20

Apr

by Carsten

Wir hatten also unser eigenes Schiff. Des Meer hatte gegeben, und zwar gut. Nun mussten wir zusehen wie wir an Vorräte kommen würden. Or-Koris hatte uns sicher in den kleinen Hafen von Trakha geführt, und ehe ich mich versehen hatte, war ich der Verhandlungsführer mit dem lokalen Sprecher.

Nach einigem hin und her (und ein paar Experimenten von Fergus) hatten wir uns geeinigt. Wir waren 280 Gold, 15 Kanonen und das Rezept für Schwarzpulver ärmer und hatten 21 befreite Sklaven hier zurückgelassen. Wir hatten diese natürlich noch einmal auf die Ungewissheit ihres Schicksals hier aufmerksam gemacht, was auch einige überzeugte bei uns zu bleiben, aber diese 21 trennten sich von uns. Hoffentlich würden ihre Seelen zu Drekon finden. Dafür waren wir um Vorräte für einen Monat und einen Laderaum voll Knoblauch reicher.

Unser nächstes Ziel war der sogenannte Stiefelfelsen, ein Versorgungs-Stützpunkt der Dragos, wo wir hofften leichte Beute an Schwarzpulver zu machen. Auf dem Weg erblickten wir noch von weitem eine Meerjungfrau, aber wir konnten sie weit umschiffen, und ich versuchte auch etwaigen Aberglauben mit einem Gebet an Or-Koris im Zaum zu halten.

Als wir die Insel am Horizont erblicken konnten warteten wir erst einmal die Nacht und den Schutz der Dunkelheit ab, um uns dann vorsichtig der Insel zu nähern und bald auf ein Ruderbot zu wechseln. Mit diesem landeten wir erst an einer kleinen Vorinsel an. Dort fanden wir sogar einen vergessenen Vorratsraum, aber sonst weder Spuren noch etwas anderes hilfreiches.

Das Meer zwischen diesem Eiland und der größeren, felsigen Insel war ein Zeichen und Mahnmal für den nehmenden Aspekt von Or-Koris: Mindestens sieben Schiffe lagen auf den Riffen, welche die Insel schützten. Vorsichtig begannen wir uns mit dem Ruderbot der Stelle zu nähern, wo wir eine Ruine eines Leuchtturms ausmachen konnten.

Als wir näher kamen, schien hinter einer Klippe Licht hervor, und ein Stück weiter konnten wir dann sehen, dass quasi ein kleines Dorf an die Felswand gebaut worden war. Darunter befand sich ein Anlegeplatz und eine Höhle, und uns war sofort klar, das wir, sofern wir uns nicht endgültig der Piraterie verschreiben wollten, nicht diese Siedlung von Menschen und Dragos angrifen würden.

Da die sonstigen Felsen der Insel wenig einladend schienen, beschlossen wir noch die Insel zu umrunden, dann aber wahrscheinlich unserer Wege zu ziehen. Am anderen Ende der Insel konnten wir noch einen kleine Bucht, die einem Ruderbot das Anlegen ermöglichen würde erkennen, und beschlossen nun in Ruhe auf unserem Schiff noch einmal über alles nachzudenken.

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