFelsen. Meine Position war denkbar unbequem, und ein überhängender Felsenversperrte mir den Weg zurück. Glück im Unglück: Der gleiche Felsen versperrteauch der Wache den Blick auf mich, so dass sie wieder abzogen.

So hing ich also an der Steilküste. Fürs erste sicher, aber ohne einenerkennbaren Weg zurück. Vorsichtig tastete ich mich an der Klippe entlang.Irgendwo musste es doch wieder nach oben gehen. Meine Hand ertastete einenscheinbar sicheren Griff, ich verlagerte mein Gewicht, und stellte miterschrecken fest, dass der sichere Griff nur ein loser Stein war! Ich stürztein die dunkle Tiefe…

Ich merke wie meine Hand bei der Erinnerung daranzittert. Hastig lege ich das Rasiermesser zur Seite, bevor ich mich nochschneide. Mein Atem geht schneller, und ich muss mich auf das Becken stützen.Unwillkürlich greife ich zu dem Flachmann mit dem Zwergenschnaps.

..ich weiss nicht wie lange ich bewusstlos und nass auf den Klippen lag. Mirtaten alle Knochen weh, mein ganzer Körper zitterte vor Kälte. Hastig brachteich mich in Sicherheit. Irgendwo im Wald entzündete ich, inzwischen kräftighustend und überall zitternd, ein wärmendes Feuer. Vollkommen übermüdet mussich dann eingenickt sein. Das nächste was ich mitbekam war ein kurzer Stoss inden Rücken, mit der Aufforderung mich bloss nicht zu bewegen.

Das Zittern lässt langsam nach. Ich nehme dasMesser wieder in die Hand, und fahre mit dem Stutzen der roten Barthaare fort.

Die Cibolaner sperrten mich in den wiederaufgebauten Turm, und lassen michfürs erste in Ruhe. Wenigstens brannte ein kleines Feuer in der Mitte, so dassich mich weiter aufwärmen konnte. Mir fiel da schon auf, dass der Turm nur nachaussen hin gemauert war. Der Teil der zum Festungsinneren zeigte bestand nuraus Holzplanken. Aber hustend und schiefend wie ich dasass interessierte michdas zu dem Zeitpunkt herzlich wenig.

Am nächsten Tag öffnete sich endlich die Tür, und ein Magier trat herein.Ohne seinen Namen zu nennen fing er an mich auszufragen. Woher ich komme, wasich mit diesem von Birkenau zu schaffen hätte, Was ich geplant habe. Ereröffnete mir dass Richard tot sei, ohne aber irgendeinen Beweis zu liefern.Aber er stellte auch seltsame Fragen: Ob es richtig sei, dass ich meinen Vaternicht kenne. Ob ich ein Geschick mit den Frauen hätte. Und ob mir das Glückimmer hold sei.

Aufgeschreckt, und auch neugierig geworden versuchte ich mehrherauszufinden. Der Magier verriet mir schliesslich dass sein Meister, ein Mannnamens Kellenwet, eine Ahnung hätte wer ich sei, und daher auch meinen Vaterkennen würde. Meinen Vater, der Mann der Tanja zu den Hexern geschickt hatte!

Wenn ich mich den Cibolanern anschliessen würde, würde ich alles erfahren.Ich könnte endlich das Rätsel meiner Herkunft lösen! Aber ich müsste wohl auchTanja und Thassilo im Stich lassen…

Der Mann liess mich mit meinen Gedanken allein, und sperrte die Tür wiederhinter sich zu.

Der Bart ist jetzt gestutzt, aber ich bin mitmeinem Aussehen überhaupt nicht zufrieden. Zumindest das Kinn muss frei sein.Entschlossen führe ich das Rasiermesser empor.

Drakkhar und Hurog ging es in der Zwischenzeit nicht viel besser: Der jungeOrk hatte sich bei seiner überhasteten Flucht durch die Brandung verkühlt, undbegann langsam die Zeichen der stinkenden Pest zu entwickeln. Drakkhar konntedeutlich riechen dass Hurog für die nächste Zeit erst einmal wieder gesundwerden müsste.

Beide machten sich aber Sorgen über meinen Verbleib. Eigentlich hätte ich schonlängst wieder zurück sein müssen, oder wenigstens ein Zeichen gegeben haben.Ich frage mich bis heute, wieso der sonst so egozentrische Drago auf die Inselkam. Sicher ist nur, dass er bis zu dem Lager schlich. Er umrundete es, kam anallen Wachen vorbei, und fand den Turm in dem ich eingesperrt war: Mitten imLager, umringt von Zelten mit schlafenden Wachen!

Das Feuer das er dann legte war wohl als Ablenkung gedacht. Auf jeden Fallging plötzlich die TÜr meines Gefängnisses auf, und Drakkhar bedeutete mir zufolgen. Draussen war ein heilloses Chaos: Männer rannten umher, versuchten dasbrennende Zelt zu löschen, während darinnen noch welche vom Feuereingeschlossen waren, die versuchten heil herauszukommen.

Eigentlich war dies die perfekte Ablenkung. Doch die Krankheit die michbefallen hatte liess mich langsam werden, und ungeschickt. Es dauerte keineMinute, da waren wir entdeckt! Mir war schnell klar, dass ich in meinem Zustandnicht entkommen konnte, aber ich könnte vielleicht Drakkhar eine Chance geben.

Und beinahe wäre ihm die Flucht gelungen, beinahe wäre er entkommen. Aberder verfluchte Magier warf einen Doppelpfeilzauber auf ihn, mit einer Wucht dieeinen starken Mann umgebracht hätte. Drakkhar ging zu Boden, schwer verletztund ohnmächtig, aber am Leben.

Das Becken vor mir ist voll mit roten Haaren,die dort im Wasser kreisen. Jetzt wo das Wasser sie dunkler färbt, haben siefast die Farbe von getrocknetem Blut.

Drakkhar und ich geniessen für den folgenden Monat die“Gastfreundschaft“ der Cibolaner. Irgendwie haben wir es geschafft,sie glauben zu lassen wir seien nur irgendwelche Söldner, die nicht viel mitCatara zu schaffen haben. Nachdem wir einen heiligen Schwur geleistet hatten,keine Fluchtversuche zu unternehmen, durften wir uns frei im Lager bewegen -nicht dass es uns viel genützt hätte.

Erst später erfuhren wir dass Hurog sich, immer noch von der stinkenden Pestgeschwächt, bis zu einem kleinen Inselhafen durchgeschlagen hat. Dort traf erdann auf Thassilo. Es war wohl zu dem gleichen Zeitpunkt wo ich endlich dieversteckten Diebeszeichen meines grossen Bruders fand, die Zeichen die er mirals Nachricht hinterlassen hatte: Der tapfere kleine Kerl hatte sichtatsächlich auf die Drachenschwinge retten können, und ist mit ihr als Blinder Passagierentkommen!

Von dem kleinem Hafen konnten Thassilo und Hurog nach einem Monat wartenendlich eine Passage nach Catar buchen, um ihre Erlebnisse dem Königvorzutragen. Endlich war der Stützpunkt der Cibolaner gefunden, wenn auch mitgrossen Kosten.

Bedächtig schabe ich die letzten Haare vonmeinem Kinn. Es ist jetzt nur ein schmaler Oberlippenbart übrig. Ich grinseschief mein Spiegelbild an. „Nein Wigand, das steht Dir wirklichnicht.“ denke ich mir. Ein letztes Mal hebe ich das Rasiermesser an.

Nach einem Monat in Cibolanischer Gefangenschaft geschah endlich etwas: EineFregatte unter dem blauem Neunzack Cibolas ankerte vor der Insel! MehrereDutzend junger Rekruten und in den Armeedienst gepresste Sklaven wurden auf dieInsel geschafft, während wir und der Magier das Schiff bestiegen. Als wir vomMeer auf die Befestigungen der Insel sahen, fiel mir endlich auf was hier nichtstimmte: Die Mauer, der Turm, das Tor, all dies sah nur von aussen fest undnach einer Festung aus. Tatsächlich war es aber nur Kulisse!

„Jetzt kann ich Euch es ja sagen. Dieser Stützpunkt soll nur vonunserem wirklichem Landungspunkt hier in Myrandia ablenken.“ weihte unsder noch immer namenlose Magier ein. „All das ist Teil von KellenwetsPlan. Ihr könnt auch ein Teil dieses Plans sein. Ihr könnt Euch denrechtmässigen Herren anschliessen, Euch von den Göttern lossagen.“

Selbst wenn wir nicht einwilligen würden, wären wir frei: Haus Rask hatschon ein Lösegeld für Drakkhar angeboten, und würde uns früher oder späternach Catar bringen.

Der Mann war freundlich zu uns, und er machte ein verdammt gutes Angebot.Reiche Entlohnung, das Wissen um meine Herkunft. aber was würde aus Tanja, ausThassilo, aus Hurog und all den anderen? Konnten wir wirklich den Schwurbrechen den wir mittlerweile zwei Königen gegeben haben?

Wir waren beide versucht das Angebot anzunehmen, aber am Ende siegte unserPflichtgefühl.

Mein Gesicht sieht wieder aus wie früher. Ichhabe alle meine Sachen wieder. Naja, fast alle, aber das ist ja nicht der ersteGeldbeutel den ich verloren habe. Mit geübtem Griff knote ich das gelbe Tuch ummeinen Hals und werfe meinen Umhang über die Schultern. „Wir können losDrakkhar. Lass uns dem Herrn von Haus Rask unseren Dank wissen, und dann nichtswie zurück nach Hause.“

„Nach Catar.“

Ankommen – und abreisen!

Auf einem richtigen Schiff über die Wellen gleiten… welch Freiheit. Warumsie sich gegen das Angebot der Cibolaner entschieden hatten, war klar. Standendie Cibolaner doch gegen alles, woran selbst Drakkhar glaubte. Aber könnte esnicht immer so bleiben wie auf diesem Schiff?

Nunja… Wigand war hier etwas fehl am Platz und auch, wenn es Drakkhar egalsein sollte, hatte er diesen „Menschen“ irgendwie fast in sein Herzgeschlossen. Und was war aus den anderen geworden?

Aber wie auch immer seine Wünsche seien mögen… sie würden bald Catarerreichen.

Das Begrüßungskomitee wartete schon, als sie noch nicht einmal eingelaufenwaren. Haus Raskk musste also eine enorme Summe in ihr Lösegeld investierthaben.

Ziemlich lapidar machte uns der Dragobotschafter klar, dass er erwartet,dass Wigand und Drakkhar ihm die überschaubare Summe von 10.000 D zu zahlenhätten. Lachhaft… der Botschafter müsste doch wissen, dass es viel mehr wertwar bei Drakkhar und Wigand einen Gefallen einfordern zu können, hat der alteKönig sich doch schon ihrer Fähigkeiten bedient und sie zu Hofknappen gemacht,waren sie doch Freunde der Zwerge.

Nachdem Drakkhar dem Botschafter dies klar machte, sah dieser es wohl auchein und lies sie ziehen.

Kaum war diese gute Nachricht verdaut, kam auch schon die nächste auf unsereHelden zu. Die Flotte des Königs war schon seit zwei Wochen unterwegs zu derAttrappe, die die Cibolaner erbaut hatten.

Zudem war der „Baron“ etwas verstört über unser plötzlichesVerschwinden, so dass die Bitte von Melchior wie gelegen kann: Die Heldenwurden gebeten, nochmals in das Reich der Zwerge zu reisen, um den zweiten Teilder sagenumwobenen Waffe zu besorgen.

Das war die Gelegenheit weiteren schlechten Nachrichten in der Hauptstadt zuentgehen.

Die Reise in die Zwergenlande war ereignislos und die Helden wurden inBronzetor mit offenen Armen empfangen. Die Zwerge waren sehr hilfreich undboten ihre Unterstützung bei der Suche der Waffe an. Nicht nur, dass sie aneine heilige Stätte reisen durften, nein, sie bekamen sogar einen Führerbereitgestellt.

Das einzige, das diesen sonnigen Tag verdunkelte war die Wut, die ein ZwergDrakkhar entgegenbrachte… Es ging dabei wohl um jenen Degen, den die Zwergedamals Drakkhar geschenkt haben und welchen er an die Cibolaner verlor…

Nun ein Schwur vor den Göttern diese Waffe wieder zu beschaffen und schonwar auch diese Wolke vom Himmel verschwunden….