Szene VI: Die Rückkehr der Druiden

Mit einem unterdrücktem Schrei fuhr er auf, warf die zerwühlten Laken beiseite.Immer noch unter dem Eindruck des Geträumten stand er auf, unwillkürlich daraufachtend das Mädchen neben ihm nicht zu wecken.

Hastig ein Tuch um die Hüfte gewickelt tappte er in den Nebenraum. DasKaminfeuer war erloschen, aber die Glut reichte noch, um ein wenig Licht zumachen. Irgendwie trieb er schliesslich auch noch Tinte und Papier auf, und schriebhastig auf, was er in seinem Traum gehört hat. Danach griff er zu der nochhalbvollen Weinflasche, die er mit dem Mädchen nicht ganz zu Ende getrunkenhatte.

Er versuchte sich an ihren Namen zu erinnern, aber es gelang ihm nicht.

Inzwischen hatte er sich wieder etwas beruhigt. Das was er in demYakrath-Tempel unter der Stadt gesehen hatte nagte mehr an ihm als er zugebenmochte. Diese Dämonenkulte würde er nie verstehen, all das ist viel zuabstoßend. Dennoch, es hatte sich auf mehr als nur einer Ebene für sie gelohntdem Treiben Meinolfs Einhalt zu gebieten:

Nicht nur Ludwig hatten sie befreit, sondern auch noch eine beträchtlicheSchatzkammer gefunden. Diese war gut geschützt, sowohl mit einer Türfalle, wieauch mit vier Untoten, deren Gebeine mit einer Hexerei zusammengehalten wurden,die sogar den Tod Meinolfs überstanden hatte.

Aber die Kammerwar voll, wenn auch nicht alles einfach zu verwerten war: Dermagischen Kultspeer zum Beispiel war natürlich nicht zu Geld zu machen. Dankseiner unheiligen Eigenschaft gerade Göttergläubige zu verletzen konnten sienicht zulassen, diesen in die falschen Hände gelangen zu lassen. Die Akademiewürde sicherlich herausfinden, wie man dieses Ding am besten vernichtet.

Aber da war ja auch noch der magische Schild, und all das Geld. Eigentlichwäre es ja viel zu viel gewesen, als dass sie es schnell genug hättenwegschaffen können, bevor die Hexenjäger den Ort säuberten. Aber dank WigandsKontakten zu den Bettlern waren schnell helfende Hände gefunden. Und dieBettler waren überglücklich mit den fast wertlosen Kupfermünzen…

Wigand schmunzelte als er wieder daran dachte. „fast wertlos“…Er hatte da leichtfertig knapp Kupfer im Wert von 300 Pfennigen verschenkt.Aber es störte ihn gar nicht. Das Wissen neue Freunde und Verbündete gefundenzu haben war ihm mehr wert als nur das Geld. Drakkhar sieht das bestimmtanders, aber bisher hat ihm wohl noch keiner gesagt, wieviel Geld da wirklichwar. Und nachdem die Gilde alles andere gezählt (und ihren Anteil einbehalten)hatte, blieben ja noch jedem Edelsteine im Wert von über 1000 Pfennige, nichtzu vergessen die beiden Amulette für bessere Magieresistenz die sie bei dem Zwergenschmiedgegen den Schild eingetauscht hatten.

„Was ist nur aus dem Schurken von einst geworden?“ fragte sichWigand halblaut, als er wieder auf das Papier mit den Worten aus seinem Traumblickte. „Du hast Dich ganz schön verändert, Junge aus den Halblinglanden.“

Wenigstens waren er und Drakkhar auch endlich ihre Schulden bei Haus Rassklos, der Herr des Hauses hatte sich schlußendlich bereiterklärt die Elbenharfeanstatt der 20.000d zu akzeptieren. Wigand war nicht sonderlich traurig nichtnoch einen Gewinn herauszuschlagen. Eher war er einfach nur froh die Sachehinter sich zu haben.

Überhaupt stellte er fest, dass seine Prioritäten sich stark geänderthatten. Er ertappte sich immer wieder dabei, seinen Freunden Anweisungen zuerteilen, das Kommando zu übernehmen…

Wigand faltete das Papier ein paar Mal zusammen und steckte es in eineseiner Taschen. Es war Zeit das Mädchen aus dem Bett zu werfen, bevor nocheiner der Diener sie sieht….

Die nächsten Tage verbrachte Wigand mit seinen Freunden auf dem kleinenHandelsschiff dass sie nach Dalora bringen sollte. Genauer gesagt, zu denbeiden Statuen nur wenige Tagesmärsche südlich von Ossum, die angeblich das Torzu dem Gefängnis von Tanja und Ammanas bildeten.

Die Reise dorthin war ruhig und ereignislos, die meiste Zeit langweiltensich alle an Bord. Thassilo behauptete er hätte eine kleine Flotte am Horizontgesehen, die von Myrandia aus in Richtung Catar segelte, aber sie war viel zuweit weg um genaueres erkennen zu können.

Als der Kapitän sie endlich an Land setzte küsste Thuran glücklich denfesten Boden. Die Landschaft hier war weitgehend unberührt und wild, doch Hurogkonnte einen Wildwechsel, vielleicht sogar eine alte Straße ausmachen die indas Landesinnere führte. Wigand beschloß dass dies der richtige Weg sei.

Sie mussten nicht weit wandern, da sahen sie sie: Auf einem kleinerem Hügelstanden zwei Statuen, mehrere Meter hoch. Wie Wigand sie als lebende Gestaltenin seinem Traum gesehen hatte, waren sie ein Mann und eine Frau. Er mit Federnim Haar, majestätisch und würdevoll. Sie mit einem Kranz aus Blättern undBlumen, gleichfalls würdevoll und voller Anmut. Die beiden standen rechts undlinks der Straße und sahen auf das Meer hinaus. Sowohl Drakkhar als auch Wiganderkannten sofort dass sie magisch waren.

Unsicher darüber wie er jetzt, wo er endlich hier war, vorzugehen hatte riefWigand erst einmal eine Rast aus. Während die anderen ihre Glieder strecktenund Thassilo sich mal wieder über die Vorräte hermachte ließ Wigand die beidenStatuen auf sich wirken. Ihm war klar, dass die Menschen die sie darstellten inihrer Zeit große Anführer gewesen sein mussten.

Noch bevor Thassilo ernsthaft mit dem Essen anfangen konnte packte Wigandwieder die Unruhe. Er reichte Drakkhar den Runenstab, und fing an die Statuenernsthaft zu untersuchen. Sie waren alt, sehr alt. Die Statuen teilten sicheinen Sockel, der quer über die alte Straße lief.

Und er stellte fest, dass der Bereich zwischen ihnen irgendwie… anderswar. Ohne Zweifel, hier war die Grenze zwischen den Welten weniger konkret alsanderswo, hier konnte man übertreten, wenn man genügend Macht hatte.

Und was war der Runenstab anderes als Macht? Wigand liess sich den Stab vonseinem Mentor in allen magischen Dingen geben, und kehrte zu dem Bereich zwischenden Statuen zurück. Ehe er sich versah fing der Stab an auf die Statuen zureagieren, das Material fing an zu glühen, die Luft schimmerte vor Magie, undWigand erkannte das das Tor geöffnet war.

„Schnell, schnell! Bevor es sich wieder schließt!“

Wigands Gefährten packten hastig alle Sachen zusammen und sprangen in denschimmernden Bereich zwischen den Toren, dicht gefolgt von Wigand.

Kaum hatte er den Durchgang hinter sich gebracht ließ er fluchend denRunenstab fallen, so heiss heiss war es geworden. Und er begann sich geradeüber den seltsamen grauen leuchtenden Himmel zu wundern, da riss ihn ThassilosSchrei aus seinen Gedanken.

„AARGH, wer ist das?“

Wigand konnte gerade noch einen maskierten Mann in enganliegender blauerDiebeskleidung sehen, noch erahnen wie dieser etwas auf den Boden warf. Undplötzlich standen sie alle in einer dichten Rauchwolke. Im Schutze derentstandenen Verwirrung und des dichten Rauches rannte der Mann weg, inRichtung Landesinnere.

„Der hatte das Wappen der Cibolaner auf dem Rücken“ wussteThassilo zu berichten „der stand urplötzlich direkt neben mir, und sahganz verdutzt aus. Ich glaube nicht, dass er damit gerechnet hat, dass wir ihnsehen konnten.“

„Ein cibolanischer Spion! Wie konnte er so nah an die uns herankommen? Warer schon in dieser anderen Dimension, und hat auf uns gewartet, oder ist er mituns hierhergekommen?“ Wigands Gedanken rasten. Nur langsam nahm er wahr,dass die andere Seite des Tores fast genauso aussah wie die, von der siegekommen waren. Nur war hier der Himmel ohne Sonne, leuchtete grau. Das Talhinter ihnen war von Nebel verhüllt, und landeinwärts wurde das anfangs sattgrüne Grass immer kränker und weniger.

Dafür wuchsen vereinzelt bösartig und nach Geschwulsten aussehende Büsche.Nur wenig später würde Thuran sehen, wie ein Imp von einem dieser Büscheaufgefressen wurde.

„Die Spuren von dem Cibolaner beginnen hier mit unseren“ stellteHurog schliesslich fest. „Der muss mit uns durch das Tor gekommen sein.Und er ist ziemlich gut ausgerüstet“ Hurog zeigte mit einem Grinsen die 30Stahlkrähenfüsse die er vom Boden aufgelesen hatte. „Offenbar mag er keineVerfolger…“

„Das ist mir egal, lass uns sehen ob wir ihn nicht noch einholenkönnen“ entgegnete Wigand. Gemeinsam erklommen sie die kleine Anhöhe überdie der Cibolaner geflohen war. Der Anblick liess allen das Herz stocken:

Dort unten erstreckte sich ein Tal. Quer durch dieses Tal wand sich einFluss. Früher mag hier einmal Wasser durchgeflossen sein, doch jetzt war derInhalt blutrot, und die Luft darüber flimmerte vor Hitze.

Auf der ihnen abgewandten Flußseite war die Landschaft von geborstenenFelsbrocken übersäht, und alle waren sich sicher, dass alles dort tot war.

Doch auf der ihnen zugewandten Flußseite war eine Stadt. Sie schien uralt zusein. mit einfachen Häusern aus Holz und Fachwerk, umringt von einer mächtigenMauer. Doch auch diese Stadt wirkte ausgestorben, die meisten Häuser langeverfallen. Und durch diese tote Stadt schritten ziellos mächtige Gestalten:Riesige Weidenmänner!

Und etwas abseits der Stadt, einige wenige Kilometer von ihnen entfernt,stand etwas dass Wigands Herz schneller klopfen liess: Auf einem kreisrundenHügel, der Turm von einem Schwarm Raben umkreist stand die Burg Eichenweiher!Sie waren also tatsächlich am richtigen Ort.

Aufgeregt zupfte Thassilo an Wigands Ärmel. „Da unten, kurz vor derStadt!“ Und tatsächlich konnte Wigand gerade noch erkennen wie eineblaugekleidete durch eine Lücke in der Stadtmauer verschwand.

Weidenmänner. Raben. Die Hexerfeste. Ein Cibolanischer Spion… All das warzu verwirrend für Wigand, er wusste nicht, wie er vorgehen sollte, woanzufangen war. Und bevor er Zeit bekam, darüber in Ruhe nachzudenken wurdeihnen allen deutlich gemacht, wie fremd diese Gegend wirklich war:

Die Gefährten hatten sich wieder hinter die Hügelkuppe zurückgezogen um zuberaten. Und jetzt erklang von der anderen Seite, schnell näherkommend, eineKuhglocke. Die tiefen, leicht scheppernden, den beiden Halblingen so bekanntenKlänge wurden lauter, und tatsächlich tauchte eine Kuh auf der Kuppe, getriebenvon einer kleinen Gruppe Imps! Die Kuh muhte laut, blutete aus kleinerenWunden, und stakste mit einem merkwürdig anmutenden Gang über den Hügel.

Einem Impuls folgend, in der Hoffnung von dem Besitzer der Kuh Hilfe zuerlangen, stürmte Wigand mit gezogenem Schwert auf die Imps zu. Hurog und dieanderen folgtem ihm sofort. Doch lange bevor sie die Dämonischen erreichenkonnten hatten diese ihre hässlichen ledrigen Flügel ausgebreitet und warendavongeflogen, auf die andere Flußseite zu. Thuran der ihnen nachsah konnteausmachen wie sie zwischen einigen Felsen verschwanden.

Zufrieden die Kuh gerettet zu haben, besah Wigand sich sie genauer.Vielleicht liess sich der Besitzer ausfindig machen. Und sofort bereute erdiesen genaueren Blick. Die Kuh ging so seltsam, weil sie nicht auf normalenHufen stand, sondern stattdessen auf vier Menschenfüßen!

Das arme Tier war eindeutig ein Opfer von übler Hexerei, die Augen warengeprägt von einem Ausdruck des Wahnsinns. Drakkhar erlöste diese bedauernswerteKreatur mit einigen gezielten magischen Geschossen.

Immer noch geschockt von diesen Eindrücken wollte Wigand nun endlich überdie nächsten Schritte nachdenken. Doch wieder wurde er jäh davon unterbrochen:Hurog meldete, dass die Imps zurückkehren würden, und sie hätten einenwesentlich größeren Dämon mitgebracht!

Sofort war allen klar, dass dieses Ungeheuer zwei Nummern zu groß für siewar. Hastig suchte jeder Deckung zwischen den Felsbrocken, in der verzweifeltenHoffnung, von dem Dämon nicht gesehen zu werden.

Der riesenhafte Dämon entdeckte schnell die nun tote Kuh, zum Glück jedochkeinen der gut versteckten Gefährten. Mit einem wütenden Schrei schrie derDämon seinen Zorn heraus, und flog wieder von dannen.

Der Schrei des Dämons fuhr allen durch Mark und Bein, doch bei Thassilo undTuran löste er zusätzliche eine blinde Raserei aus. Wie von Sinnen stürzten siesich auf ihre Gefährten, blindwütig um sich schlagend!

Hurog und Wigand hatten glücklicherweise nicht viel Mühe ihre Freundewährend dieser Raserei davon abzuhalten jemanden zu verletzen, und genausoplötzlich wie sie gekommen war, verschwand sie auch wieder.

Dieses Erlebnis reichte Wigand. Sie waren hier eindeutig an einem sehrfremden Ort, wo Regeln galten die keiner von ihnen verstand, wo Gefahrenlauerten die sie nicht einschätzen konnten. Unter diesen Umständen die Burg desHexers zu stürmen mutete Wigand nicht nur leichtsinnig an.

„Das ist Wahnsinn!“

Der Cibolaner hingegen schien sich auszukennen, und in Wigands Augen war erzwar ein Feind, aber zumindest etwas Vertrautes. „Wir suchen zuerst nachdem, lernen über diesen Ort so viel wir können. Dann nehmen wir uns Ammanasvor.“

Seine Freunde waren zuerst nicht ganz einverstanden, vor allem wegen derWeidenmänner, folgten schlußendlich aber Wigand in die alte Stadt.

Inzwischen hatten Wigand und Drakkhar festgestellt, dass der Runenstab seineMagie verloren hatte. Wigand wurde schlagartig klar, dass er damit hätterechnen müsen: Schließlich hatte Tanja ja einen gleichartigen Stab verwendet,und wenn der jetzt noch funktionieren würde, hätte Ammanas ja das Verließ hierverlassen können. Wigand bedeutete Drakkhar in der Dragosprache, die anderenlieber nicht damit zu beunruhigen, es würde sich schon noch ein Weg zurück findenlassen…

Geschützt zwischen den Felsbrocken kriechend erreichten sie alle die Stadt.Vorsichtig gingen sie von Hausecke zu Hausecke, immer den großen und kleinenWeidenmännern ausweichend. Ihr Ziel war ein weitgehend unbeschädigter Turm inder Mitte der Stadt. Als sie ihn endlich erreichten, und hastig durch die Türsprinteten um einem Weidenmann auszuweichen, konnte Thassilo gerade noch hören,wie eine kalte Stimme im oberen Stockwerk sprach: „Jetzt rück endlichdamit heraus Alter, sonst mach‘ ich Dich kalt!“

Nach oben führte nur eine klapprige Leiter. Diese war jedoch schnellerklommen, und oben schafften die Gefährten es nur gerade so, den Cibolanerdaran zu hindern einen alten Mann in braunen Roben umzubringen. Wigand hätteden Spion gerne noch verhört, jedoch wehrte dieser sich so vehement und brutal,dass Drakkhar ihn schlußendlich mit einem gezielten Degenstoß tötete.

Was der Alte wohl zu erzählen hat? Ist dies wirklich die alte Stadt derDruiden, die diese vor Jahrhunderten vor dem Sturm durch die Cibolaner in dieseDimension versetzt hatten?

Ein Drago in Dalheim

Es ist wirlich faszinierend.

Wir sitzen hier in dieser Tasche fest. Nicht, dass wir nicht die Mittelhätten wieder in unsere Welt zurück zu kehren… nein, wir könnten sehr wohljederzeit nach Hause…. nur würden wir gleichzeitig Amanas aus diesemGefängnis befreien.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr gerate ich in ein Dilemma.

Ob wir diese Tanja nun retten, oder nicht sollte nicht über unser eigenesSchicksal entscheiden, allerdings ist zu befürchten, dass Tanja in einerähnlichen Verfassung zu sein scheint wie Wigand.

Es ist mir unbegreiflich, wie sich die Blutlinie eines Drachen in denStammbaum von „Menschen“ einschleichen konnte…

Wir Dragos sind schließlich die direkten Abkömmlinge der Drachen. DerDrachen aus den Zeiten vor Cibola und aus der Zeit von den Göttern.

Kann ich denn sicher sein, dass Wigands „Vater“ nicht einer dergezähmten Drachen aus Cibola ist?

Aber warum sollte sich einer der alten Drachen mit Menschen einlassen, wenndoch das ganze Volk der Dragos zur Verfügung stünde…

Naja… nun ist es zu spät… Ich traue Wigand nicht zu die Motive seines“Vaters“ zu durchschauen… Offenkundig hat er uns aber hier hergelockt weil er wusste, dass wir in der Lage sein würden ganz Dalheim ausseinem Versteck wieder in unsere Welt zu bringen.

Wahrscheinlich begibt sich jetzt gerade eine cibolanische Streitmacht an denOrt, an dem Dalheim erscheinen wird.

Ich hasse es instrumentalisiert zu werden… besonders, wenn es auf dieKappe eines Menschen geht…

Naja… Wigand will eben seine Schwester retten… nichts desto wenigerkönnte er diesen einfachen, wenn auch genialen Plan durchschauen…

Sein „Vater“ schickt seiner „Schwester“ eine Vision,woraufhin diese einen unserer Erzfeinde in eine Dimensionstasche schickt.

Zufälligerweise kommt das Mädchen aber nicht zurück.

Daraufhin schickt der „Vater“ Wigand eine Vision, woraufhin dieserin eben diese Dimensionstasche reist, um seine „Schwester“ zu retten.

Na was für ein Zufall, dass dieser Ort ausgerechnet der Ort ist, an dem sichauch Dalheim befindet… der sagenhafte Ort von dem die einzige echte Bedrohungeiner neuen cibolanischen Invasion hervorgehen könnte.

Die einzige Möglichkeit unserer Rückkehr darin besteht die Dimensionstaschezum Einsturz zu bringen und damit Dalheim wieder zurück auf unsere Welt zubefördern.

Und wir sind letztendlich die dummen Werkzeuge die dafür sorgen werden, dassDalheim und seine druidischen Wunder in die Hände der Cibolaner fallen werden.

Tja… mein lieber Wigand… da hat sich also ein cibolanischer Drachedeiner Sippe bemächtigt und du rennst treudoof wie deine gesamte Brut in dieFalle….

Wie dem auch sei… ich habe nicht vor den Rest meines Lebens hier in dieserDimension zu versauern…

Also wollen wir mal nicht so sein… retten wir eben diese Tanja und sehen,dass wir diese Dimensionstasche zum Einsturz bringen.

Naja… der weise Druide hat seine Bedenken angemeldet, dass wir dasüberhaupt schaffen können. Er hat sich sogar bereit erklärt mich die Wege derDruiden zu lehren…

Kein gutes Zeichen…

Nunja… für unmögliche Aufgaben bedarf es eben Dragos…

Und wenn uns in unserer Welt die cibolanische Armee erwartet, dann soll eseben so sein….

Pläne schmieden

Unruhig warf Wigand sich aufseinem Lager hin und her. „Kein Wunder, dass niemand mehr in dieser Stadtlebt. Wer kann schon mit diesem ewigen grauem Licht leben?“

Um sich etwas abzulenken undseine Gedanken zu sortieren schnappte Wigand sich einen Wetzstein (wieso lagder zwischen seinen Sachen? Ist das nicht eigentlich Hurog seiner?) und begannsein Schwert zu schleifen.

Verflixt, warum hatte er dem alten Druiden bloss die Wahrheit über seineHerkunft erzählt? Natürlich, der alte Mann war ja nicht dumm, und hat sichsicher selbst schon einiges zusammengereimt. Und besser er erfährt es vonWigand, als dass er hinterher Verrat wittert.

Dennoch, jetzt wo der Druide die Sache mit dem Drachenvater weiss, erlaubter Wigand nicht mehr die Sichtweite des Turmes zu verlassen. Zu groß sei dieGefahr, dass Ammanas sich seiner versteckten Kräfte bemächtigt. Zum Glückglaubt er Wigand, dass er keinen Verrat plant.

„Nun, dann muss ich haltmeinen Kopf anstrengen und die anderen von hier aus dirigieren. Ich sollte malDrakkhar fragen, ob er nicht irgendeinen Zauber kennt, dass ich mit ihnen redenkann solange sie woanders sind.“

Wenigstens kann sich Drakkhar mit seinen neuen Zaubern recht ungefährdethier umsehen. Als Rabe hat er die Burg des Hexers Ammanas noch einmal erkundet.Dabei wurde er Zeute einer finsteren Zeremonie, während der ein anscheinendverhungerter Soldat des Hexers in einen Untoten verwandelt wurde. Dabeibenutzte Ammanas einen roten herzförmigen Edelstein, der offensichtlich seineEnergie as dem Altarstein bezog auf dem Tanja lag.

Und der mysteriöse Ritter in Ammanas Diensten, der immer von einer bösartigaussehenden schwarzen Rüstung mit Helm bedeckt ist war wieder zu sehen. Diesmalsprach er sogar kurz mit Ammanas! Seine Stimme sei melodisch, menschlich, sogarangenehm erzählte Drakkhar später. Könnte er vielleicht ein Vampir sein?

Kopf anstrengen, Pläneschmieden… Für Wigands Geschmack haben sie schon viel zu viel Zeit daraufverschwendet. Was wurde nicht schon alles angedacht! Den Dämon zu ärgern damiter Ammanas angreift, Den Dämon durch den Druiden zum Verschwinden zu bringen,des Hexers Truppen von der Hexerburg wegzulocken…

Alle diese Pläne haben einen Haken oderfunktionieren schlicht nicht.

So wie der Versuch den Dämon gegen Ammanas aufzubringen. Der ging wohl auchgrandios daneben. Es fing gut an, Drakkhar verwandelte sich mit einem dieserneuen Zauber in ein Ebenbild Ammanas und nahm Hurog und Thassilo alsVerstärkung zu einer kleinen Exkursion mit.

Ausserhalb der Stadt trafen sie auch tatsächlich einige Imps. Noch bevor siewegfliegen konnten, schoss Hurog aus dem Hinterhalt zwei Pfeile auf sie ab.

Und tatsächlich, die drei konnten sich gerade noch zwischen den Felsbrockenverstecken, da tauchte der große Dämon auf. Der Unhold war offensichtlichstinkwütend, konnte aber niemanden entdecken.

Leider war dem Dämon wohl aber die demoralisierende Wirkung seinesinfernalischen Gebrülls durchaus bewusst, und so hallte wieder einmal einwütender dämonischer Aufschrei über die Ebene.

Drakkhar, ohnehin schon geschwächt durch den seltsamen magischen Einflussdieser Dimension, konnte dem Druck auf seinen Willen nicht mehr standhalten: Erverfiel in wilde Raserei und begann mit bloßen Fäusten auf Hurog einzuschlagen.

Dem Ork machte das nicht viel aus, aber durch den Tumult flog ihre Tarnungauf. Mit einem lauten Krachen setzte der riesige geflügelte Dämon vor ihnenauf.

Der nun folgende Kampf war so kurz wie aussichtslos. Am Ende flog Drakkharals Rabe schwerverletzt zurück zum Turm des Druiden, und Hurog und Thassiloentkamen nur knapp durch eine beherzte Flucht während der Dämon gerade durchDrakkhar abgelenkt war.

Leider war das alles was passierte. Später vermutete Drakkhar, dass derDämon vielleicht durch die Illusion hindurchgesehen hatte… aber er hatAmmanas offenbar nichts erzählt, zumindest ist er nicht zu dieser Burggeflogen.

Langsam zog Wigand denSchleifstein über die Klinge. Ihm kam seine andere Idee wieder in den Sinn.Vielleicht könnte man irgendetwas inszenieren was Ammanas aus der Burg lockt.Die Statuen am Rande der Dimensionsblase waren voller Magie, und bildeten dieGrenze zwischen hier und dort. Was wenn man diese Magie freisetzen könnte?

Drakkhar war zuerst gegen diese Idee, weiss man doch zuwenig über dieseStatuen. Allerdings wandte der alte Druide ein, dass es vielleicht noch einigeBücher darüber in der Stadt geben könnte. Kurzerhand sandte Wigand seineGefährten aus, nach solchen Büchern zu fahnden!

Tatsächlich fanden sich auch einige alte Folianten, die leider alle inalt-dalorisch geschrieben waren. Aber der Druide nahm sie gerne in Empfang undversprach sie schnell durchzusehen.

Zusätzlich fanden Drakkhar und Hurog einen Folianten der Todesmagieausstrahlte, genau wie das Steinschwert das sie schon früher gefunden hatten.

Es stellte sich schliesslich heraus, dass diese Gegenstände einst Mordredgehörten, einem Druiden der vor Jahren plötzlich verschwunden war. SeineAufzeichnungen enthüllten, dass Mordred sich mittels Todesmagie in einen EwigenWächter verwandeln wollte, um auf ewig die Stadt bewachen zu können.

Leider hatte Mordred einen Fehler in seinen Forschungen: Statt in einenWächter wurde aus ihm ein ruheloser und nicht halb so mächtiger Geist, derzudem noch an das Krematorium gebunden war.

Hurog wollte schon das sicherlich großzügig gemeinte Angebot Mordreds einender Helden in solch einen Wächter zu verwandeln annehmen, doch glücklicherweisekonnten Wigand und Drakkhar ihm das ausreden.

Wigand legte den Schleifsteinbeiseite und besah sich die Klinge. Sie war frei von Scharten, aber viel Kampfhat sie eh nicht gesehen. Und wenn der alte Druide seinen Willen bekam, dannwürde sie auch in nächster Zeit keinen Kampf sehen.

„Nun gilt es abzuwarten,ob der Alte etwas in den Büchern findet das uns nützt. Ansonsten muss ich michvielleicht doch für Tanja opfern…“

Der Weg zurück

Diskussionen

Nach der fast verpatzten Begegnung mit dem Dämon sitzen allewieder im Turm des Druiden zusammen. Es wird darüber gesprochen warum der Dämonsich jetzt nicht auf den Turm von Ammanas stürzt und wie lange wir auf eineReaktion des Dämons warten wollen. Wenn er nichts macht, was haben wir dannnoch für Alternativen? Lange wurde diskutiert, viele Möglichkeiten wurdenerörtert. Von dem vielen Gerede tat Hurog der Kopf schon weh. Nach nur einerNacht sollte der große neue Plan starten, doch plötzlich überschlugen sich dieEreignisse…

Imps überall Imps

Es war dunkel geworden. Wie? Wie konnte es dunkel werden, wo doch hier wederTag noch Nacht existiert. Vorsichtig schaut Hurog durch die Schießscharte desTurmes. Der Himmel war überseht mit Imps sie flogen einzeln und in kleinenGruppen Kreuz und quer über den gesamten Himmel. Welche Teufelei war das?Gemeinsam stützten alle aufs Dach des Turmes und durch die vielen Bewegungenkonnte man nur schwer erkennen, dass ein größerer Imp oder kleiner Dämon in derBurg von Ammanas zu landen schien. Keine Gegenwehr aus Burg war zu sehen. Wieausgestorben.

Dhrakhar fliegt

Heldenhaft wie kein Zweiter fasst Dhrakhar den festen Entschluss sich selbstin einen Raben zu verwandeln und tritt den gefährlichen Flug an Hunderten vonImps vorbei zu auf die Burg von Ammanas. Nachdem er zahllosen Angriffenabwehren konnte, erreicht er endlich die dunkle Feste. Lange kauerte Dhrakharin Gestalt eines Raben über dem Hof in dem sich Ammanas mit dem Dämonunterhielt und versuchte aus Gesten oder Betonungen etwas herauszulesen. Dergrauenhaften Sprache die diese beiden Kreaturen der tiefsten Höllen verwandten,war er nicht mächtig. Seine Hoffnung war es, vielleicht ein Buch über dieseSprache im Ammanas Zimmer zu finden, so wand er sich ab und flog in den Turm.Heimtückisch hatte Ammanas jedoch das ganze Zimmer magisch gesichert. Dhrakharkonnte gerade noch eine Kiste greifen und fliehen. Schwer verletzt kehrte er zuuns zurück. Viele eigenartige Dinge waren in der Kiste für die Thassilozufällig den richtigen Schlüssel in der Tasche hatte.

Der Vampir

Eines der Dinge aus der Kiste, eine schwarzen Totenschädel, brachten Wigandund Hurog zum Krematorium damit der Druide der dort lebte es untersuchenkonnte. Sie hatten den Ort gerade verlassen, um dem Druiden in Ruhe das Dinguntersuchen zu lassen, da erschien vor Ihnen ein Vampir. Wigand erkanntesofort, dass es keinen besseren Ort für diesen Kampf geben wird, als imKrematorium und damit mit Unterstützung des Druiden.

Leider folgte der Vampir ihnen nicht in das Gebäude sonder schienverschwunden. Wigand späte durch ein Fenster doch er konnte den Vampirnirgendwo entdecken. Doch was war das? Ein kleines schmutziges Mädchen schiensich in den Ruinen eines nahegelegenen Häuser versteckt zu haben. Sollte nochjemand außer den beiden Druiden noch in dieser Stadt leben?

Wigand rief sie. Zuerst war sie etwas verschreckt, doch dann näherte siesich doch dem Gebäude. Einem inneren Instinkt folgend, ließ sich Wigand zuBoden fallen, als das Mädchen unmittelbar vor ihm stand. Gerade nochrechtzeitig um dem Schwertstreich des Vampirs auszuweichen, in den sich dasMädchen plötzlich verwandelt hatte. Der Druide und Hurog nahmen den Vampir nunins Ziel. Doch er verschwand sofort wieder. Turan und Thassilo hatteninzwischen den Kampf am Krematorium mitbekommen. Sie verständigten den Druidendes Turmes. Dhrakhar und Turan machten sich sofort auf den Weg zum Krematorium.

Dhrakhar eilte schon voraus und traf somit zuerst auf den Vampir, der dieGelegenheit nutzte und Dhrakhar nieder streckte. Wigand, Turan und Hurogwollten jetzt gemeinsam auf den Vampir losgehen. Da erschien jedoch der Druideaus seinem Turm und teleportierte mit Wigand wieder in seinen Turm zurück. Sostürzten sich nur Turan und Hurog auf das Ungetüm. Eingeschüchtert und schwerverletzt durch die gewaltigen Schläge die auf ihn nieder prasselten verwandeltesich der Vampir jedoch erneut in – Nebel – und verschwand.

Der Wagen

Wir versammelten uns erneut auf dem Dach des Turmes. Dhrakhar wurde vonTuran versorgt, sodass seine Wunden sofort geheilt zu seien schienen. Irgendwaskleines verließ die dunkle Burg von Ammanas. Wir beobachteten genau, umherauszufinden welche Teufelei sich die beiden Monstren ausgedacht hatten. Dannerkannten wir es. Ein Wagen beladen mit Menschen. Der große Dämon erscheint amRande seiner Lagerstätte. Die Teufel vereinen sich. Sie wollen gemeinsamangreifen. Das können wir nicht zulassen, denn dem können wir sicher nichtstandhalten.

Das Ritual

Das Ritual, dass uns in die alte Welt zurückführt ist die einzig Möglichkeiteine Vereinigung dieser beiden Kräfte zu verhindern. Wigand ist am Bodenzerstört. So wendet sich Hurog ein letztes Mal zu Wigand um und fragt, ihn ober noch eine anderen Ausweg sieht, doch als Wigand schweigt, wird das Ritualvollendet.

Blitze schlagen von den beiden Statuen aus über den ganzen Himmel, als dievier Elemente in der Mitte des Ritualkreises zusammengeführt sind. Immer wiedertauchen dunkle sternenüberseht Stellen am tristen Grau des Himmels ab. Dann istes vollbracht. Alle ´Regionen sind wieder in seine Heimat zurückgekehrt. DieImps verbrennen wie Fackeln im Himmel und auch vom großen Dämon ist keine Spurmehr zu finden.

Die Nacht

Von neuen Lebensgeistern und großer Hoffnung erfasst springt Wigand auf.Hurog und Turan können ihm kaum folgen. Er hastet zu dem Wagen. Er hofft dortseine Schwester zu finden. Der Druide einsam auf seinem Turm hebt die Armegewaltig hallen seine Worte durch das Tal. Eine gewaltige grüne Welle geht vonIhm aus und was sie berührt verändert sich. Der Fluch der Hölle scheint von demLand ab zufallen und es erholt sich. Hurog springt, er versucht der veränderungauszuweichen.

Der Wagen wird von seinen Zugtieren und zwei Untoten befreit. Sechs Menschenund ein Toter liegen auf ihm doch es sind alles Männer. Wigands Schwester istnicht zu sehen. Während Wigand frustriert zum Turm zurück trottet, ziehen Hurogund Turan den Wagen hinter sich her. Vielleicht kann der Druide ja den Leutenhier wenigstens ihre Gesundheit wiedergeben.

Das Krematorium

Das Loch in der Stadt ist gewaltig, dass das Krematorium gerissen hat, dennaus unerfindlichen Gründen ist es nicht mit der Stadt zurückgekehrt aus derfremden Dimension. Wo ist es hin was ist damit geschehen?

Wigands Rede

Der Verstand von Drachen funktioniert grundsätzlich anders als der unsrige.Der Geist meines Vaters ist mir immer noch fast vollkommen fremd. Doch denDrachen geht es nicht anders. Sie verstehen uns Menschen nicht, begreifennicht, was uns leitet. Meine Geschwister und ich, wir sind gezeugt worden umals Mittler zu dienen, um unserem Vater die Menschen zu erklären.

Mein Vater steht auf der Seite dieses Landes, wie immer wir Menschen esgerade nennen, sei es Dal, Catara, Dalora oder Talore. Er ist mit diesem Landverbunden, ähnlich wie die Druiden von einst es waren.

Und nun ahnte mein Vater, dass schlimme Zeiten auf uns zukommen würden.Seine Spione in Cibola berichteten schon vor Jahren vom ständigen Aufrüsten. Ersah die dunkle Macht der Hexer steigen, spürte die dämonischen Einflüsse diesie beschworen.

Und er erinnerte sich an die Druiden von einst. Erinnerte sich an ihre Liebezu diesem Land, an den Mut ihrer Kämpfer. Und er erinnerte sich an dasverschollene Dalheim, die letzte Bastion.

Mein Vater wusste, dass die Menschen von Catara gegen einen Hexer wieAmmanas nicht mehr viel ausrichten konnten, zuviel von dem alten Wissen gingverloren. Und er sah, dass sie sich auch noch einer anderen Gefahr widmenmussten, die Invasion aus Cibola. Also schickte er meine Schwester, Tanja aus,um Ammanas nach Dalheim zu verbannen.

Es war eine verzweifelte Tat, und er war sich nicht sicher, ob esfunktionieren würde. Seine Hoffnung lag einzig und allein darin, dass dieDruiden noch immer Dalheim bewohnen würden. Er wusste, dass sie Ammanasinstinktiv als einen Feind einstufen müssten. Sie würden Ammanas vernichten undTanja retten.

Dann könnte sie den Druiden von der Welt erzählen, von der Gefahr die erneutdroht. Aber eben auch von der Hoffnung. Sie könnte erzählen von einem möglichenPakt zwischen zwei früheren Feinden, um gemeinsam gegen ein großes Übelvorzugehen.

Im besten Fall würden die Druiden Ammanas vernichten und mit Dalheim wiederin die Welt zurückkehren. Damit hätte Catara einen mächtigen Verbündeten gegenCibola, und ein Zeitalter der Freundschaft zwischen Drachen und Druiden könntebeginnen.

Wovon mein Vater nicht wissen konnte, war die verzweifelte Situation inDalheim. Wie konnte er ahnen, daß es nur noch einen einzigen Druiden gibt? Undso wartete er über ein Jahr lang vergebens auf das Wiedererscheinen vonDalheim, auf Nachricht von seiner Tochter…

Schließlich gelang es uns dann, einen Schlüssel zu dem Tor zwischen denWelten zu erlangen. Und im Großen und Ganzen ging meines Vaters Plan auf:Dalheim ist zurück, und zumindest ein Druide weiss nun, dass ein Drachenkindaus ehrenwerten Motiven handeln kann.

Dieses Drachenkind bietet Euch nun einen Pakt an, alter Mann: Lasst unsgemeinsam gegen die Hexer und gegen die Cibolaner vorgehen. Lasst uns diesemLand den Frieden zurückgeben. Landeinwärts gibt es noch viele, die verzweifeltTeile des alten Wissens der Druiden bewahren. Doch sie sind in Gefahr, dieHexer korrumpieren sie langsam aber stetig.

Nehmt Eure Weidenmänner und zieht westwärts. Nehmt Eure Nachkommen unter dieFittiche, lehrt sie was Ihr wisst.

Ich bitte Euch gen Eichenweiher zu ziehen und meine Schwester zu befreien.Wir müssen wieder zurück nach Catara, um den Sturm der Cibolaner aufzuhalten.Mein Vater ruft mich zurück in diesen Krieg. Ihr seid Tanjas letzte Hoffnung.Ihr seid der einzige, der Ammanas aufhalten kann.

Dalheim – Ossum – Catar

Obwohl alle Helden des Nachts ängstlich Wache halten, liess sich währendihrer letzten Nacht in Dalheim nicht ein einziger Krieger des Spinnenclanssehen.

Am nächsten Morgen erhält Wigand dann endlich ein kleines Bündel mit einemZweigmännchen darin. „Es wird ein bis zwei Monate belebt bleiben,vorausgesetzt Ihr beschädigt es nicht.“ erklärt der alte Mann.

Noch während die Freunde ihre Sachen zusammenpacken klettert der alte Druideauf einen der Weidenmänner und verlässt mit seinen Kreaturen Dalheim. „Nunhat auch der letzte Bewohner diese alte Heimstatt druidischen Wissensverlassen. Jetzt ist es wahrlich eine Geisterstadt“ denkt sich Wigand, undmacht sich mit den anderen auf nach Ossum.

Wigands Einschätzung zufolge war Ossum nicht weit weg, und tatsächlicherreichten die Helden schon nach 2 Tagen anstrengenden Marsches die Stadt.

Zu Drakkhars Entsetzen war dies aber keine prächtige Metropole, und dank dercibolanischen Übermacht zur See lag der Lebensstandard noch niedriger alssonst.

„Wir gehen in das beste Wirtshaus der Stadt“ sagte Drakkhar zuHurog, der sich noch ein wenig bei den Orks umhören wollte.

Hurog war auf der Suche nach dem alten Ork-Schamanen, der ihn vor zweiJahren in den Süden geschickt hatte. Sein Plan war es, dass der Schamane mitdem Wissen der Druiden die Armeen der Orks magisch stärken könnte. Damit wärensie eine unvergleichliche Waffe gegen Cibola.

Doch wie nicht anders zu erwarten fand er den Schamanen nicht. Wohl aberBerichte über ihn, wie er junge Orks vor der Gefahr Cibolas warnte. ImEndeffekt beauftragte Hurog einen jungen Ork um für ihn den Schamanenaufzusuchen und seine Nachricht zu überbringen.

„DAS soll das beste Haus sein?“ fragte Drakkhar Wigandwährenddessen, als dieser auf eine Kaschemme zeigte, die in Catar wohl nur alsabbruchreif bezeichnet würde.

Aber die Diebeszeichen die Wigand am Eingang gesehen hatte besagtenwenigstens, dass die Betten hier wanzenfrei und die Wirte ehrlich seien.

Die nächsten Stunden verbrachten Wigand und Thassilo damit, die Stadtgenauer zu erkunden, und vielleicht sogar ein Schiff aufzutreiben, dass sienach Catar bringen würde.

Leider sahen die meisten Schiffe nicht sonderlich seetüchtig aus, bis auf…ja, bis auf die eine Dragojacht.

Nur wenig später stand Wigand im Haus des Händlers (und Hehlers) Martensen,und erklärte dem verwegenem Kapitän Charn, daß sein Herr, der Drago Drakkharvon Ravenstein gerade eine ausgedehnte Exploration der Hexerlande hinter sichhätte, und nun einen vertrauenswürdigen Drago suche, der ihm bei dem Transportvon Dingen nationalem Interesses gen Catar helfen würde…

Wie nicht anders zu erwarten verstanden sich die beiden Geschuppten hervorragend,und bei einem Glas Feuerwein aus Dragolad wurde das Geschäft besiegelt:Drakkhar würde dem Kapitän in Catar in die Gesellschaft einführen, und dafürbringt Charn die Helden sicher dorthin.

(In der Zwischenzeit hätte Wigand es beinahe fertiggebracht mit der TochterMartensens ein Hexerritual durchzuführen, aber er konnte gerade nochrechtzeitig Drakkhar auf magischem Wege zu Hilfe rufen. „Mehr Glück alsVerstand“ schalt ihn sein Lehrmeister in arkanen Dingen, „aberwenigstens hast Du erkannt womit Du es zu tun hattest…“)

Die „Wellenklinge“ war ein seltsames kleines Schiff: Ihr fehltefast jeglicher Laderaum, ihre Kajüte war klein aber dennoch prächtig. Aber siedurchschnitt die Fluten des Meeres so zügig wie kaum ein anderes Schiff.

Deswegen verwunderte es auch die Freunde, dass Kapitän Charn gar nicht erstAnstalten machte, der cibolanischen Fregatte Glaspracht auszuweichen. Nein,stattdessen ging Charn längsseits, und schwang sich an Deck des Cibolaners.

Die Helden, insbesondere Hurog waren bestürzt! Würde der Drago sie gar denFeinden ausliefern?

Aber nein, all diese Befürchtungen erwiesen sich als grundlos. Charn hatteHandel getrieben, und gar eine ganze Kiste Feuerwaffen erworben. Er verkaufteDrakkhar sogar eine! Und endlich erfuhren Drakkhar und Wigand wie der Cibolanerhiess, der sie damals gefangengenommen hatte: Offizier Kalaamn.

Die Ankunft in Catar fiel leider nicht ganz so glorreich aus, wie sicheinige der Helden es ausgemalt hatten:

Überall standen Soldaten der Kirche Rilos Wache, es schien fast, als wennsie die Aufgabe der Stadtwachen übernommen hätten.

Und tatsächlich: Nachdem die Freunde sich überall in der Stadt umgehörthatten, sei es bei den Bettlern, der Diebesgilde, dem (von Rilos-Soldatenbewachtem) Bibliothekar, langsam erfuhren sie von all den Ereignissen:

Vor sechs Wochen (und das wo sie doch nur 4 Wochen weg waren… die Zeit inder Dimensionsblase muss anders abgelaufen sein) wurde der König vonAttentätern vergiftet. Sie benutzten ein höchst seltenes magisches Gift, dassvon der fernen Insel Bataar stammt. Lady Alsen hatte kurzerhand mit 10Paladinen zusammen ein Ritual gewirkt, das den König in magische Stasisversetzte. So ist er zwar eingefroren, handlungsunfähig, aber das Gift kann ihnauch nicht töten. Mit dieser Verzweiflungstat wurde die Zeit gewonnen, Heldennach Myrandia zu schicken.

Diese tapferen Seelen sollen dort, inmitten feindlichen Gebiets, nach derverschollenen Königskrone suchen. Der Hauptedelstein in der Krone hatunglaubliche magische Macht. Eine Macht, die das Gift neutralisieren könnte.

In der Zwischenzeit hatte der Bischof von Rilos die Regierungsgeschäfteübernommen. Seine Ordenskrieger sorgten nun für die Sicherheit in der Stadt -mit eiserner Hand. Die meisten Einwohner Catars schienen mittlerweile inständiger Furcht vor der Kirchenobrigkeit zu leben.

Lady Alsen stand unter dem Verdacht des Hochverrats und damit unterHausarrest. Bibliothekar Melchior konnte zwar die Helden empfangen, aber aucher fand sich unter permanenter Bewachung durch die Ordenskrieger Rilos.

In der Zeit in der sie ihre Erkundigungen einholten gelang es Wigand undDrakkhar wenigstens, ihre Versprechen Kapitän Charns gegenüber einzuhalten:Sowohl Platimes Leute von der Diebesgilde und Botschafter Rassk von den Dragoswaren sehr erfreut einen neuen ergiebigen Kontakt zu haben.

Am zweiten Tag ihres Aufenthalts in Catar spricht ein unbekannter MannWigand an: Sein Herr hätte einen Auftrag für ihn. Zusammen mit Hurog, Thassilound Thuran trifft sich Wigand mit dem Herren.

Er stellte sich als Adliger vor, verriet vorerst allerdings nicht seinenNamen. Die Geschichte die er erzählte war geeignet Wigands Herz zu rühren, dieUmstände machten ihn aber misstrauisch: Die junge uneheliche Tochter des Manneswurde auf dem Weg von Felland nach Catar von Goblins entführt. Nach allem waser herausgefunden hätte, sei sie in der Zwischenzeit wohl an eines von fünfBarbarendörfer südlich der Grenze als Sklavin verkauft worden.

Aus Sorge um seinen Ruf wollte der Mann vorerst nicht seinen Namen verraten,gleichzeitig bot er aber jedem der Helden 1 cibolanische Mark als Belohnung an,sollten sie seine Tochter unbeschadet nach Catar zu bringen.

Nach langem Zögern willige Wigand im Namen der Gruppe ein diesen Auftrag zuübernehmen…

In der Zwischenzeit traf sich Drakkhar heimlich mit Uhar Derragol, demobersten Magier des Kultes. Von diesem erfuhr er bedeutende Dinge: Der Kultbewahrt in seinen Archiven eine Anleitung auf, wie Stab und Kugel benutztwerden können um die 9 Altäre auf Myrandie zu schliessen. Wenn dies geschieht,ist Kellenwett seiner Macht beraubt.

Allerdings müssten vorher die pro-cibolanischen Kräfte innerhalb des Kultesdavon überzeugt werden, gegen die alte Heimat zu streiten.

Uhar gab sich optimistisch, dass sich die königstreuen Kräfte innerhalb desKultes durchsetzen würden, allerdings würde dies noch eine Weile dauern.

Als Zeichen des guten Willens übergab Hurog die fehlenden Beinschienen vonHurogs Rüstung.

Bei der nächsten Flut brachen die Freunde dann an Bord von Kapitän CharnsWellenklinge nach Felland auf.