Szene VI: Die Rückkehr der Druiden

Mit einem unter­drück­tem Schrei fuhr er auf, warf die zer­wühl­ten Laken beiseite.Immer noch unter dem Ein­druck des Geträum­ten stand er auf, unwill­kür­lich dar­au­fach­tend das Mäd­chen neben ihm nicht zu wecken.

Has­tig ein Tuch um die Hüf­te gewi­ckelt tapp­te er in den Neben­raum. Das­Ka­min­feu­er war erlo­schen, aber die Glut reich­te noch, um ein wenig Licht zuma­chen. Irgend­wie trieb er schliess­lich auch noch Tin­te und Papier auf, und schrieb­has­tig auf, was er in sei­nem Traum gehört hat. Danach griff er zu der noch­halb­vol­len Wein­fla­sche, die er mit dem Mäd­chen nicht ganz zu Ende getrun­ken­hat­te.

Er ver­such­te sich an ihren Namen zu erin­nern, aber es gelang ihm nicht.

Inzwi­schen hat­te er sich wie­der etwas beru­higt. Das was er in demYa­krath-Tem­pel unter der Stadt gese­hen hat­te nag­te mehr an ihm als er zuge­ben­moch­te. Die­se Dämo­nen­kul­te wür­de er nie ver­ste­hen, all das ist viel zuab­sto­ßend. Den­noch, es hat­te sich auf mehr als nur einer Ebe­ne für sie gelohnt­dem Trei­ben Meinolfs Ein­halt zu gebie­ten:

Nicht nur Lud­wig hat­ten sie befreit, son­dern auch noch eine beträcht­li­che­Schatz­kam­mer gefun­den. Die­se war gut geschützt, sowohl mit einer Tür­fal­le, wieauch mit vier Unto­ten, deren Gebei­ne mit einer Hexe­rei zusam­men­ge­hal­ten wurden,die sogar den Tod Meinolfs über­stan­den hat­te.

Aber die Kam­mer­war voll, wenn auch nicht alles ein­fach zu ver­wer­ten war: Der­ma­gi­schen Kult­s­peer zum Bei­spiel war natür­lich nicht zu Geld zu machen. Dank­s­ei­ner unhei­li­gen Eigen­schaft gera­de Göt­ter­gläu­bi­ge zu ver­let­zen konn­ten sie­n­icht zulas­sen, die­sen in die fal­schen Hän­de gelan­gen zu las­sen. Die Aka­de­mie­wür­de sicher­lich her­aus­fin­den, wie man die­ses Ding am bes­ten ver­nich­tet.

Aber da war ja auch noch der magi­sche Schild, und all das Geld. Eigent­lich­wä­re es ja viel zu viel gewe­sen, als dass sie es schnell genug hät­ten­weg­schaf­fen kön­nen, bevor die Hexen­jä­ger den Ort säu­ber­ten. Aber dank Wigan­ds­Kon­tak­ten zu den Bett­lern waren schnell hel­fen­de Hän­de gefun­den. Und die­Bett­ler waren über­glück­lich mit den fast wert­lo­sen Kup­fer­mün­zen…

Wigand schmun­zel­te als er wie­der dar­an dach­te. „fast wertlos“…Er hat­te da leicht­fer­tig knapp Kup­fer im Wert von 300 Pfen­ni­gen verschenkt.Aber es stör­te ihn gar nicht. Das Wis­sen neue Freun­de und Ver­bün­de­te gefun­den­zu haben war ihm mehr wert als nur das Geld. Drakkhar sieht das bestimm­tan­ders, aber bis­her hat ihm wohl noch kei­ner gesagt, wie­viel Geld da wirk­lich­war. Und nach­dem die Gil­de alles ande­re gezählt (und ihren Anteil einbehalten)hatte, blie­ben ja noch jedem Edel­stei­ne im Wert von über 1000 Pfen­ni­ge, nicht­zu ver­ges­sen die bei­den Amu­let­te für bes­se­re Magie­re­sis­tenz die sie bei dem Zwer­gen­schmied­ge­gen den Schild ein­ge­tauscht hat­ten.

Was ist nur aus dem Schur­ken von einst gewor­den?“ frag­te sich­Wi­gand halb­laut, als er wie­der auf das Papier mit den Wor­ten aus sei­nem Traum­blick­te. „Du hast Dich ganz schön ver­än­dert, Jun­ge aus den Halb­lin­glan­den.“

Wenigs­tens waren er und Drakkhar auch end­lich ihre Schul­den bei Haus Rass­klos, der Herr des Hau­ses hat­te sich schlu­ßend­lich bereit­er­klärt die Elben­har­fe­an­statt der 20.000d zu akzep­tie­ren. Wigand war nicht son­der­lich trau­rig nicht­noch einen Gewinn her­aus­zu­schla­gen. Eher war er ein­fach nur froh die Sache­hin­ter sich zu haben.

Über­haupt stell­te er fest, dass sei­ne Prio­ri­tä­ten sich stark geän­dert­hat­ten. Er ertapp­te sich immer wie­der dabei, sei­nen Freun­den Anwei­sun­gen zuer­tei­len, das Kom­man­do zu über­neh­men…

Wigand fal­te­te das Papier ein paar Mal zusam­men und steck­te es in eines­ei­ner Taschen. Es war Zeit das Mäd­chen aus dem Bett zu wer­fen, bevor noch­ei­ner der Die­ner sie sieht.…

Die nächs­ten Tage ver­brach­te Wigand mit sei­nen Freun­den auf dem klei­nen­Han­dels­schiff dass sie nach Dalo­ra brin­gen soll­te. Genau­er gesagt, zu den­bei­den Sta­tu­en nur weni­ge Tages­mär­sche süd­lich von Ossum, die angeb­lich das Tor­zu dem Gefäng­nis von Tan­ja und Amma­nas bil­de­ten.

Die Rei­se dort­hin war ruhig und ereig­nis­los, die meis­te Zeit lang­weil­ten­sich alle an Bord. Thas­si­lo behaup­te­te er hät­te eine klei­ne Flot­te am Hori­zont­ge­se­hen, die von Myran­dia aus in Rich­tung Catar segel­te, aber sie war viel zuweit weg um genaue­res erken­nen zu kön­nen.

Als der Kapi­tän sie end­lich an Land setz­te küss­te Thu­ran glück­lich den­fes­ten Boden. Die Land­schaft hier war weit­ge­hend unbe­rührt und wild, doch Hurog­konn­te einen Wild­wech­sel, viel­leicht sogar eine alte Stra­ße aus­ma­chen die indas Lan­des­in­ne­re führ­te. Wigand beschloß dass dies der rich­ti­ge Weg sei.

Sie muss­ten nicht weit wan­dern, da sahen sie sie: Auf einem klei­ne­rem Hügel­stan­den zwei Sta­tu­en, meh­re­re Meter hoch. Wie Wigand sie als leben­de Gestal­ten­in sei­nem Traum gese­hen hat­te, waren sie ein Mann und eine Frau. Er mit Feder­nim Haar, majes­tä­tisch und wür­de­voll. Sie mit einem Kranz aus Blät­tern und­Blu­men, gleich­falls wür­de­voll und vol­ler Anmut. Die bei­den stan­den rechts und­links der Stra­ße und sahen auf das Meer hin­aus. Sowohl Drakkhar als auch Wigan­der­kann­ten sofort dass sie magisch waren.

Unsi­cher dar­über wie er jetzt, wo er end­lich hier war, vor­zu­ge­hen hat­te rief­Wi­gand erst ein­mal eine Rast aus. Wäh­rend die ande­ren ihre Glie­der streck­tenund Thas­si­lo sich mal wie­der über die Vor­rä­te her­mach­te ließ Wigand die bei­den­Sta­tu­en auf sich wir­ken. Ihm war klar, dass die Men­schen die sie dar­stell­ten inih­rer Zeit gro­ße Anfüh­rer gewe­sen sein muss­ten.

Noch bevor Thas­si­lo ernst­haft mit dem Essen anfan­gen konn­te pack­te Wigandwie­der die Unru­he. Er reich­te Drakkhar den Runen­stab, und fing an die Sta­tuen­ernst­haft zu unter­su­chen. Sie waren alt, sehr alt. Die Sta­tu­en teil­ten sich­ei­nen Sockel, der quer über die alte Stra­ße lief.

Und er stell­te fest, dass der Bereich zwi­schen ihnen irgend­wie… anders­war. Ohne Zwei­fel, hier war die Gren­ze zwi­schen den Wel­ten weni­ger kon­kret alsan­ders­wo, hier konn­te man über­tre­ten, wenn man genü­gend Macht hat­te.

Und was war der Runen­stab ande­res als Macht? Wigand liess sich den Stab vons­ein­em Men­tor in allen magi­schen Din­gen geben, und kehr­te zu dem Bereich zwi­schen­den Sta­tu­en zurück. Ehe er sich ver­sah fing der Stab an auf die Sta­tu­en zure­agie­ren, das Mate­ri­al fing an zu glü­hen, die Luft schim­mer­te vor Magie, und­Wi­gand erkann­te das das Tor geöff­net war.

Schnell, schnell! Bevor es sich wie­der schließt!“

Wigan­ds Gefähr­ten pack­ten has­tig alle Sachen zusam­men und spran­gen in den­schim­mern­den Bereich zwi­schen den Toren, dicht gefolgt von Wigand.

Kaum hat­te er den Durch­gang hin­ter sich gebracht ließ er flu­chend den­Ru­nen­stab fal­len, so heiss heiss war es gewor­den. Und er begann sich gera­de­über den selt­sa­men grau­en leuch­ten­den Him­mel zu wun­dern, da riss ihn Thas­si­los­Schrei aus sei­nen Gedan­ken.

AARGH, wer ist das?“

Wigand konn­te gera­de noch einen mas­kier­ten Mann in eng­an­lie­gen­der blau­er­Die­bes­klei­dung sehen, noch erah­nen wie die­ser etwas auf den Boden warf. Und­plötz­lich stan­den sie alle in einer dich­ten Rauch­wol­ke. Im Schut­ze derent­stan­de­nen Ver­wir­rung und des dich­ten Rau­ches rann­te der Mann weg, inRich­tung Lan­des­in­ne­re.

Der hat­te das Wap­pen der Cibola­ner auf dem Rücken“ wuss­te­Thas­si­lo zu berich­ten „der stand urplötz­lich direkt neben mir, und sah­ganz ver­dutzt aus. Ich glau­be nicht, dass er damit gerech­net hat, dass wir ihn­se­hen konn­ten.“

Ein cibola­ni­scher Spi­on! Wie konn­te er so nah an die uns her­an­kom­men? Warer schon in die­ser ande­ren Dimen­si­on, und hat auf uns gewar­tet, oder ist er mit­uns hier­her­ge­kom­men?“ Wigan­ds Gedan­ken ras­ten. Nur lang­sam nahm er wahr,dass die ande­re Sei­te des Tores fast genau­so aus­sah wie die, von der sie­ge­kom­men waren. Nur war hier der Him­mel ohne Son­ne, leuch­te­te grau. Das Tal­hin­ter ihnen war von Nebel ver­hüllt, und land­ein­wärts wur­de das anfangs satt­grü­ne Grass immer krän­ker und weni­ger.

Dafür wuch­sen ver­ein­zelt bös­ar­tig und nach Geschwuls­ten aus­se­hen­de Büsche.Nur wenig spä­ter wür­de Thu­ran sehen, wie ein Imp von einem die­ser Büsche­auf­ge­fres­sen wur­de.

Die Spu­ren von dem Cibola­ner begin­nen hier mit unse­ren“ stell­te­Hurog schliess­lich fest. „Der muss mit uns durch das Tor gekom­men sein.Und er ist ziem­lich gut aus­ge­rüs­tet“ Hurog zeig­te mit einem Grin­sen die 30Stahlkrähenfüsse die er vom Boden auf­ge­le­sen hat­te. „Offen­bar mag er kei­ne­Ver­fol­ger…“

Das ist mir egal, lass uns sehen ob wir ihn nicht noch ein­ho­len­kön­nen“ ent­geg­ne­te Wigand. Gemein­sam erklom­men sie die klei­ne Anhö­he über­die der Cibola­ner geflo­hen war. Der Anblick liess allen das Herz sto­cken:

Dort unten erstreck­te sich ein Tal. Quer durch die­ses Tal wand sich ein­Fluss. Frü­her mag hier ein­mal Was­ser durch­ge­flos­sen sein, doch jetzt war der­In­halt blut­rot, und die Luft dar­über flim­mer­te vor Hit­ze.

Auf der ihnen abge­wand­ten Fluß­sei­te war die Land­schaft von gebors­te­nen­Fels­bro­cken über­säht, und alle waren sich sicher, dass alles dort tot war.

Doch auf der ihnen zuge­wand­ten Fluß­sei­te war eine Stadt. Sie schien uralt zusein. mit ein­fa­chen Häu­sern aus Holz und Fach­werk, umringt von einer mäch­ti­gen­Mau­er. Doch auch die­se Stadt wirk­te aus­ge­stor­ben, die meis­ten Häu­ser lan­ge­ver­fal­len. Und durch die­se tote Stadt schrit­ten ziel­los mäch­ti­ge Gestalten:Riesige Wei­den­män­ner!

Und etwas abseits der Stadt, eini­ge weni­ge Kilo­me­ter von ihnen entfernt,stand etwas dass Wigan­ds Herz schnel­ler klop­fen liess: Auf einem kreis­run­den­Hü­gel, der Turm von einem Schwarm Raben umkreist stand die Burg Eichenweiher!Sie waren also tat­säch­lich am rich­ti­gen Ort.

Auf­ge­regt zupf­te Thas­si­lo an Wigan­ds Ärmel. „Da unten, kurz vor der­Stadt!“ Und tat­säch­lich konn­te Wigand gera­de noch erken­nen wie eineb­lau­ge­klei­de­te durch eine Lücke in der Stadt­mau­er ver­schwand.

Wei­den­män­ner. Raben. Die Hex­er­fes­te. Ein Cibola­ni­scher Spi­on… All das war­zu ver­wir­rend für Wigand, er wuss­te nicht, wie er vor­ge­hen soll­te, woan­zu­fan­gen war. Und bevor er Zeit bekam, dar­über in Ruhe nach­zu­den­ken wurdeih­nen allen deut­lich gemacht, wie fremd die­se Gegend wirk­lich war:

Die Gefähr­ten hat­ten sich wie­der hin­ter die Hügel­kup­pe zurück­ge­zo­gen um zube­ra­ten. Und jetzt erklang von der ande­ren Sei­te, schnell näher­kom­mend, eine­Kuh­glo­cke. Die tie­fen, leicht schep­pern­den, den bei­den Halb­lin­gen so bekann­ten­Klän­ge wur­den lau­ter, und tat­säch­lich tauch­te eine Kuh auf der Kup­pe, getrie­ben­von einer klei­nen Grup­pe Imps! Die Kuh muh­te laut, blu­te­te aus klei­ne­ren­Wun­den, und staks­te mit einem merk­wür­dig anmu­ten­den Gang über den Hügel.

Einem Impuls fol­gend, in der Hoff­nung von dem Besit­zer der Kuh Hil­fe zuer­lan­gen, stürm­te Wigand mit gezo­ge­nem Schwert auf die Imps zu. Hurog und die­an­de­ren folg­tem ihm sofort. Doch lan­ge bevor sie die Dämo­ni­schen errei­chen­konn­ten hat­ten die­se ihre häss­li­chen led­ri­gen Flü­gel aus­ge­brei­tet und waren­da­von­ge­flo­gen, auf die ande­re Fluß­sei­te zu. Thu­ran der ihnen nach­sah konn­te­aus­ma­chen wie sie zwi­schen eini­gen Fel­sen ver­schwan­den.

Zufrie­den die Kuh geret­tet zu haben, besah Wigand sich sie genauer.Vielleicht liess sich der Besit­zer aus­fin­dig machen. Und sofort bereu­te erdie­sen genaue­ren Blick. Die Kuh ging so selt­sam, weil sie nicht auf nor­ma­len­Hu­fen stand, son­dern statt­des­sen auf vier Men­schen­fü­ßen!

Das arme Tier war ein­deu­tig ein Opfer von übler Hexe­rei, die Augen waren­ge­prägt von einem Aus­druck des Wahn­sinns. Drakkhar erlös­te die­se bedau­erns­wer­te­Krea­tur mit eini­gen geziel­ten magi­schen Geschos­sen.

Immer noch geschockt von die­sen Ein­drü­cken woll­te Wigand nun end­lich über­die nächs­ten Schrit­te nach­den­ken. Doch wie­der wur­de er jäh davon unterbrochen:Hurog mel­de­te, dass die Imps zurück­keh­ren wür­den, und sie hät­ten einen­we­sent­lich grö­ße­ren Dämon mit­ge­bracht!

Sofort war allen klar, dass die­ses Unge­heu­er zwei Num­mern zu groß für sie­war. Has­tig such­te jeder Deckung zwi­schen den Fels­bro­cken, in der ver­zwei­fel­ten­Hoff­nung, von dem Dämon nicht gese­hen zu wer­den.

Der rie­sen­haf­te Dämon ent­deck­te schnell die nun tote Kuh, zum Glück jedochkei­nen der gut ver­steck­ten Gefähr­ten. Mit einem wüten­den Schrei schrie der­Dä­mon sei­nen Zorn her­aus, und flog wie­der von dan­nen.

Der Schrei des Dämons fuhr allen durch Mark und Bein, doch bei Thas­si­lo und­Turan lös­te er zusätz­li­che eine blin­de Rase­rei aus. Wie von Sin­nen stürz­ten sie­sich auf ihre Gefähr­ten, blind­wü­tig um sich schla­gend!

Hurog und Wigand hat­ten glück­li­cher­wei­se nicht viel Mühe ihre Freun­de­wäh­rend die­ser Rase­rei davon abzu­hal­ten jeman­den zu ver­let­zen, und genauso­plötz­lich wie sie gekom­men war, ver­schwand sie auch wie­der.

Die­ses Erleb­nis reich­te Wigand. Sie waren hier ein­deu­tig an einem sehr­frem­den Ort, wo Regeln gal­ten die kei­ner von ihnen ver­stand, wo Gefah­ren­lau­er­ten die sie nicht ein­schät­zen konn­ten. Unter die­sen Umstän­den die Burg des­He­x­ers zu stür­men mute­te Wigand nicht nur leicht­sin­nig an.

Das ist Wahn­sinn!“

Der Cibola­ner hin­ge­gen schien sich aus­zu­ken­nen, und in Wigan­ds Augen war erz­war ein Feind, aber zumin­dest etwas Ver­trau­tes. „Wir suchen zuerst nach­dem, ler­nen über die­sen Ort so viel wir kön­nen. Dann neh­men wir uns Amma­nas­vor.“

Sei­ne Freun­de waren zuerst nicht ganz ein­ver­stan­den, vor allem wegen der­Wei­den­män­ner, folg­ten schlu­ßend­lich aber Wigand in die alte Stadt.

Inzwi­schen hat­ten Wigand und Drakkhar fest­ge­stellt, dass der Runen­stab sei­ne­Ma­gie ver­lo­ren hat­te. Wigand wur­de schlag­ar­tig klar, dass er damit hät­te­rech­nen müsen: Schließ­lich hat­te Tan­ja ja einen gleich­ar­ti­gen Stab verwendet,und wenn der jetzt noch funk­tio­nie­ren wür­de, hät­te Amma­nas ja das Ver­ließ hier­ver­las­sen kön­nen. Wigand bedeu­te­te Drakkhar in der Dra­go­s­pra­che, die ande­ren­lie­ber nicht damit zu beun­ru­hi­gen, es wür­de sich schon noch ein Weg zurück fin­den­las­sen…

Geschützt zwi­schen den Fels­bro­cken krie­chend erreich­ten sie alle die Stadt.Vorsichtig gin­gen sie von Haus­ecke zu Haus­ecke, immer den gro­ßen und klei­nen­Wei­den­män­nern aus­wei­chend. Ihr Ziel war ein weit­ge­hend unbe­schä­dig­ter Turm inder Mit­te der Stadt. Als sie ihn end­lich erreich­ten, und has­tig durch die Tür­sprin­te­ten um einem Wei­den­mann aus­zu­wei­chen, konn­te Thas­si­lo gera­de noch hören,wie eine kal­te Stim­me im obe­ren Stock­werk sprach: „Jetzt rück end­lich­da­mit her­aus Alter, sonst mach‘ ich Dich kalt!“

Nach oben führ­te nur eine klapp­ri­ge Lei­ter. Die­se war jedoch schnel­ler­klom­men, und oben schaff­ten die Gefähr­ten es nur gera­de so, den Cibola­n­er­dar­an zu hin­dern einen alten Mann in brau­nen Roben umzu­brin­gen. Wigand hät­te­den Spi­on ger­ne noch ver­hört, jedoch wehr­te die­ser sich so vehe­ment und brutal,dass Drakkhar ihn schlu­ßend­lich mit einem geziel­ten Degen­stoß töte­te.

Was der Alte wohl zu erzäh­len hat? Ist dies wirk­lich die alte Stadt der­Drui­den, die die­se vor Jahr­hun­der­ten vor dem Sturm durch die Cibola­ner in die­se­Di­men­si­on ver­setzt hat­ten?

Ein Drago in Dalheim

Es ist wir­lich fas­zi­nie­rend.

Wir sit­zen hier in die­ser Tasche fest. Nicht, dass wir nicht die Mit­tel­hät­ten wie­der in unse­re Welt zurück zu keh­ren… nein, wir könn­ten sehr wohl­je­der­zeit nach Hau­se.… nur wür­den wir gleich­zei­tig Ama­nas aus die­sem­Ge­fäng­nis befrei­en.

Je mehr ich dar­über nach­den­ke, des­to mehr gera­te ich in ein Dilem­ma.

Ob wir die­se Tan­ja nun ret­ten, oder nicht soll­te nicht über unser eigenes­Schick­sal ent­schei­den, aller­dings ist zu befürch­ten, dass Tan­ja in einer­ähn­li­chen Ver­fas­sung zu sein scheint wie Wigand.

Es ist mir unbe­greif­lich, wie sich die Blut­li­nie eines Dra­chen in den­Stamm­baum von „Men­schen“ ein­schlei­chen konn­te…

Wir Dra­gos sind schließ­lich die direk­ten Abkömm­lin­ge der Dra­chen. Der­Dra­chen aus den Zei­ten vor Cibo­la und aus der Zeit von den Göt­tern.

Kann ich denn sicher sein, dass Wigan­ds „Vater“ nicht einer der­ge­zähm­ten Dra­chen aus Cibo­la ist?

Aber war­um soll­te sich einer der alten Dra­chen mit Men­schen ein­las­sen, wenn­doch das gan­ze Volk der Dra­gos zur Ver­fü­gung stün­de…

Naja… nun ist es zu spät… Ich traue Wigand nicht zu die Moti­ve seines„Vaters“ zu durch­schau­en… Offen­kun­dig hat er uns aber hier her­ge­lockt weil er wuss­te, dass wir in der Lage sein wür­den ganz Dal­heim aus­sei­nem Ver­steck wie­der in unse­re Welt zu brin­gen.

Wahr­schein­lich begibt sich jetzt gera­de eine cibola­ni­sche Streit­macht an den­Ort, an dem Dal­heim erschei­nen wird.

Ich has­se es instru­men­ta­li­siert zu wer­den… beson­ders, wenn es auf die­Kap­pe eines Men­schen geht…

Naja… Wigand will eben sei­ne Schwes­ter ret­ten… nichts des­to weni­ger­könn­te er die­sen ein­fa­chen, wenn auch genia­len Plan durch­schau­en…

Sein „Vater“ schickt sei­ner „Schwes­ter“ eine Vision,woraufhin die­se einen unse­rer Erz­fein­de in eine Dimen­si­ons­ta­sche schickt.

Zufäl­li­ger­wei­se kommt das Mäd­chen aber nicht zurück.

Dar­auf­hin schickt der „Vater“ Wigand eine Visi­on, wor­auf­hin die­se­rin eben die­se Dimen­si­ons­ta­sche reist, um sei­ne „Schwes­ter“ zu ret­ten.

Na was für ein Zufall, dass die­ser Ort aus­ge­rech­net der Ort ist, an dem sichauch Dal­heim befin­det… der sagen­haf­te Ort von dem die ein­zi­ge ech­te Bedro­hun­gei­ner neu­en cibola­ni­schen Inva­si­on her­vor­ge­hen könn­te.

Die ein­zi­ge Mög­lich­keit unse­rer Rück­kehr dar­in besteht die Dimen­si­ons­ta­schez­um Ein­sturz zu brin­gen und damit Dal­heim wie­der zurück auf unse­re Welt zube­för­dern.

Und wir sind letzt­end­lich die dum­men Werk­zeu­ge die dafür sor­gen wer­den, dass­Dal­heim und sei­ne drui­di­schen Wun­der in die Hän­de der Cibola­ner fal­len wer­den.

Tja… mein lie­ber Wigand… da hat sich also ein cibola­ni­scher Dra­che­dei­ner Sip­pe bemäch­tigt und du rennst treu­doof wie dei­ne gesam­te Brut in die­Fal­le.…

Wie dem auch sei… ich habe nicht vor den Rest mei­nes Lebens hier in die­ser­Di­men­si­on zu ver­sau­ern…

Also wol­len wir mal nicht so sein… ret­ten wir eben die­se Tan­ja und sehen,dass wir die­se Dimen­si­ons­ta­sche zum Ein­sturz brin­gen.

Naja… der wei­se Drui­de hat sei­ne Beden­ken ange­mel­det, dass wir dasüber­haupt schaf­fen kön­nen. Er hat sich sogar bereit erklärt mich die Wege der­Drui­den zu leh­ren…

Kein gutes Zei­chen…

Nun­ja… für unmög­li­che Auf­ga­ben bedarf es eben Dra­gos…

Und wenn uns in unse­rer Welt die cibola­ni­sche Armee erwar­tet, dann soll eseben so sein.…

Pläne schmieden

Unru­hig warf Wigand sich auf­sei­nem Lager hin und her. „Kein Wun­der, dass nie­mand mehr in die­ser Stadt­lebt. Wer kann schon mit die­sem ewi­gen grau­em Licht leben?“

Um sich etwas abzu­len­ken unds­ei­ne Gedan­ken zu sor­tie­ren schnapp­te Wigand sich einen Wetz­stein (wie­so lag­der zwi­schen sei­nen Sachen? Ist das nicht eigent­lich Hurog sei­ner?) und begann­sein Schwert zu schlei­fen.

Ver­flixt, war­um hat­te er dem alten Drui­den bloss die Wahr­heit über sei­ne­Her­kunft erzählt? Natür­lich, der alte Mann war ja nicht dumm, und hat sich­si­cher selbst schon eini­ges zusam­men­ge­reimt. Und bes­ser er erfährt es von­Wi­gand, als dass er hin­ter­her Ver­rat wit­tert.

Den­noch, jetzt wo der Drui­de die Sache mit dem Dra­chen­va­ter weiss, erlaub­ter Wigand nicht mehr die Sicht­wei­te des Tur­mes zu ver­las­sen. Zu groß sei die­Ge­fahr, dass Amma­nas sich sei­ner ver­steck­ten Kräf­te bemäch­tigt. Zum Glück­glaubt er Wigand, dass er kei­nen Ver­rat plant.

Nun, dann muss ich halt­mei­nen Kopf anstren­gen und die ande­ren von hier aus diri­gie­ren. Ich soll­te malD­rakkhar fra­gen, ob er nicht irgend­ei­nen Zau­ber kennt, dass ich mit ihnen reden­kann solan­ge sie woan­ders sind.“

Wenigs­tens kann sich Drakkhar mit sei­nen neu­en Zau­bern recht unge­fähr­d­ethi­er umse­hen. Als Rabe hat er die Burg des Hex­ers Amma­nas noch ein­mal erkundet.Dabei wur­de er Zeu­te einer fins­te­ren Zere­mo­nie, wäh­rend der ein anschei­nend­ver­hun­ger­ter Sol­dat des Hex­ers in einen Unto­ten ver­wan­delt wur­de. Dabei­benutz­te Amma­nas einen roten herz­för­mi­gen Edel­stein, der offen­sicht­lich sei­neE­ner­gie as dem Altar­stein bezog auf dem Tan­ja lag.

Und der mys­te­riö­se Rit­ter in Amma­nas Diens­ten, der immer von einer bös­ar­tig­aus­se­hen­den schwar­zen Rüs­tung mit Helm bedeckt ist war wie­der zu sehen. Dies­mal­sprach er sogar kurz mit Amma­nas! Sei­ne Stim­me sei melo­disch, mensch­lich, sogar­an­ge­nehm erzähl­te Drakkhar spä­ter. Könn­te er viel­leicht ein Vam­pir sein?

Kopf anstren­gen, Plä­ne­schmie­den… Für Wigan­ds Geschmack haben sie schon viel zu viel Zeit dar­auf­ver­schwen­det. Was wur­de nicht schon alles ange­dacht! Den Dämon zu ärgern dami­ter Amma­nas angreift, Den Dämon durch den Drui­den zum Ver­schwin­den zu bringen,des Hex­ers Trup­pen von der Hex­er­burg weg­zu­lo­cken…

Alle die­se Plä­ne haben einen Haken oder­funk­tio­nie­ren schlicht nicht.

So wie der Ver­such den Dämon gegen Amma­nas auf­zu­brin­gen. Der ging wohl auch­gran­di­os dane­ben. Es fing gut an, Drakkhar ver­wan­del­te sich mit einem die­s­er­neu­en Zau­ber in ein Eben­bild Amma­nas und nahm Hurog und Thas­si­lo als­Ver­stär­kung zu einer klei­nen Exkur­si­on mit.

Aus­ser­halb der Stadt tra­fen sie auch tat­säch­lich eini­ge Imps. Noch bevor sie­weg­flie­gen konn­ten, schoss Hurog aus dem Hin­ter­halt zwei Pfei­le auf sie ab.

Und tat­säch­lich, die drei konn­ten sich gera­de noch zwi­schen den Fels­bro­cken­ver­ste­cken, da tauch­te der gro­ße Dämon auf. Der Unhold war offen­sicht­lich­stink­wü­tend, konn­te aber nie­man­den ent­de­cken.

Lei­der war dem Dämon wohl aber die demo­ra­li­sie­ren­de Wir­kung sei­nes­in­fer­na­li­schen Gebrülls durch­aus bewusst, und so hall­te wie­der ein­mal ein­wü­ten­der dämo­ni­scher Auf­schrei über die Ebe­ne.

Drakkhar, ohne­hin schon geschwächt durch den selt­sa­men magi­schen Ein­fluss­die­ser Dimen­si­on, konn­te dem Druck auf sei­nen Wil­len nicht mehr stand­hal­ten: Erver­fiel in wil­de Rase­rei und begann mit blo­ßen Fäus­ten auf Hurog ein­zu­schla­gen.

Dem Ork mach­te das nicht viel aus, aber durch den Tumult flog ihre Tar­nungauf. Mit einem lau­ten Kra­chen setz­te der rie­si­ge geflü­gel­te Dämon vor ihnen­auf.

Der nun fol­gen­de Kampf war so kurz wie aus­sichts­los. Am Ende flog Drakkha­rals Rabe schwer­ver­letzt zurück zum Turm des Drui­den, und Hurog und Thas­silo­ent­ka­men nur knapp durch eine beherz­te Flucht wäh­rend der Dämon gera­de durch­Drakkhar abge­lenkt war.

Lei­der war das alles was pas­sier­te. Spä­ter ver­mu­te­te Drakkhar, dass der­Dä­mon viel­leicht durch die Illu­si­on hin­durch­ge­se­hen hat­te… aber er hatAm­ma­nas offen­bar nichts erzählt, zumin­dest ist er nicht zu die­ser Burg­ge­flo­gen.

Lang­sam zog Wigand den­Schleif­stein über die Klin­ge. Ihm kam sei­ne ande­re Idee wie­der in den Sinn.Vielleicht könn­te man irgend­et­was insze­nie­ren was Amma­nas aus der Burg lockt.Die Sta­tu­en am Ran­de der Dimen­si­ons­bla­se waren vol­ler Magie, und bil­de­ten dieG­ren­ze zwi­schen hier und dort. Was wenn man die­se Magie frei­set­zen könn­te?

Drakkhar war zuerst gegen die­se Idee, weiss man doch zuwe­nig über die­se­Sta­tu­en. Aller­dings wand­te der alte Drui­de ein, dass es viel­leicht noch eini­ge­Bü­cher dar­über in der Stadt geben könn­te. Kur­zer­hand sand­te Wigand sei­ne­Ge­fähr­ten aus, nach sol­chen Büchern zu fahn­den!

Tat­säch­lich fan­den sich auch eini­ge alte Foli­an­ten, die lei­der alle inalt-dalo­risch geschrie­ben waren. Aber der Drui­de nahm sie ger­ne in Emp­fang und­ver­sprach sie schnell durch­zu­se­hen.

Zusätz­lich fan­den Drakkhar und Hurog einen Foli­an­ten der Todes­ma­gie­aus­strahl­te, genau wie das Stein­schwert das sie schon frü­her gefun­den hat­ten.

Es stell­te sich schliess­lich her­aus, dass die­se Gegen­stän­de einst Mordred­ge­hör­ten, einem Drui­den der vor Jah­ren plötz­lich ver­schwun­den war. Sei­ne­Auf­zeich­nun­gen ent­hüll­ten, dass Mord­red sich mit­tels Todes­ma­gie in einen Ewi­gen­Wäch­ter ver­wan­deln woll­te, um auf ewig die Stadt bewa­chen zu kön­nen.

Lei­der hat­te Mord­red einen Feh­ler in sei­nen For­schun­gen: Statt in einen­Wäch­ter wur­de aus ihm ein ruhe­lo­ser und nicht halb so mäch­ti­ger Geist, der­zu­dem noch an das Kre­ma­to­ri­um gebun­den war.

Hurog woll­te schon das sicher­lich groß­zü­gig gemein­te Ange­bot Mordreds einen­der Hel­den in solch einen Wäch­ter zu ver­wan­deln anneh­men, doch glück­li­cher­wei­se­konn­ten Wigand und Drakkhar ihm das aus­re­den.

Wigand leg­te den Schleif­stein­bei­sei­te und besah sich die Klin­ge. Sie war frei von Schar­ten, aber viel Kampf­hat sie eh nicht gese­hen. Und wenn der alte Drui­de sei­nen Wil­len bekam, dann­wür­de sie auch in nächs­ter Zeit kei­nen Kampf sehen.

Nun gilt es abzuwarten,ob der Alte etwas in den Büchern fin­det das uns nützt. Ansons­ten muss ich mich­viel­leicht doch für Tan­ja opfern…“

Der Weg zurück

Diskussionen

Nach der fast ver­patz­ten Begeg­nung mit dem Dämon sit­zen alle­wie­der im Turm des Drui­den zusam­men. Es wird dar­über gespro­chen war­um der Dämon­sich jetzt nicht auf den Turm von Amma­nas stürzt und wie lan­ge wir auf eineReak­ti­on des Dämons war­ten wol­len. Wenn er nichts macht, was haben wir dann­noch für Alter­na­ti­ven? Lan­ge wur­de dis­ku­tiert, vie­le Mög­lich­kei­ten wur­de­ner­ör­tert. Von dem vie­len Gere­de tat Hurog der Kopf schon weh. Nach nur einer­Nacht soll­te der gro­ße neue Plan star­ten, doch plötz­lich über­schlu­gen sich die­Er­eig­nis­se…

Imps überall Imps

Es war dun­kel gewor­den. Wie? Wie konn­te es dun­kel wer­den, wo doch hier weder­Tag noch Nacht exis­tiert. Vor­sich­tig schaut Hurog durch die Schieß­schar­te desTur­mes. Der Him­mel war über­seht mit Imps sie flo­gen ein­zeln und in klein­enGrup­pen Kreuz und quer über den gesam­ten Him­mel. Wel­che Teu­fe­lei war das?Gemeinsam stütz­ten alle aufs Dach des Tur­mes und durch die vie­len Bewe­gun­gen­konn­te man nur schwer erken­nen, dass ein grö­ße­rer Imp oder klei­ner Dämon in der­Burg von Amma­nas zu lan­den schien. Kei­ne Gegen­wehr aus Burg war zu sehen. Wie­aus­ge­stor­ben.

Dhrakhar fliegt

Hel­den­haft wie kein Zwei­ter fasst Dhrak­har den fes­ten Ent­schluss sich selbstin einen Raben zu ver­wan­deln und tritt den gefähr­li­chen Flug an Hun­der­ten von­Imps vor­bei zu auf die Burg von Amma­nas. Nach­dem er zahl­lo­sen Angrif­fen­ab­weh­ren konn­te, erreicht er end­lich die dunk­le Fes­te. Lan­ge kau­er­te Dhrak­ha­rin Gestalt eines Raben über dem Hof in dem sich Amma­nas mit dem Dämon­un­ter­hielt und ver­such­te aus Ges­ten oder Beto­nun­gen etwas her­aus­zu­le­sen. Der­grau­en­haf­ten Spra­che die die­se bei­den Krea­tu­ren der tiefs­ten Höl­len verwandten,war er nicht mäch­tig. Sei­ne Hoff­nung war es, viel­leicht ein Buch über die­se­Spra­che im Amma­nas Zim­mer zu fin­den, so wand er sich ab und flog in den Turm.Heimtückisch hat­te Amma­nas jedoch das gan­ze Zim­mer magisch gesi­chert. Dhrak­har­konn­te gera­de noch eine Kis­te grei­fen und flie­hen. Schwer ver­letzt kehr­te er zuuns zurück. Vie­le eigen­ar­ti­ge Din­ge waren in der Kis­te für die Thas­si­lo­zu­fäl­lig den rich­ti­gen Schlüs­sel in der Tasche hat­te.

Der Vampir

Eines der Din­ge aus der Kis­te, eine schwar­zen Toten­schä­del, brach­ten Wigan­d­und Hurog zum Kre­ma­to­ri­um damit der Drui­de der dort leb­te es unter­su­chen­konn­te. Sie hat­ten den Ort gera­de ver­las­sen, um dem Drui­den in Ruhe das Ding­un­ter­su­chen zu las­sen, da erschien vor Ihnen ein Vam­pir. Wigand erkann­te­so­fort, dass es kei­nen bes­se­ren Ort für die­sen Kampf geben wird, als imKre­ma­to­ri­um und damit mit Unter­stüt­zung des Drui­den.

Lei­der folg­te der Vam­pir ihnen nicht in das Gebäu­de son­der schien­ver­schwun­den. Wigand spä­te durch ein Fens­ter doch er konn­te den Vam­pir­nir­gend­wo ent­de­cken. Doch was war das? Ein klei­nes schmut­zi­ges Mäd­chen schien­sich in den Rui­nen eines nahe­ge­le­ge­nen Häu­ser ver­steckt zu haben. Soll­te noch­je­mand außer den bei­den Drui­den noch in die­ser Stadt leben?

Wigand rief sie. Zuerst war sie etwas ver­schreckt, doch dann näher­te sie­sich doch dem Gebäu­de. Einem inne­ren Instinkt fol­gend, ließ sich Wigand zuBo­den fal­len, als das Mäd­chen unmit­tel­bar vor ihm stand. Gera­de nochrecht­zei­tig um dem Schwert­streich des Vam­pirs aus­zu­wei­chen, in den sich das­Mäd­chen plötz­lich ver­wan­delt hat­te. Der Drui­de und Hurog nah­men den Vam­pir nunins Ziel. Doch er ver­schwand sofort wie­der. Turan und Thas­si­lo hat­ten­in­zwi­schen den Kampf am Kre­ma­to­ri­um mit­be­kom­men. Sie ver­stän­dig­ten den Drui­den­des Tur­mes. Dhrak­har und Turan mach­ten sich sofort auf den Weg zum Kre­ma­to­ri­um.

Dhrak­har eil­te schon vor­aus und traf somit zuerst auf den Vam­pir, der die­Ge­le­gen­heit nutz­te und Dhrak­har nie­der streck­te. Wigand, Turan und Hurog­woll­ten jetzt gemein­sam auf den Vam­pir los­ge­hen. Da erschien jedoch der Druide­aus sei­nem Turm und tele­por­tier­te mit Wigand wie­der in sei­nen Turm zurück. Sostürz­ten sich nur Turan und Hurog auf das Unge­tüm. Ein­ge­schüch­tert und schwer­ver­letzt durch die gewal­ti­gen Schlä­ge die auf ihn nie­der pras­sel­ten ver­wan­del­te­sich der Vam­pir jedoch erneut in — Nebel — und ver­schwand.

Der Wagen

Wir ver­sam­mel­ten uns erneut auf dem Dach des Tur­mes. Dhrak­har wur­de von­Turan ver­sorgt, sodass sei­ne Wun­den sofort geheilt zu sei­en schie­nen. Irgend­was­klei­nes ver­ließ die dunk­le Burg von Amma­nas. Wir beob­ach­te­ten genau, umher­aus­zu­fin­den wel­che Teu­fe­lei sich die bei­den Mons­tren aus­ge­dacht hat­ten. Dan­ner­kann­ten wir es. Ein Wagen bela­den mit Men­schen. Der gro­ße Dämon erscheint amRan­de sei­ner Lager­stät­te. Die Teu­fel ver­ei­nen sich. Sie wol­len gemein­sa­man­grei­fen. Das kön­nen wir nicht zulas­sen, denn dem kön­nen wir sicher nicht­stand­hal­ten.

Das Ritual

Das Ritu­al, dass uns in die alte Welt zurück­führt ist die ein­zig Mög­lich­keitei­ne Ver­ei­ni­gung die­ser bei­den Kräf­te zu ver­hin­dern. Wigand ist am Bodenzer­stört. So wen­det sich Hurog ein letz­tes Mal zu Wigand um und fragt, ihn ober noch eine ande­ren Aus­weg sieht, doch als Wigand schweigt, wird das Ritu­al­vollendet.

Blit­ze schla­gen von den bei­den Sta­tu­en aus über den gan­zen Him­mel, als die­vier Ele­men­te in der Mit­te des Ritual­krei­ses zusam­men­ge­führt sind. Immer wie­der­tau­chen dunk­le ster­nen­über­seht Stel­len am tris­ten Grau des Him­mels ab. Dann istes voll­bracht. Alle ´Regio­nen sind wie­der in sei­ne Hei­mat zurück­ge­kehrt. Die­Imps ver­bren­nen wie Fackeln im Him­mel und auch vom gro­ßen Dämon ist kei­ne Spur­mehr zu fin­den.

Die Nacht

Von neu­en Lebens­geis­tern und gro­ßer Hoff­nung erfasst springt Wigand auf.Hurog und Turan kön­nen ihm kaum fol­gen. Er has­tet zu dem Wagen. Er hofft dorts­ei­ne Schwes­ter zu fin­den. Der Drui­de ein­sam auf sei­nem Turm hebt die Arm­e­ge­wal­tig hal­len sei­ne Wor­te durch das Tal. Eine gewal­ti­ge grü­ne Wel­le geht vonIhm aus und was sie berührt ver­än­dert sich. Der Fluch der Höl­le scheint von dem­Land ab zufal­len und es erholt sich. Hurog springt, er ver­sucht der ver­än­de­rungaus­zu­wei­chen.

Der Wagen wird von sei­nen Zug­tie­ren und zwei Unto­ten befreit. Sechs Men­schen­und ein Toter lie­gen auf ihm doch es sind alles Män­ner. Wigan­ds Schwes­ter ist­nicht zu sehen. Wäh­rend Wigand frus­triert zum Turm zurück trot­tet, zie­hen Huro­gund Turan den Wagen hin­ter sich her. Viel­leicht kann der Drui­de ja den Leu­ten­hier wenigs­tens ihre Gesund­heit wie­der­ge­ben.

Das Krematorium

Das Loch in der Stadt ist gewal­tig, dass das Kre­ma­to­ri­um geris­sen hat, denn­aus uner­find­li­chen Grün­den ist es nicht mit der Stadt zurück­ge­kehrt aus der­frem­den Dimen­si­on. Wo ist es hin was ist damit gesche­hen?

Wigands Rede

Der Ver­stand von Dra­chen funk­tio­niert grund­sätz­lich anders als der unsrige.Der Geist mei­nes Vaters ist mir immer noch fast voll­kom­men fremd. Doch den­Dra­chen geht es nicht anders. Sie ver­ste­hen uns Men­schen nicht, begrei­fen­nicht, was uns lei­tet. Mei­ne Geschwis­ter und ich, wir sind gezeugt wor­den umals Mitt­ler zu die­nen, um unse­rem Vater die Men­schen zu erklä­ren.

Mein Vater steht auf der Sei­te die­ses Lan­des, wie immer wir Men­schen esge­ra­de nen­nen, sei es Dal, Cata­ra, Dalo­ra oder Talo­re. Er ist mit die­sem Land­ver­bun­den, ähn­lich wie die Drui­den von einst es waren.

Und nun ahn­te mein Vater, dass schlim­me Zei­ten auf uns zukom­men würden.Seine Spio­ne in Cibo­la berich­te­ten schon vor Jah­ren vom stän­di­gen Auf­rüs­ten. Ersah die dunk­le Macht der Hexer stei­gen, spür­te die dämo­ni­schen Ein­flüs­se die­sie beschwo­ren.

Und er erin­ner­te sich an die Drui­den von einst. Erin­ner­te sich an ihre Lie­be­zu die­sem Land, an den Mut ihrer Kämp­fer. Und er erin­ner­te sich an das­ver­schol­le­ne Dal­heim, die letz­te Bas­ti­on.

Mein Vater wuss­te, dass die Men­schen von Cata­ra gegen einen Hexer wie­Am­ma­nas nicht mehr viel aus­rich­ten konn­ten, zuviel von dem alten Wis­sen ging­ver­lo­ren. Und er sah, dass sie sich auch noch einer ande­ren Gefahr wid­men­muss­ten, die Inva­si­on aus Cibo­la. Also schick­te er mei­ne Schwes­ter, Tan­ja aus,um Amma­nas nach Dal­heim zu ver­ban­nen.

Es war eine ver­zwei­fel­te Tat, und er war sich nicht sicher, ob esfunk­tio­nie­ren wür­de. Sei­ne Hoff­nung lag ein­zig und allein dar­in, dass dieDrui­den noch immer Dal­heim bewoh­nen wür­den. Er wuss­te, dass sie Amma­nas­in­stink­tiv als einen Feind ein­stu­fen müss­ten. Sie wür­den Amma­nas ver­nich­ten und­Tan­ja ret­ten.

Dann könn­te sie den Drui­den von der Welt erzäh­len, von der Gefahr die erneut­droht. Aber eben auch von der Hoff­nung. Sie könn­te erzäh­len von einem mög­li­chen­Pakt zwi­schen zwei frü­he­ren Fein­den, um gemein­sam gegen ein gro­ßes Übel­vor­zu­ge­hen.

Im bes­ten Fall wür­den die Drui­den Amma­nas ver­nich­ten und mit Dal­heim wie­de­rin die Welt zurück­keh­ren. Damit hät­te Cata­ra einen mäch­ti­gen Ver­bün­de­ten gegen­Ci­bo­la, und ein Zeit­al­ter der Freund­schaft zwi­schen Dra­chen und Drui­den könn­te­be­gin­nen.

Wovon mein Vater nicht wis­sen konn­te, war die ver­zwei­fel­te Situa­ti­on inDal­heim. Wie konn­te er ahnen, daß es nur noch einen ein­zi­gen Drui­den gibt? Und­so war­te­te er über ein Jahr lang ver­ge­bens auf das Wie­der­er­schei­nen von­Dal­heim, auf Nach­richt von sei­ner Toch­ter…

Schließ­lich gelang es uns dann, einen Schlüs­sel zu dem Tor zwi­schen den­Wel­ten zu erlan­gen. Und im Gro­ßen und Gan­zen ging mei­nes Vaters Plan auf:Dalheim ist zurück, und zumin­dest ein Drui­de weiss nun, dass ein Dra­chen­kind­aus ehren­wer­ten Moti­ven han­deln kann.

Die­ses Dra­chen­kind bie­tet Euch nun einen Pakt an, alter Mann: Lasst uns­ge­mein­sam gegen die Hexer und gegen die Cibola­ner vor­ge­hen. Lasst uns die­sem­Land den Frie­den zurück­ge­ben. Land­ein­wärts gibt es noch vie­le, die ver­zwei­felt­Tei­le des alten Wis­sens der Drui­den bewah­ren. Doch sie sind in Gefahr, die­He­xer kor­rum­pie­ren sie lang­sam aber ste­tig.

Nehmt Eure Wei­den­män­ner und zieht west­wärts. Nehmt Eure Nach­kom­men unter die­Fit­ti­che, lehrt sie was Ihr wisst.

Ich bit­te Euch gen Eichen­wei­her zu zie­hen und mei­ne Schwes­ter zu befreien.Wir müs­sen wie­der zurück nach Cata­ra, um den Sturm der Cibola­ner aufzuhalten.Mein Vater ruft mich zurück in die­sen Krieg. Ihr seid Tan­jas letz­te Hoffnung.Ihr seid der ein­zi­ge, der Amma­nas auf­hal­ten kann.

Dalheim — Ossum — Catar

Obwohl alle Hel­den des Nachts ängst­lich Wache hal­ten, liess sich wäh­ren­dih­rer letz­ten Nacht in Dal­heim nicht ein ein­zi­ger Krie­ger des Spin­nen­clans­se­hen.

Am nächs­ten Mor­gen erhält Wigand dann end­lich ein klei­nes Bün­del mit einem­Zweig­männ­chen dar­in. „Es wird ein bis zwei Mona­te belebt bleiben,vorausgesetzt Ihr beschä­digt es nicht.“ erklärt der alte Mann.

Noch wäh­rend die Freun­de ihre Sachen zusam­men­pa­cken klet­tert der alte Druide­auf einen der Wei­den­män­ner und ver­lässt mit sei­nen Krea­tu­ren Dal­heim. „Nun­hat auch der letz­te Bewoh­ner die­se alte Heim­statt drui­di­schen Wis­sens­ver­las­sen. Jetzt ist es wahr­lich eine Geis­ter­stadt“ denkt sich Wigand, und­macht sich mit den ande­ren auf nach Ossum.

Wigan­ds Ein­schät­zung zufol­ge war Ossum nicht weit weg, und tat­säch­li­cher­reich­ten die Hel­den schon nach 2 Tagen anstren­gen­den Mar­sches die Stadt.

Zu Drakkhars Ent­set­zen war dies aber kei­ne präch­ti­ge Metro­po­le, und dank der­ci­bola­ni­schen Über­macht zur See lag der Lebens­stan­dard noch nied­ri­ger als­sonst.

Wir gehen in das bes­te Wirts­haus der Stadt“ sag­te Drakkhar zuHurog, der sich noch ein wenig bei den Orks umhö­ren woll­te.

Hurog war auf der Suche nach dem alten Ork-Scha­ma­nen, der ihn vor zwei­Jah­ren in den Süden geschickt hat­te. Sein Plan war es, dass der Scha­ma­ne mit­dem Wis­sen der Drui­den die Arme­en der Orks magisch stär­ken könn­te. Damit wären­sie eine unver­gleich­li­che Waf­fe gegen Cibo­la.

Doch wie nicht anders zu erwar­ten fand er den Scha­ma­nen nicht. Wohl aber­Be­rich­te über ihn, wie er jun­ge Orks vor der Gefahr Cibo­las warn­te. ImEnd­ef­fekt beauf­trag­te Hurog einen jun­gen Ork um für ihn den Scha­ma­nen­auf­zu­su­chen und sei­ne Nach­richt zu über­brin­gen.

DAS soll das bes­te Haus sein?“ frag­te Drakkhar Wigandwäh­rend­des­sen, als die­ser auf eine Kaschem­me zeig­te, die in Catar wohl nur als­ab­bruch­reif bezeich­net wür­de.

Aber die Die­beszei­chen die Wigand am Ein­gang gese­hen hat­te besag­ten­we­nigs­tens, dass die Bet­ten hier wan­zen­frei und die Wir­te ehr­lich sei­en.

Die nächs­ten Stun­den ver­brach­ten Wigand und Thas­si­lo damit, die Stadt­ge­nau­er zu erkun­den, und viel­leicht sogar ein Schiff auf­zu­trei­ben, dass sie­n­ach Catar brin­gen wür­de.

Lei­der sahen die meis­ten Schif­fe nicht son­der­lich see­tüch­tig aus, bis auf…ja, bis auf die eine Dra­go­jacht.

Nur wenig spä­ter stand Wigand im Haus des Händ­lers (und Heh­lers) Martensen,und erklär­te dem ver­we­ge­nem Kapi­tän Charn, daß sein Herr, der Dra­go Drakkhar­von Raven­stein gera­de eine aus­ge­dehn­te Explo­ra­ti­on der Hex­er­lan­de hin­ter sich­hät­te, und nun einen ver­trau­ens­wür­di­gen Dra­go suche, der ihm bei dem Trans­port­von Din­gen natio­na­lem Inter­es­ses gen Catar hel­fen wür­de…

Wie nicht anders zu erwar­ten ver­stan­den sich die bei­den Geschupp­ten hervorragend,und bei einem Glas Feu­er­wein aus Dra­go­lad wur­de das Geschäft besiegelt:Drakkhar wür­de dem Kapi­tän in Catar in die Gesell­schaft ein­füh­ren, und dafür­bringt Charn die Hel­den sicher dort­hin.

(In der Zwi­schen­zeit hät­te Wigand es bei­na­he fer­tig­ge­bracht mit der Toch­ter­Mar­ten­sens ein Hex­er­ri­tu­al durch­zu­füh­ren, aber er konn­te gera­de nochrecht­zei­tig Drakkhar auf magi­schem Wege zu Hil­fe rufen. „Mehr Glück als­Ver­stand“ schalt ihn sein Lehr­meis­ter in arka­nen Din­gen, „aber­we­nigs­tens hast Du erkannt womit Du es zu tun hat­test…“)

Die „Wel­len­klin­ge“ war ein selt­sa­mes klei­nes Schiff: Ihr fehl­te­fast jeg­li­cher Lade­raum, ihre Kajü­te war klein aber den­noch präch­tig. Aber sie­durch­schnitt die Flu­ten des Mee­res so zügig wie kaum ein ande­res Schiff.

Des­we­gen ver­wun­der­te es auch die Freun­de, dass Kapi­tän Charn gar nicht erst­An­stal­ten mach­te, der cibola­ni­schen Fre­gat­te Glaspracht aus­zu­wei­chen. Nein,stattdessen ging Charn längs­seits, und schwang sich an Deck des Cibola­ners.

Die Hel­den, ins­be­son­de­re Hurog waren bestürzt! Wür­de der Dra­go sie gar den­Fein­den aus­lie­fern?

Aber nein, all die­se Befürch­tun­gen erwie­sen sich als grund­los. Charn hat­te­Han­del getrie­ben, und gar eine gan­ze Kis­te Feu­er­waf­fen erwor­ben. Er ver­kauf­teD­rakkhar sogar eine! Und end­lich erfuh­ren Drakkhar und Wigand wie der Cibola­ner­hiess, der sie damals gefan­gen­ge­nom­men hat­te: Offi­zier Kalaamn.

Die Ankunft in Catar fiel lei­der nicht ganz so glor­reich aus, wie sich­ei­ni­ge der Hel­den es aus­ge­malt hat­ten:

Über­all stan­den Sol­da­ten der Kir­che Rilos Wache, es schien fast, als wenn­sie die Auf­ga­be der Stadt­wa­chen über­nom­men hät­ten.

Und tat­säch­lich: Nach­dem die Freun­de sich über­all in der Stadt umge­hört­hat­ten, sei es bei den Bett­lern, der Die­bes­gil­de, dem (von Rilos-Sol­da­ten­be­wach­tem) Biblio­the­kar, lang­sam erfuh­ren sie von all den Ereig­nis­sen:

Vor sechs Wochen (und das wo sie doch nur 4 Wochen weg waren… die Zeit inder Dimen­si­ons­bla­se muss anders abge­lau­fen sein) wur­de der König vonAt­ten­tä­tern ver­gif­tet. Sie benutz­ten ein höchst sel­te­nes magi­sches Gift, dass­von der fer­nen Insel Bataar stammt. Lady Alsen hat­te kur­zer­hand mit 10Paladinen zusam­men ein Ritu­al gewirkt, das den König in magi­sche Sta­sis­ver­setz­te. So ist er zwar ein­ge­fro­ren, hand­lungs­un­fä­hig, aber das Gift kann ihnauch nicht töten. Mit die­ser Ver­zweif­lungs­tat wur­de die Zeit gewon­nen, Hel­den­nach Myran­dia zu schi­cken.

Die­se tap­fe­ren See­len sol­len dort, inmit­ten feind­li­chen Gebiets, nach der­ver­schol­le­nen Königs­kro­ne suchen. Der Haup­te­del­stein in der Kro­ne hatun­glaub­li­che magi­sche Macht. Eine Macht, die das Gift neu­tra­li­sie­ren könn­te.

In der Zwi­schen­zeit hat­te der Bischof von Rilos die Regie­rungs­ge­schäf­te­über­nom­men. Sei­ne Ordens­krie­ger sorg­ten nun für die Sicher­heit in der Stadt -mit eiser­ner Hand. Die meis­ten Ein­woh­ner Catars schie­nen mitt­ler­wei­le instän­di­ger Furcht vor der Kir­chen­ob­rig­keit zu leben.

Lady Alsen stand unter dem Ver­dacht des Hoch­ver­rats und damit unter­Haus­ar­rest. Biblio­the­kar Mel­chi­or konn­te zwar die Hel­den emp­fan­gen, aber aucher fand sich unter per­ma­nen­ter Bewa­chung durch die Ordens­krie­ger Rilos.

In der Zeit in der sie ihre Erkun­di­gun­gen ein­hol­ten gelang es Wigand undD­rakkhar wenigs­tens, ihre Ver­spre­chen Kapi­tän Charns gegen­über einzuhalten:Sowohl Pla­ti­mes Leu­te von der Die­bes­gil­de und Bot­schaf­ter Rassk von den Dra­gos­wa­ren sehr erfreut einen neu­en ergie­bi­gen Kon­takt zu haben.

Am zwei­ten Tag ihres Auf­ent­halts in Catar spricht ein unbe­kann­ter Mann­Wi­gand an: Sein Herr hät­te einen Auf­trag für ihn. Zusam­men mit Hurog, Thas­si­lound Thu­ran trifft sich Wigand mit dem Her­ren.

Er stell­te sich als Adli­ger vor, ver­riet vor­erst aller­dings nicht sei­nen­Na­men. Die Geschich­te die er erzähl­te war geeig­net Wigan­ds Herz zu rüh­ren, die­Um­stän­de mach­ten ihn aber miss­trau­isch: Die jun­ge unehe­li­che Toch­ter des Man­nes­wur­de auf dem Weg von Fel­land nach Catar von Gob­lins ent­führt. Nach allem waser her­aus­ge­fun­den hät­te, sei sie in der Zwi­schen­zeit wohl an eines von fünf­Bar­ba­ren­dör­fer süd­lich der Gren­ze als Skla­vin ver­kauft wor­den.

Aus Sor­ge um sei­nen Ruf woll­te der Mann vor­erst nicht sei­nen Namen verraten,gleichzeitig bot er aber jedem der Hel­den 1 cibola­ni­sche Mark als Beloh­nung an,sollten sie sei­ne Toch­ter unbe­scha­det nach Catar zu brin­gen.

Nach lan­gem Zögern wil­li­ge Wigand im Namen der Grup­pe ein die­sen Auf­trag zuüber­neh­men…

In der Zwi­schen­zeit traf sich Drakkhar heim­lich mit Uhar Der­ra­gol, demobers­ten Magi­er des Kul­tes. Von die­sem erfuhr er bedeu­ten­de Din­ge: Der Kult­be­wahrt in sei­nen Archi­ven eine Anlei­tung auf, wie Stab und Kugel benutzt­wer­den kön­nen um die 9 Altä­re auf Myran­die zu schlies­sen. Wenn dies geschieht,ist Kel­len­wett sei­ner Macht beraubt.

Aller­dings müss­ten vor­her die pro-cibola­ni­schen Kräf­te inner­halb des Kul­tes­da­von über­zeugt wer­den, gegen die alte Hei­mat zu strei­ten.

Uhar gab sich opti­mis­tisch, dass sich die königs­treu­en Kräf­te inner­halb des­Kul­tes durch­set­zen wür­den, aller­dings wür­de dies noch eine Wei­le dau­ern.

Als Zei­chen des guten Wil­lens über­gab Hurog die feh­len­den Bein­schie­nen von­Hu­rogs Rüs­tung.

Bei der nächs­ten Flut bra­chen die Freun­de dann an Bord von Kapi­tän Charns­Wel­len­klin­ge nach Fel­land auf.