Szene III – Ein Kompass im Jagdhaus

Immer noch verkatert von dem Neujahrsball setzen sich die Freunde zusammen um die guten Vorsätze für das kommende Jahr anzugehen. Schließlich treibt Ammanas immer noch sein Unwesen, das Steinerne Herz ist noch in seiner Hand, Drakkhar hat Kellanved noch nicht den Degen entrissen und dann muss ja noch endlich die Dechiffrierung von der Kultschrift angefertigt werden damit man endlich eine Waffe gegen Cibola in der Hand hat.

Während Wigand und seine Freunde darüber nachdenken (was angesichts zumindest Wigands Brummschädel doch recht schwierig scheint), stattet Drakkhar dem Gelehrten Ludwig in der Magierakademie einen Besuch ab. Ludwig versprachdem Drago ja, alles an Literatur zu den „alten Verträgen“zusammenzusuchen.

Zu Drakkhars Enttäuschung fand sich allerdings so gut wie gar nichts und soverlässt er den Bibliothekstrakt er nur mit der Empfehlung, doch sein Anliegen einmal bei Haus Rassk vorzutragen. Der Hausherr hätte ein exzellente Bibliothek.

Später dann arrangiert Drakkhar ein letztes Treffen mit dem Nordwind des Kultes, um die finalen Arrangements für die Dechiffrierung abzusprechen. Gornherz ist ein wenig verunsichert, als Drakkhar von einer „alten Turmruine in die sicher keiner hineintraut“ spricht, aber letztenendes vertraut er dem Drago. Drakkhar wird in den nächsten Tagen die Schriftrolle erhalten und soll dann an dem selben Abend den Gelehrten mit dem Tarnnamen „Kompass“ am Hinterausgang des Kulttempels abholen.

Als Drakkhar von dem Gespräch erzählt sind sich dann aber doch alle einig: Der alte Hexerturm ist doch nicht geeignet.

„Dann nehmen wir halt einen Gasthof“ wirft Drakkhar ein, „das ist eh viel bequemer“ – „und gefährlicher.“ entgegnet Hurog. „So ein Gebäude können wir nicht verteidigen, und auffallen tun wir auch.“

Die Diskussion wogt länger hin und her, bis Wigand irgendwann das Wort „Jagdhütte“ durch den Kopf geht. Noch während seine Freunde weiterdiskutieren steht er auf und spricht mit dem Hausdiener des Barons. Sicher, dieser hat so eine Jagdhütte, allerdings ist sie seit gut einem Jahr nicht mehr benutzt worden, und es war lange keiner dort.

Nachdem Wigand den Diener noch eine Weile mit anderen Themen von dieserInformation abgelenkt hat, kann er seine Gefährten schnell davon überzeugen,dass dieser Ort perfekt für ihre Zwecke sei. Thassilo und Thuran werden beauftragt für Proviant zu sorgen, Hurog kümmert sich um etwaige Ausrüstung und Wigand requiriert mit der magischen Schriftrolle von Giselle einige Pferde aus den Hofstallungen.

So ist dann auch alles vorbereitet, als ein Botenjunge das geheime Schriftstück in einer anonym versiegelten Kartusche übebringt. Das war das Signal auf das alle gewartet haben. Im Laufe des Tages fertigen Wigand und Drakkhar jeweils eine Abschrift des Dokumentes an.

Am Abend, während der Ork Thassilo und Thuran aus der Stadt führt, holen Drakkhar und Wigand den Dechiffriergelehrten vom Kulttempel ab. Dieser ist zuerst über die Heimlichkeit der beiden verwundert (schließlich nötigt Wigand ihm noch eine Verkleidung auf), stimmt dann aber zu.

Unerkannt und ohne Verfolger kommen sie so aus der Stadt und quartieren sich ob der späten Stunde in einem kleinen Gasthof kurz vor den Toren Catars ein.

Die Nacht dort ist ohne jegliche Ereignisse trotz Wigands heimlichen Ausprobierens seiner ersten Zaubersprüche.

Auch die Reise während des folgenden Tages ist ohne Vorkommnisse. Etwas beruhigt kommen die Freunde dann am Abend an einem durch eine Holzpalisade gesicherten Gutshof an. Die Einwohner des Hofes sind recht wehrhaft und wohl aufgrund schlechter Erfahrungen ziemlich vorsichtig. Erst als sie die Gruppe sehen und Drakkhar mit einem gefüllten Geldbeutel winkt werden die Freunde eingelassen.

Zur Sicherheit werden zwar alle angewiesen die eigenen Waffen in dem zugewiesenen Zimmertrakt zu lassen, aber da jeder dieser Aufforderung prompt nachkommt werden die Bedenken anscheinend fallengelassen und alle herzlich zum gemeinsamen Abendessen eingeladen.

Als Wigand dann aber sieht, wie ein kompletter gebratener Truthahn innerhalbvon 5 Minuten extra für die Gäste auf dem Tisch steht wird er doch misstrauisch- so schnell ist doch kein so opulentes Mahl zubereitet!

Schon fürchten alle, dass sie verraten worden sind, und sie gar gleich alleum ihr Leben kämpfen müssen. Noch während Hurog schaut ob er das Besteck als provisorische Waffe einsetzen kann, klärt sich die Situation:

Noch eine Gruppe Gäste erscheint im Gutshof. Es handelt sich um Anthang denRoten zusammen mit seinen Begleitern, einem Halbling, einem Ork, einem Zwergen sowie einen älteren Magister aus dem Kult. Anthang hatte mit seinen Freunden zusammen den Halbling aus der Gewalt dalorischer Sklavenhändlern befreit, und war nun auf der Rückreise. Da der Halbling noch recht schwach auf den Füssen ist, hatte Anthang einen Boten vorausgeschickt um überall auf der Strecke einenSchlafplatz zu organisieren. Schliesslich ist der Onkel des befreiten Halblingsnicht nur der Finanzier der Rettungsaktion sondern auch Catars größter Händler für Rauchkraut!

Folglich hatte der Wirt Wigand und seine Begleiter für Anthang und dessen Gruppe gehalten – kein Wunder, gleichen sich doch Wigand und Anthang wie die Brüder die sie auch sind:

Anthang der Rote ist tatsächlich eines der vielen Kinder Eregors, wenn er auch nicht ahnt, was wirklich sein Erbe ist. Bei ihm haben sich die drachischen Kräfte noch nicht gezeigt, und so denkt er, sein Vater sei ein reisender Händler oder Vagabund gewesen.

Die Gruppe um Anthang arbeitet meistens als Söldner oder Abenteurer erzählt Wigands Bruder während des Abendessens. So haben sie zum Beispiel sogar derBande um Reißzahn den Garaus gemacht. Leider musste Anthang nach dem Gefecht feststellen, dass einer der Gefolgsleute Reißzahns auch einer seiner Brüder war- leider war es da schon zu spät, Anthang musste den (mit einem Helm maskierten) Mann während des Kampfes töten.

Schweren Herzens, doch aus gegebener Vorsicht entschließt sich Wigand nicht dazu, Anthang in die Familiengeheimnisse einzuweihen. Allerdings lässt er sich die Adresse geben unter der Anthang in der Stadt erreichbar ist. Wigand verspricht seinem Bruder, sich bei ihm zu melden sobald er von dieser Reise zurück sei.

Am nächsten Morgen verabschieden sich die beiden Gruppen voneinander und von den Leuten des Gutshofes und machen sich in gegensätzliche Richtung auf.

Nach einem weiteren Tagesritt kommen die Freunde endlich bei der Jagdhütte des Barons an. Es handelt sich fast schon um ein kleines Anwesen, eingefriedet von einer hohen Steinmauer. Im Inneren der Mauer finden sich vier Eckhäuser für Stall, Latrinen und Domestikenhäusern und in der Mitte steht ein kleineres Jagdhaus. Es dauert nur einen kurzen Moment bis Thassilo das schwere Torschloß geknackt hat, und so quartieren sich alle in dem Jagdhaus ein. Während Thassilo und Thuran die Qualität und Menge der Vorräte sichten sorgen sich Hurog und Wigand um die Verteidigungsmöglichkeiten der Gebäude gegen mögliche Angreifer. Hurog ist nicht vollends zufrieden zu stellen, gibt aber zu, dass dies schon ein vernünftiger Ort sei.

Schlußendlich setzen sich alle zur Ruhe und lassen den Kompass seine Arbeit beginnen….

Tore und Trolle

Platsch!

„Ich wünschte, Du würdest das lassen, Sohn, und die ganze Sache hiermit mehr Respekt ansehen!“

„Vater, ich versuche schlicht die Regeln dieser Traumreisen besser zu verstehen. Und geträumte Steine in geträumtes Wasser zu werfen hilft mir dabei, mich hier zurechtzufinden. Sieh es als wissenschaftliches Experiment.“

Wigand setzte sich mit seinem geträumten Körper auf einen geträumten Stein,und sah das Traumbild seines Vaters an. Er war sich immer noch nicht sicher, ob er nur sah, wie er sich seinen Drachenvater vorstellte, oder ob er sah, wie dieser wirklich aussah, oder vielleicht nur, wie Eregor sich selber sah -verflixt, das war alles viel zu kompliziert, morgen würde er wieder Kopfschmerzen haben!

„Lass mich Dir erklären, was gestern passiert ist. Das ist nicht ganz unwichtig, zumal Du eventuell schon einmal eines meiner Geschwister in Richtung Hauptstadt schicken solltest – nur für den Fall!“

„Wir hatten ja über die letzten paar Tage dieses kleine Anwesen etwas befestigt. Hurog und Thassilo haben sich derweil die Umgebung angesehen – Hurog meinte, so könne man sicherstellen, dass wir alle Schleichwege hierher kennenlernen würden.“

„Der Bursche ist echt paranoid, ich hatte Dir ja gestern schon erzählt,dass er fürchtet Anthang wäre umgebracht worden. Zum Glück konntest Du mir ja bestätigen, dass das Unsinn war, und Anthang ja noch lebt.

Dennoch scheint es jemanden zu geben, der unserem Gelehrten ans Leder will,aber lass mich der Reihe nach erzählen:“

„Es war am dritten Tag, da entdeckten wir Bewegung in den Dorfruinen.Als Drakkhar dann in Rabenform nachsehen flog, konnte er insgesamt sechs Söldner erkennen, die am Waldrand ihr Camp aufgeschlagen hatten.

„Am nächsten Tag kamen sie dann zu uns, zu Pferde. Nach der Ausrüstung zu urteilen waren es definitiv Söldner: Der Anführer trug einen Plattenpanzer, zwei seiner Männer schienen erfahrene Nahkämpfer zu sein, zwei waren Bogen-bzw. Armbrustschützen, und im Hintergrund stand noch ein eher schmächtiger Mann mit einer Ledertasche. Wir vermuteten einen Magier (er ist aber nur einFeldscherer, wie sich später herausstellte)..“

„Der Anführer machte uns in kurzen Worten klar, dass sie nur den Gelehrten wollten, und dass uns nichts passieren sollte, würden wir ihn ausliefern. Als ob wir so feige wären!“

„Ich erzählte ihm, wohin er sich sein Angebot stecken könne, und wir alle machten uns auf den nun zweifellos kommenden Angriff bereit.“

„Ich bin mir ziemlich sicher, dass keiner von denen mit den Feuerbällen und Gewehrschüssen gerechnet hatte. Zwar töteten wir keinen, aber ihre Pferde und der Heiler waren schon angesengt, und so flohen sie zurück zu ihremLager.“

„Uns allen war klar, dass es dabei nicht bleiben würde. Nach ein wenig Zureden erklärte sich Dein Hohepriester noch einmal bereit, zu dem Söldnerlagerzu fliegen. Er konnte sehen, dass sie Holz sammelten, und irgendwas bauten.“

„Wir anderen blieben in der Zwischenzeit nicht untätig, und bauten unsere Verteidigung aus. Sicherlich würden die Halunken versuchen uns mit Brandpfeilen zu beschießen, also wurden auch Wassereimer bereitgestellt und dieStrohdächer nass gehalten.“

„Und tatsächlich: Mitten in der Nacht hörte Thuran, wie sich jemand andie Mauer heranschlich. Hurog konnte zwei der Kerle vor dem Tor erkennen, die (weitgehend wirkungslose) Brandpfeile auf uns schossen. Und plötzlich hörte ich hinter mir ein Scharren über die Ziegel der Mauer! Ich schoß einen Feuerballauf den Schemen und konnte befriedigt hören, wie er aufschrie und von der Mauer fiel!“

„Du kannst Dir vorstellen, dass ein Feind im Anwesen für uns eine schlechte Sache war. Eine hektische Suche nach dem Mistkerl ging sofort los, und schliesslich fand ich ihn auf der Baumplattform! Ich fing gerade an zu überlegen, wie ich ihn am besten da herunterholen würde, da löste Hurog das Problem auf seine Weise:“

„Durch seine Äxte leuchtend wie ein Neujahrsbaum spazierte er an denFuss des Baumes und machte dem Söldner klar, dass es ihm ü-ber-haupt keine Mühe machen würde diesen Baum zu fällen und alles Fallobst kurzerhand umzubringen. So schnell hat sich uns noch niemand ergeben!“

„Das gute an Gefangenen ist ja, dass man sie verhören kann. Schnell bekamen wir heraus, dass dass ein Aushang in Catar alle Kopfgeldjäger auffordert, nach uns zu suchen, und lobt gleichzeitig eine ganze cibolanische Mark für den Kopf des Kultgelehrten aus. Aber nichts für uns, was ich schon fast beleidigend fand.“

„Am nächsten Tag entdeckten wir früh morgens eine Rauchsäule am Horizont. Nach einigem Zureden flog Drakkhar dort vorbei uns entdeckte mehrere Tote um einen verbrannten Planwagen auf dem Weg – was immer dort passiert war.“

„Auf jeden Fall waren wir entschlossen unseren Gefangenen irgendwie zunutzen, also regten wir bei den Söldnern Verhandlungen an – vielleicht würdensie ja im Austausch für ihren Kumpel auf ein weiteres Vorgehen gegen uns verzichten?“

„Aber bevor es tatsächlich zu diesem Austausch kam kehrte Drakkhar aufgeregt von einer Erkundung zurück: Ein Troll war im Anmarsch!“

„Tatsächlich: Begleitet von zwei Orkkriegern kam ein Troll die Strasse auf uns zugeschlurft. Wir feuerten Pfeile, Bolzen, Musketenkugeln und Feuerbälle auf die Kerle, und Drakkhar schaffte es sogar das Monster mit einem Augenstecher zu blenden.“

„Aber schlußendlich waren die Kerle zu zäh, und einer nach dem anderen kletterten alle drei über die Mauer (ein Glück, so bleib wenigstens das Tor heil…).“

„Nun, ich muss Dir sagen, dieser Flammenschwertzauber ist ja recht eindrucksvoll, aber es braucht eine Ewigkeit ihn herbeizurufen. Als ich damit endlich fertig war, lag der Troll von Hurog erschlagen am Boden, daneben eintoter Ork, und der letzte der Bande machte sich gerade aus dem Staub.“

„Da erst bemerkte ich, dass Thassilo schwer am Kopf blutete! Anscheinend versteckte sich irgendwo im Wald ein Scharfschütze mit einem besonders guten cibolanischen Gewehr!“

„Leider konnten wir den Hund weder richtig sehen, noch erwischen, und als er den einsamen Ork wegrennen sah, muss er wohl Muffensausen bekommen haben. Wenigstens hat er nur noch einen Schuß auf mich abgegeben, und war dann auch weg.“

„Tja, das ist also passiert, aber ich denke, wir kommen schon zurecht, danke der Nachfrage. Ich glaube, ich schlaf mich jetzt erstmal aus, zumindest bis meine Wache losgeht.“

Auszug aus Drakkhars Reisetagebuch  – Winter

Es war definitiv das letze Mal, dass ich mich habe überreden lassen wider besseresWissen meine Magie einzusetzen. Ich muss wirklich darauf achten, dass ich Wigand diese wichtige Lektion mitgebe.

Man kann Gold und Silber verprassen, man kann Völlerei betreiben, man kann ein einem Becken voller Drachenwein baden und meinetwegen Perlen in Essig auflösen,um damit den Salat zu garnieren.

Man darf aber nicht verschwenderisch mit Magie umgehen.

„Fliegt doch nochmal los.“ haben sie gesagt. „Schaue bitte nach, ob noch mehr Gegner uns bedrohen.“ flehten sie mich an.

Herausgetraut haben sich sich auch nicht mehr, aus Furcht von diesem Schützen getroffen werden zu können.

Nun… auf meine alten Tage werde ich wohl weich. Ihre Angst in den Augen und ihr flehen brachte mich nun also dazu die Rabenform anzunehmen und nach unseren potentiellen Gegnern Ausschau zu halten.

Auf meinem Rundflug entdeckte ich das Lager der Menschen. Einer von ihnen war unser Gefangener. Wie so oft verstehe ich meine Gefährten nicht. Gefangene… pah!

Nun gut, sie haben die Information aus ihm herausgequetscht, dass es ein Kopfgeld auf den Schriftgelehrten gibt. Aber was genau soll uns dieses Wissen nützen? Wir werden dieses kopfgeld schließlich kaum einkassieren können.

Haben sie denn nichts dazugelernt? Menschen kann man nicht trauen.

Bereits damals in der Dimensionstasche war es ein Fehler Gefangene zunehmen. Solche Situationen scheinen meine Gefährten aber zu vergessen.

Der überlebende Ork hatte sich im Wald versteckt, ich konnte aber sein Feuer ausmachen. Der würde uns so schnell keine Probleme mehr bereiten. Ein einsamer Ork auf der Flucht. Dass ich nicht lache.

Wesentlich mehr Kopfschmerzen machte mir der Scharfschütze, der eindeutig ein Cibolaner sein musste. Niemand sonst verfügt über diese seltsamen und faszinierenden Waffen.

Meine Befürchtungen sollten sich wie immer bewahrheiten und dank meiner herausragenden Fähigkeiten konnte ich noch sehen, wie dieser Cibolaner seine Waffe auf mich richtete. Die einzige Chance die ich sah, war hinter ihm zulanden.

Was ich dort bemerkte, ließ mich verwundern. Der Cibolaner war ein Halbling. Wahrscheinlich hat mich der Kontakt zu Thassilo so weich in bezug auf Halblinge werden lassen, obwohl Thassilo mich offensichtlich nicht ausstehen kann. Nunja. Die einfachen Völker reagieren oft mit Ablehnung, wenn sie ihre natürliche Ehrfurcht vor den Dragos bemerken.

Wie dem auch sei. Anstatt ihm Feuerbälle um die Ohren zu schleudern, um ihm auf seinen angestammten Platz zu meinen Füßen zu verweisen, wählte ich die Methode ihn mit Magie zu verwirren und zur Aufgabe zu bewegen.

Natürlich schoß er auf mich und verletzte mich schwer.

Niemals wieder werde ich meinen Vorteil so leichtfertig aufgeben. Nie wieder Gefangene, nie wieder Überlebende!

Letztendlich kamen Hurog und Wigand zu meiner Hilfe. Wigand und ich warfenFeuerbälle auf diese Ausgeburt Cibolas, bis Hurog ihn letztendlich mit einemPfeil an den Baum nagelte.

Ich verwandelte mich als in einen Raben, um diese Waffen zu sichern. Hurog hat ein großes Interesse an diesen cibolanischen Dingen entwickelt und effektiv sind diese Dinge ja.

Kaum hatte ich mich in die Lüfte erhoben, schon gab es eine gewaltige Explosion, die mich in Stücke riss. Hätte das Schicksal es nicht andersvorgesehen, würde ich jetzt diese Zeilen nicht schreiben und meine Gefährten würden sich wie Bluthunde auf meine Ausrüstung stürzen.

Jedefalls wachte ich im Bett liegend auf. Die anderen berichteten mir aber Folgendes: Während Hurog, Wigand und ich mit dem Cibolaner beschäftigt waren,nutzen diese törichten Menschen ihre vermeintliche Gelegenheit und griffen das  Haus an.

Thuran und Thassilo riefen um Hilfe, so dass Hurog zurück stürmte, um die Menschen zu erlegen.

Was auch immer in diesem Haus geschah… Der Fußboden ist blutig und draußen im Hof liegen abgetrennte Körperteile und Reste menschlicher Leichen. Die Menschen wurden wohl aufgehalten.

Wie sollte es aber auch anders sein, wollte unser Gefangener wohl ausbrechen und dem Kultisten ans Leder. Nunja. Hurog hat unseren Fehler, ihn am Leben zulassen, wieder wett gemacht, so dass wir bis aufs erste wieder in Sicherheit sind.

Der Anführer der Menschen allerdings ist wohl entkommen.

Ich muss mich jetzt darauf besinnen zu Kräften zu kommen. Hoffentlich erliegt unser exzentrischer Heiler nicht wieder seinem Antidragoismus, denn dieses mal bin ich wohl wirklich auf seine Hilfe angewiesen.

Wigand: Vorsicht vor dem Hexenjäger!

Verdammt, ich hätte nie gedacht, dass es so gefährlich sein kann, einen einzelnen Schreiber zu bewachen. Was das Gesindel alles für eine lausige cibolanische Mark anstellt…

Nachdem wir den Scharfschützen, den Troll, die zurückgekommene Gruppe der ersten Kopfgeldjäger und noch anderes Gesochs umgebracht oder vertrieben hatten, konnten wir uns erst einmal sammeln.

Drakkhar hat sich wieder einmal viel zu weit vorgewagt, aber es ist nichts lebenswichtiges verlorengegangen, und Thuran hat mittlerweile ganz schönErfahrung mit dem Zusammenflicken der Dragoschuppen.

Es macht mir richtig Angst, dass ich sogar Thassilos Verletzungen langsam als Routineangelegenheit ansehe – zum Glück hat der Kleine einen dicken Schädel.

Als der Kultgelehrte endlich fertig war, präsentierte sich das Ergebnis fast als Enttäuschung: Es handelte sich um einen Tagebuchauszug aus den Zeiten desAufstandes. Der Autor berichtete, wie ein Rebell mit einem Stab wie den unsrigen in das Allerheiligste des Kultes eindrang und diesen dort in der Mitte des Raumes in den Boden rammte.

Nach einem grellen Blitz waren alle dort anwesenden Kultisten tot, und, das war das Wichtige für uns, die Altäre geschlossen!

Laut Aufzeichnungen war von dem Stab nur ein geschmolzener Haufen Metall übrig, und niemand weiß, was mit dem Rebellen passiert ist…

..nicht sehr ermutigend, aber dennoch haben wir jetzt wohl eine Waffe!

Nun galt es also einen sicheren Rückweg zu finden, denn ohne Zweifel haben noch längst nicht alle Schurken die Hoffnung auf eine cibolanische Mark aufgegeben!

Drakkhar erklärte sich nach vielem guten Zureden dann doch noch einmal bereit, die Gegend aus der Luft zu erkunden, während wir die Gegend von unserenAusgucksposten überwachten.

Das Ergebnis gefiel keinen von uns wirklich: Südlich, auf der Straße in unsere Richtung traf Drakkhar auf einen Hexenjäger mit einem knappen Dutzend Männern im Gefolge. Und auf halben Wege zwischen dem und uns: Einen toten Orkmit einem Giftpfeil im Rücken – identisch mit den Pfeilen die der Jägerbenutzte um auf uns zu schießen!

Ich weiss nicht was den Mistkerl dazu veranlasst hat uns aus dem Süden bis hierher zu verfolgen, wahrscheinlich irgend so eine Ehrengeschichte. Fakt war,dass es zu gefährlich war, ihn unbeachtet hier herumstreichen zu lassen.

Nach längerer Diskussion machten wir uns am nächsten Tag also selber auf die Jagd! Thassilo hatte ein Waldgebiet ausgemacht in dem sich nicht ein Vogelsehen liess. Wir alle waren uns ziemlich sicher, dass das nur bedeuten konnte,daß genau dort der Hyppogreif hausen müsste. Und wo das Reittier ist, kann derReiter nicht weit weg sein.

Vorsichtig schlichen wir uns an. Ich blieb zur Sicherheit etwas weiter hinten, da Drakkhar mir immer noch etwas wackelig auf den Beinen schien. (Um ihm die Sache nicht zu peinlich zu machen, sagte ich allen, dass Thassilo mich wegen meines Lärms nach hintern geschickt hatte.)

Als Thassilo uns nach einer Stunde Suchens schreiend entgegenkam war mirklar, dass wir zumindest den Hyppogreif gefunden hatten. Es gelang mir Thassilo aufzuhalten, so dass er nicht kopflos durch den Wald weiterrannte. Während Drakkhar noch beruhigend auf ihn einsprach beeilte ich mich, um so schnell wiemöglich Hurog und Thuran zur Hilfe zu eilen.

Doch ich kam zu spät (Es ist ein böses Gerücht, dass ich beim Anblick des lebenden Monsters schreiend weggelaufen bin): Thuran hatte dem Biest mit einem einzigen Schlag den Flügel abgeschlagen – selbst so ein Monster verkraftet das nicht.

Hurog war schon weiter gerannt, und Thuran gestikulierte in eine Richtung: „Der Jäger ist irgendwo da, und schiesst mit Giftpfeilen“.

Und wie: Besorgt musste ich mit ansehen, wie Hurog wie tot im hohen Grasslag, niedergestreckt von wer weiss was für einem heimtückischen Gift.

Zum Glück rappelte er sich schon wieder auf, noch bevor ich bei ihm ankam -ich habe noch nie so einen zähen Burschen wie Hurog gesehen…

…anders als Drakkhar. Zwar gelang es ihm den Jäger mit einen Windstoss zu Boden zu werfen, doch kurz danach wurde auch er von Giftpfeilen getroffen. Mit einem schon fast ergebenen Seufzer machte Thuran sich daran, ihn wiederzusammenzuflicken..

Natürlich war unser Ork dann auch vor mir beim Jäger – naja, fast. Zeitgleich kamen zwei meiner Feuerbälle an. Der folgende Kampf war kurz – und endete damit, dass der Jäger wohl schwer verletzt das Weite suchte. Hurog gelang es noch, zwei Pfeile abzuschiessen, aber leider konnten diese den Mistkerl nicht aufhalten.

Aber ein Erfolg blieb uns: Ohne Reittier, verletzt und ohne einen guten Teil seiner Ausrüstung stellte der Jäger keine direkte Gefahr mehr dar. Einholen konnten wir ihn eh nicht, so elbengleich und schnell rannte er durch den Wald.

Also packten wir unsere Sachen und machten uns endlich auf nach Hause, nach Catar.

Leider hatten wir in all der Aufregung die Zeit vergessen, und der starke Wintereinbruch tat sein übriges: Wir konnten es unmöglich vor Anbruch der Nacht zum nächsten Gasthof schaffen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als an der Straße zu campieren.

Es geschah dann während Hurogs Rache: Der Hexenjäger war gar nicht weitergezogen, sonder hatte uns mit seinen Mannen eingekreist. Wir hatten überhaupt keine Chance zur Gegenwehr, und wurden vor die Wahl gestellt: Einen fast chancenlosen Kampf, die Auslieferung des Kultgelehrten oder die Zahlungvon eintausendfünfhundert D…

Drakkhar protestierte natürlich pro forma, aber schlußendlich hatten wir keine Wahl: Die Wegelagerer wurden entlohnt und zogen ihres Weges…